Praxis · Bodengrund & bioaktiv
Bodenleben
Ein bioaktives Becken räumt sich zu einem guten Teil selbst auf. Futterreste, Kot, abgestorbene Pflanzenteile und erster Schimmel werden von kleinen Helfern gefressen und wieder zu Boden. So laufen fast alle meine Becken, und so baue ich sie auf.
Mein Bodengrund
Laub, Holz und Kalk statt Kokoshumus
Die Grundlage ist eine Mischung, wie sie auch für Asseln und Käfer verwendet wird: Eichen- und Buchenlaub, Weiß- und Schwarztorf, Buchenhäcksel, Weichholz, Kalk und etwas Hanfstroh. Kokoshumus verwende ich nicht.
Diese Grundmischung passe ich je nach Tierart an. Tausendfüßer bekommen zum Beispiel mehr Kalk und mehr weißfaules Holz dazu, eine Extraportion Buchenhack und hin und wieder etwas Eiweiß. Für sie ist der Boden schließlich nicht nur Lebensraum, sondern auch Futter.
Wo anders: Bei den Vogelspinnen mische ich den Bodengrund für jede Art extra an, dazu gleich mehr.
Im Becken: Wie die Mischung dort eingebracht wird und was danach kommt, zeigt Terrarium einrichten mit Fotos aus einem Becken für Tausendfüßer und Stabschrecken.
Bei den Vogelspinnen
Hier mische ich jeden Bodengrund extra an
Bei meinen Vogelspinnen kommt kein fertiges Assel- und Käfersubstrat ins Becken. Den Bodengrund mische ich für jede Art einzeln an und orientiere mich an den Böden der Herkunftsregion und an der Lebensweise: tief grabend, nur eine Mulde, oder baumbewohnend mit Boden nur als Deko.
Arten aus Trockengebieten bekommen einen festen, sandig-lehmigen Boden, der auch trocken nicht zu Staub zerfällt. Arten aus feuchteren Wäldern bekommen mehr Erde und Lehm und halten den Boden etwas feuchter. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass die Gänge halten. Kokoshumus verwende ich auch hier nicht. Kleine Helfer setze ich trotzdem ein, wie in der Tabelle unten zu sehen: Weiße Asseln und Springschwänze räumen auch in den Spinnenbecken auf.
Wie viel Boden ein Becken braucht und welche Vorlage zu welcher Art passt, rechnet der Substrat-Rechner vor.
Die Putzkolonne
Wer bei mir aufräumt
In jedes bioaktive Becken versuche ich kleine weiße Asseln und mindestens eine Sorte Springschwänze zu setzen. Je nach Becken ergänze ich Kubanische Asseln oder kleine Tausendfüßer. Bei den Spinnen bin ich wählerischer:
| Helfer | Aufgabe | Übrige Becken | Bei Spinnen |
|---|---|---|---|
| Weiße AsselnTrichorhina tomentosa | klein, zahlreich, räumen die Oberfläche auf | ja | ja |
| Große rosa SpringschwänzeSinella curviseta | fressen Schimmel und feine Reste | ja | ja |
| Kubanische AsselnPorcellionides pruinosus | flinke Zersetzer, gern auch mal ein Häppchen | je nach Becken | ja, als kleiner Snack |
| Kleine TausendfüßerCentrobolus splendidus „Mosambik“ | arbeiten Laub und Holz tiefer im Boden um | je nach Becken | nein |
Warum Kubanische Asseln bei Spinnen gehen: Sie sind nicht so eiweißhungrig, dass sie einer Spinne während der Häutung gefährlich werden könnten. Eher umgekehrt: Für die Spinne sind sie gelegentlich ein kleiner Snack.
Springschwanzzucht
Meine Favoriten: die großen rosa Springschwänze
In meinem Bestand stehen drei Arten Springschwänze. In die Becken setze ich inzwischen aber fast nur noch den Großen rosa Springschwanz Sinella curviseta. Er ist größer, stabiler und robuster und setzt mehr Biomasse um. Den Tropischen Springschwanz Folsomia candida halte ich nur noch nebenbei, im Vergleich finde ich ihn nicht mehr so effektiv. Alles zur Art steht im Artenporträt.
- Die Zuchtbox
Einfache Kunststoffboxen. Als Untergrund nehme ich dieselbe Assel- und Käfermischung wie in den Becken, dazu Stücke von Holzkohle und etwas Moos.
- Das Futter
Gefüttert wird mit einem speziellen Springschwanzfutter nach eigener Rezeptur. Das bleibt mein kleines Geheimnis.
- Umsetzen per Holzkohle
Die Springschwänze sitzen gern auf und unter den Holzkohlestücken. Ein Stück herausnehmen, ins Becken legen, fertig.
- Umsetzen per Blatt
Oder ich lege Blätter in die Box und halte sie leicht feucht. Darunter und darauf sammeln sich die Springschwänze, und mit dem Blatt ziehen sie ins neue Becken um.
Stand: 23. September 2026. Weiter zu Futter oder zurück zur Praxis.