Mario Sickert

Pflanzenporträt · Aronstabgewächse

Alocasia'Venom'


Ihr Markenzeichen ist die lange, gedrehte Blattspitze, die an eine Zunge erinnert. Die 'Venom' ist eine ganz junge Sorte, entstanden erst vor wenigen Jahren in einer Gärtnerei in Südkorea. Anders als viele meiner Pflanzen ist sie keine gerettete Pflanze: Ich habe sie als kleine Jungpflanze bekommen.

Sorte
'Venom'
Im Bestand
als Jungpflanze
Abstammung
aus A. × amazonica
Botanische Zeichnung einer Alocasia 'Venom' mit dunkelgrünen, pfeilförmigen Blättern, hellen Adern, gesprenkelten Stielen und Rhizom
Illustration, KI-generiert · Alocasia 'Venom'

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Alocasia 'Venom'
Einordnung
Zuchtsorte, keine eigene Art
Familie
Aronstabgewächse (Araceae)
Abstammung
spontane Mutation aus Alocasia × amazonica 'Polly'
Entstehung
entdeckt um 2019 in einer Gärtnerei in Südkorea, im Handel etwa seit 2022
Größe
bleibt kompakt, meist 40–60 cm
Wachstum
langsam bis mäßig, ein neues Blatt etwa alle sechs bis zehn Wochen
Giftigkeit
giftig, enthält Calciumoxalat
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Die Zunge an der Blattspitze

Die Blätter sind pfeilförmig und dunkelgrün, mit hellen, kräftigen Adern, wie man es von der Amazonica kennt. Das Besondere sitzt ganz vorne: Die Blattspitze zieht sich lang aus, wird schmal und dreht oder rollt sich ein. Dieses Detail erinnerte ihren Entdecker an die Comicfigur Venom, daher der Name.

Die Blattfarbe kann ganz unterschiedlich ausfallen. Manche Pflanzen zeigen fast schwarzgrüne, glänzende Blätter, andere eher matte, silbrig grüne. Das hängt von Licht, Alter und der jeweiligen Linie ab. Junge Pflanzen wie meine zeigen die typische Spitze oft erst nach und nach.

Junge Alocasia 'Venom' mit zwei Blättern in einem kleinen durchsichtigen Topf, das große Blatt mit hellen Adern und schmal ausgezogener Spitze
Alocasia 'Venom'Meine Venom als Jungpflanze. Die lang ausgezogene Spitze am großen Blatt ist schon gut zu sehen. Eigene Aufnahme.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht

18–27 °C
Temperatur
nicht unter 15 °C, keine kalte Zugluft
60–80 %
Luftfeuchte
trockene Luft zeigt sich zuerst an braunen Blattspitzen
hell
Licht
viel indirektes Licht, keine pralle Sonne

Ein heller Platz an einem Ost- oder Westfenster passt gut, ebenso eine gute Pflanzenlampe. Pralle Mittagssonne verbrennt die Blätter. Gerade die lange Spitze reagiert empfindlich: Wird sie braun und trocken, ist die Luft meist zu trocken.

Pflege

Feucht, aber niemals nass

Substrat: grob und luftig, zum Beispiel mit Pinienrinde, Bims oder Perlit und etwas Sphagnum. Die Wurzeln brauchen Luft. Normale Blumenerde verdichtet schnell und hält zu viel Wasser.

Gießen: gleichmäßig leicht feucht halten, wie ein gut ausgedrückter Schwamm. Die oberen zwei, drei Zentimeter dürfen zwischendurch antrocknen. Staunässe lässt das Rhizom innerhalb weniger Tage faulen, das ist der häufigste Grund, warum Alocasien eingehen. Weiches Wasser wie Regenwasser ist ideal.

Düngen: in der Wachstumszeit etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis. Im Winter nicht.

Vermehren: Am Rhizom bilden sich kleine Knöllchen, aus denen neue Pflanzen wachsen. Im Handel stammen die meisten Pflanzen aus Gewebekultur im Labor. Aus Samen kommt keine echte 'Venom', denn eine Sorte lässt sich nur so vermehren.

Jahreslauf

Keine Panik bei Blattverlust

Im Winter wächst sie deutlich langsamer. Manchmal wirft sie dann sogar Blätter ab oder zieht sich fast ganz zurück. Das Rhizom lebt aber weiter und treibt im Frühjahr wieder aus. Also nicht wegwerfen, sondern etwas trockener und warm halten und abwarten.

Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern bei Alocasien. Ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.

Im Becken

Mitbewohner

In einem hohen, feuchtwarmen Tropenterrarium kann sie gut stehen, denn Temperatur und Luftfeuchte passen dort ohnehin. Frösche oder Geckos lassen sie in Ruhe. Mit ihren großen Blättern beschattet sie allerdings kleinere Bodendecker darunter.

Tiere, die Pflanzen fressen, gehören nicht dazu. Schnecken, Asseln oder Tausendfüßer können sich an ihr vergreifen, und für sie ist die Pflanze giftig.

Gut zu wissen

Beliebt, teuer und gern gefälscht

Die 'Venom' ist eine der gefragtesten Alocasien der letzten Jahre. Inzwischen gibt es auch panaschierte Formen, etwa 'Aurea', 'Pink' oder die besonders seltene 'Tricolor'. Weil die Preise hoch sind, tauchen immer wieder falsch beschriftete Pflanzen und bearbeitete Fotos auf. Ein Angebot, das viel günstiger ist als üblich, sollte stutzig machen.

Giftig: Wie alle Alocasien enthält sie Calciumoxalat. Der Pflanzensaft reizt Haut und Schleimhäute. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren halten und nach dem Umtopfen die Hände waschen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Weil die Sorte noch so jung ist, gibt es kaum Fachliteratur über sie. Die Werte beruhen auf dem, was für die Amazonica und ihre Verwandten gut belegt ist, auf Angaben von Gärtnereien, die sich auf Alocasien spezialisiert haben, und auf eigener Pflege. Jede Pflanze ist ein bisschen anders und zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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