Mario Sickert

Wissen · Nachschlagen

Abkürzungen &Legende


In Anzeigen, auf Börsen und in meiner Bestandsliste tauchen immer wieder dieselben Kürzel auf. Hier stehen die gängigsten, die man in Deutschland wirklich braucht — nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Geschlecht & Anzahl

Die Zahlen mit den Punkten

1.0
ein Männchen
0.1
ein Weibchen
0.0.1
ein Tier, dessen Geschlecht noch nicht bestimmt ist
1.1
ein Pärchen — ein Männchen und ein Weibchen
2.1.4
zwei Männchen, ein Weibchen und vier unbestimmte TiereDie Regel dahinter: erste Zahl Männchen, zweite Weibchen, dritte unbestimmt. 0.0.150 sind also 150 Tiere, deren Geschlecht nicht bestimmt ist — bei Gruppen von Tausendfüßern oder Asseln der Normalfall.

Herkunft

Woher ein Tier stammt

NZ
Nachzucht — das Tier ist in menschlicher Obhut geschlüpft und nicht der Natur entnommen. Über das Land sagt das nichts aus.
DNZ
Deutsche Nachzucht — in Deutschland nachgezogen.
ENZ
meist eigene Nachzucht des Anbieters. Manche meinen damit allerdings „europäische Nachzucht“ — im Zweifel kurz nachfragen.
F1, F2
erste bzw. zweite Generation in menschlicher Obhut. Vor allem in der Aquaristik üblich.
WF
Wildfang — das Tier stammt aus der Natur. Im Englischen WC für wild caught.

Bei mir gilt: Ich setze ganz bewusst auf Nachzuchten und nicht auf Wildfänge. Nachzuchten sind an das Leben im Terrarium gewöhnt, meist robuster — und für sie wird kein Tier aus seinem natürlichen Lebensraum geholt.

Größe & Entwicklung

Wie groß, wie alt

KL
Körperlänge, meist in Zentimetern. Bei Vogelspinnen die übliche Größenangabe in Anzeigen.zum Beispiel: KL ca. 1,5 cm
FH
Fresshaut bzw. Fresshäutung — die Häutung, nach der Jungspinnen zum ersten Mal selbst fressen.„1. FH“ bezeichnet also ganz junge Tiere direkt nach dem Schlupf aus dem Kokon
juvenil · subadult · adult
jung · fast ausgewachsen · geschlechtsreif. Keine Abkürzungen, aber in jeder Anzeige zu finden.

Namen

Was hinter dem Artnamen steht

sp. / spec.
species — die Gattung ist bekannt, die Art noch nicht beschrieben oder nicht bestimmt.Beispiel aus meinem Bestand: Euscorpius sp.
cf.
confer, „vergleiche“ — sieht sehr nach dieser Art aus, ist aber nicht sicher bestimmt.Beispiel: Pamphobeteus cf. antinous
„…“
Handelsname, Farbform oder Fundort in doppelten Anführungszeichen — kein wissenschaftlicher Name.Beispiele: Porcellio bolivari „Yellow Ghost“, Tliltocatl albopilosus „Nicaragua“
'…'
Sortenname bei Pflanzen in einfachen Anführungszeichen — eine gezüchtete Form.Beispiel: Alocasia 'Dragon's Breath'
Lokalform
Tiere, deren Fundort bekannt ist und die nur untereinander vermehrt werden.
Hobbyform
Tiere, die seit vielen Generationen im Hobby vermehrt werden und keinem genauen Fundort mehr zuzuordnen sind.

Artenschutz

Geschützt oder nicht

CITES
internationales Artenschutzübereinkommen, deutsch auch WA oder WAA für „Washingtoner Artenschutzabkommen“. Geschützte Arten stehen in Anhängen, bei mir betrifft das Anhang II.

Was das für Haltung, Nachweise und Abgabe bedeutet, steht ausführlich unter Artenschutz & Nachweispflicht.

Meine Kennungen

Die Nummer vor jeder Vogelspinne

Die Kennung, etwa 26.FN.0.0.1.SNF.001, ist eine rein interne Nummer. Ich führe sie, damit ich einzelne Tiere über Jahre auseinanderhalten kann: woher eins stammt, wann es eingezogen ist, wann es sich zuletzt gehäutet hat.

Bei geschützten Arten hat sie einen zweiten Zweck: Unter genau dieser Nummer liegt der Herkunftsnachweis ab. Fragt eine Behörde nach einem bestimmten Tier, lässt sich der passende Beleg sofort zuordnen — nicht nur irgendeine Rechnung über irgendeine Art.

Die Zahlengruppe in der Mitte folgt der Schreibweise von oben: 0.0.1 heißt auch hier „Geschlecht noch unbestimmt“. Wo eine Bestimmung nicht gesichert ist, steht das in der Bestandsliste ausdrücklich dabei — lieber ein offenes Fragezeichen als ein falscher Name.