Pflanzenporträt · Aronstabgewächse
Alocasia'Venom'
Ihr Markenzeichen ist die lange, gedrehte Blattspitze, die an eine Zunge erinnert. Die 'Venom' ist eine ganz junge Sorte, entstanden erst vor wenigen Jahren in einer Gärtnerei in Südkorea. Anders als viele meiner Pflanzen ist sie keine gerettete Pflanze: Ich habe sie als kleine Jungpflanze bekommen.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Alocasia 'Venom'
- Einordnung
- Zuchtsorte, keine eigene Art
- Familie
- Aronstabgewächse (Araceae)
- Abstammung
- spontane Mutation aus Alocasia × amazonica 'Polly'
- Entstehung
- entdeckt um 2019 in einer Gärtnerei in Südkorea, im Handel etwa seit 2022
- Größe
- bleibt kompakt, meist 40–60 cm
- Wachstum
- langsam bis mäßig, ein neues Blatt etwa alle sechs bis zehn Wochen
- Giftigkeit
- giftig, enthält Calciumoxalat
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Die Zunge an der Blattspitze
Die Blätter sind pfeilförmig und dunkelgrün, mit hellen, kräftigen Adern, wie man es von der Amazonica kennt. Das Besondere sitzt ganz vorne: Die Blattspitze zieht sich lang aus, wird schmal und dreht oder rollt sich ein. Dieses Detail erinnerte ihren Entdecker an die Comicfigur Venom, daher der Name.
Die Blattfarbe kann ganz unterschiedlich ausfallen. Manche Pflanzen zeigen fast schwarzgrüne, glänzende Blätter, andere eher matte, silbrig grüne. Das hängt von Licht, Alter und der jeweiligen Linie ab. Junge Pflanzen wie meine zeigen die typische Spitze oft erst nach und nach.
Standort
Temperatur, Feuchte, Licht
Ein heller Platz an einem Ost- oder Westfenster passt gut, ebenso eine gute Pflanzenlampe. Pralle Mittagssonne verbrennt die Blätter. Gerade die lange Spitze reagiert empfindlich: Wird sie braun und trocken, ist die Luft meist zu trocken.
Pflege
Feucht, aber niemals nass
Substrat: grob und luftig, zum Beispiel mit Pinienrinde, Bims oder Perlit und etwas Sphagnum. Die Wurzeln brauchen Luft. Normale Blumenerde verdichtet schnell und hält zu viel Wasser.
Gießen: gleichmäßig leicht feucht halten, wie ein gut ausgedrückter Schwamm. Die oberen zwei, drei Zentimeter dürfen zwischendurch antrocknen. Staunässe lässt das Rhizom innerhalb weniger Tage faulen, das ist der häufigste Grund, warum Alocasien eingehen. Weiches Wasser wie Regenwasser ist ideal.
Düngen: in der Wachstumszeit etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis. Im Winter nicht.
Vermehren: Am Rhizom bilden sich kleine Knöllchen, aus denen neue Pflanzen wachsen. Im Handel stammen die meisten Pflanzen aus Gewebekultur im Labor. Aus Samen kommt keine echte 'Venom', denn eine Sorte lässt sich nur so vermehren.
Jahreslauf
Keine Panik bei Blattverlust
Im Winter wächst sie deutlich langsamer. Manchmal wirft sie dann sogar Blätter ab oder zieht sich fast ganz zurück. Das Rhizom lebt aber weiter und treibt im Frühjahr wieder aus. Also nicht wegwerfen, sondern etwas trockener und warm halten und abwarten.
Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern bei Alocasien. Ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.
Im Becken
Mitbewohner
In einem hohen, feuchtwarmen Tropenterrarium kann sie gut stehen, denn Temperatur und Luftfeuchte passen dort ohnehin. Frösche oder Geckos lassen sie in Ruhe. Mit ihren großen Blättern beschattet sie allerdings kleinere Bodendecker darunter.
Tiere, die Pflanzen fressen, gehören nicht dazu. Schnecken, Asseln oder Tausendfüßer können sich an ihr vergreifen, und für sie ist die Pflanze giftig.
Gut zu wissen
Beliebt, teuer und gern gefälscht
Die 'Venom' ist eine der gefragtesten Alocasien der letzten Jahre. Inzwischen gibt es auch panaschierte Formen, etwa 'Aurea', 'Pink' oder die besonders seltene 'Tricolor'. Weil die Preise hoch sind, tauchen immer wieder falsch beschriftete Pflanzen und bearbeitete Fotos auf. Ein Angebot, das viel günstiger ist als üblich, sollte stutzig machen.
Giftig: Wie alle Alocasien enthält sie Calciumoxalat. Der Pflanzensaft reizt Haut und Schleimhäute. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren halten und nach dem Umtopfen die Hände waschen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Weil die Sorte noch so jung ist, gibt es kaum Fachliteratur über sie. Die Werte beruhen auf dem, was für die Amazonica und ihre Verwandten gut belegt ist, auf Angaben von Gärtnereien, die sich auf Alocasien spezialisiert haben, und auf eigener Pflege. Jede Pflanze ist ein bisschen anders und zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.