Aus der Werkstatt
Selbstgebaut
Das meiste im Vivarium muss man nicht kaufen. Zwei Projekte, die bei mir regelmäßig anfallen und nach denen am häufigsten gefragt wird: ein Becken für eine Baumbewohnerin einrichten und aus einer Kunststoffdose eine Aufzuchtbox machen.
Projekt 1
Terrarium für eine Baumbewohnerin
Vom leeren Glas bis zum fertigen Moospolster. Ein hohes Becken, ein Ast, Substrat, Moos und Wasser — mehr braucht es nicht, aber die Reihenfolge entscheidet, ob es am Ende funktioniert.
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Becken und Ast zuerst
Baumbewohner brauchen Höhe statt Grundfläche. Ich stelle den Ast deshalb ins noch leere Becken und schiebe ihn so lange hin und her, bis er von unten bis kurz unter den Deckel reicht und dabei genug Abstand zu allen Scheiben hat.
Erst wenn er wirklich steht, kommt Substrat dazu — andersherum fängt man dreimal an.
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Substrat einfüllen
Eine gute Handbreit Substrat, dazu Laub und etwas weißfaules Holz. Der Ast wird tief eingegraben und festgedrückt, damit er auch dann hält, wenn ein Tier daran ruckt.
Die Bodenschicht speichert die Feuchtigkeit — bei Baumbewohnern soll sie feucht sein, aber nie nass.
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Moos auflegen
Das Moos kommt in Polstern auf das Substrat, nicht als geschlossene Decke. So bleibt Luft dazwischen, und die Asseln kommen weiter überall hin.
Es hält die Luftfeuchte oben, gibt dem Becken Tiefe und zeigt sofort an, wenn es zu trocken wird.
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Wasserstelle ebenerdig
Ein flacher Tonuntersetzer wird so weit eingelassen, dass der Rand bündig mit dem Moos abschließt. Ton hält das Wasser kühl und lässt sich auskochen.
Flach ist wichtig: Aus einem tiefen Napf kommt ein Jungtier nicht wieder heraus.
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Einlaufen lassen
Fertig eingerichtet, aber noch nicht bewohnt. Das Becken läuft ein paar Tage ohne Tier: sprühen, beobachten, nachbessern, wo Moos austrocknet oder Substrat nachsackt.
Erst wenn Feuchtigkeit und Belüftung stabil sind, zieht die Bewohnerin ein.
Projekt 2
Aufzuchtbox aus der Kunststoffdose
Junge Vogelspinnen brauchen kein teures Terrarium, sondern eine kleine, gut belüftete Box, in der man sie findet.
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Dosen aussuchen
Am Anfang steht ein Stapel Dosen mit undurchsichtigen Wänden — weiß oder schwarz — und einem klaren Deckel. Die blickdichten Seiten geben den Tieren Ruhe: Sie bekommen nicht jede Bewegung im Raum mit und sind nur von oben zu sehen.
Durch den klaren Deckel habe ich trotzdem jederzeit Einblick, ohne die Dose öffnen und Unruhe hineinbringen zu müssen. Wichtig ist, dass der Deckel sicher schließt.
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Schablone auflegen
Als Bohrschablone dient ein einfaches Lochband aus dem Baumarkt. Es gibt gleichmäßige Abstände vor und hält die Hitze vom umliegenden Kunststoff fern, sodass die Dose nicht verzieht.
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Löcher schmelzen statt bohren
Mit der heißen Spitze werden die Löcher durch die Schablone geschmolzen. Das gibt saubere, gratfreie Ränder — ein Bohrer reißt den dünnen Kunststoff dagegen gern ein.
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Draußen arbeiten
Geschmolzener Kunststoff qualmt. Deshalb passiert das grundsätzlich im Freien oder am offenen Fenster, nie im Wohnzimmer und nie neben den Becken.
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Reihe für Reihe
Oben eine Lochreihe, unten eine zweite: So entsteht ein leichter Luftzug, ohne dass die Dose austrocknet. Danach alle Ränder abtasten, Substrat einfüllen, Versteck und Wasserstelle einrichten — fertig ist das erste Zuhause.
Kleinkram
Zwei Dinge, die viel ausmachen
Kein Bauplan, sondern mein Weg
Das ist, wie ich es mache — keine Anleitung und keine Empfehlung für andere. Wer Tiere hält, ist selbst dafür verantwortlich, dass die Unterbringung zur Art passt. Mit Hitze und schmelzendem Kunststoff arbeitet jeder auf eigene Gefahr.
Alle Fotos und Videos auf dieser Seite sind von mir, aufgenommen in meinen eigenen Becken und an meinem eigenen Tisch.