Mario Sickert

Pflanzenporträt · Aronstabgewächse

Alocasiatandurusa


Tief eingeschnittene, fein behaarte Blätter, die an ein Hirschgeweih erinnern, dazu gesprenkelte Stiele: Die Alocasia, die im Handel als 'Jacklyn' bekannt wurde, ist eine der auffälligsten Zimmerpflanzen überhaupt. Bei mir kommt sie in kein Becken: Sie ist der Blickfang in der Wohnung.

Im Bestand
als Zimmerpflanze
Im Handel
'Jacklyn'
Botanische Zeichnung einer Alocasia tandurusa mit gelappten, gemusterten Blättern, gesprenkelten Stielen und Rhizom
Illustration, KI-generiert · Alocasia tandurusa

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Alocasia tandurusa
Im Handel
Alocasia 'Jacklyn', früher auch Alocasia sp. „Sulawesi“
Familie
Aronstabgewächse (Araceae)
Herkunft
Norden der Insel Sulawesi in Indonesien, auf feuchtem Boden unterer Bergwälder im Schatten des Blätterdachs
Wuchs
aufrecht und horstig aus einem kurzen Rhizom
Größe
in der Wohnung meist 60 cm bis gut 1 m hoch
Wachstum
langsam
Giftig
ja, für Menschen und Haustiere

Erkennen

Ein Geweih aus Blättern

Die Blätter sind lang, tief und unregelmäßig eingeschnitten, mit dunklen, eingesenkten Adern. Streicht man darüber, spürt man feine Härchen: Die Oberfläche wirkt fast wie Samt. Die Blattstiele sind hell mit bräunlich-violetten Sprenkeln.

Junge Pflanzen tragen noch einfachere, nur leicht gewellte Blätter. Erst mit dem Alter bildet sich die typische Geweihform immer deutlicher heraus.

Alocasia tandurusa mit tief gelappten dunkelgrünen Blättern und gesprenkelten Stielen im Topf
Meine JacklynBlickfang in der Wohnung, und eine meiner Pflanzen mit zweiter Chance. Eigene Aufnahme.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht

18–27 °C
Temperatur
nicht unter 15 °C, keine Zugluft
60–80 %
Luftfeuchte
je höher, desto schöner die Blätter
hell
Licht
viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne

Am Naturstandort wächst sie auf dem Waldboden, geschützt vom Blätterdach. Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne kommt dem am nächsten. Kälte und Zugluft mag sie gar nicht.

Pflege

Gießen und Substrat

Gießen: erst wieder, wenn die obere Schicht der Erde angetrocknet ist. Staunässe ist der häufigste Fehler: Dann faulen Wurzeln und Rhizom.

Substrat: luftig und locker, mit organischen und mineralischen Anteilen, damit Wasser gut abläuft. Das Rhizom sitzt knapp unter der Oberfläche und wird nicht tief eingegraben.

Düngen: Alocasien sind Starkzehrer und brauchen das ganze Jahr ihren Dünger, auch im Winter. Ich dünge etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis.

Rhizom und Nachwuchs: Das Rhizom ist der Nährstoffspeicher der Pflanze. Beim Umtopfen lassen sich kleine Rhizome absammeln, aus ihnen wachsen neue Pflanzen. Dazu bilden sich Seitentriebe. Pflanzen aus Gewebekultur (TC) haben zu Beginn noch kein Rhizom, es bildet sich erst mit dem Wachstum.

Jahreslauf

Im Winter etwas ruhiger, aber nicht ohne Dünger

In den dunklen Monaten wächst sie langsamer, dann wird entsprechend weniger gegossen. Gedüngt wird weiter.

Ein älteres Blatt darf nach und nach gelb werden und abfallen. Verliert sie dagegen alle Blätter, stimmt etwas nicht, auch im Winter. Dann prüfe ich der Reihe nach das Rhizom (fest und hell oder weich und faulig), die Wassergaben, die Temperatur (nicht unter 15 °C, keine Zugluft), das Licht, den Dünger und die Blattunterseiten auf Schädlinge.

Staunässe ist die häufigste Ursache. Faule Stellen am Rhizom werden großzügig weggeschnitten, dann lässt man es abtrocknen und setzt es in frisches, luftiges Substrat. Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern, ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.

Wichtig

Giftig

Wie viele Aronstabgewächse enthält sie Kristalle aus Calciumoxalat. Wer ein Blatt anknabbert, bekommt schnell ein Brennen und Schwellungen im Mund. Deshalb gehört sie außer Reichweite von Kindern und Haustieren, und nach dem Umtopfen wäscht man sich die Hände.

Gut zu wissen

Hirschgeweih und eine Jacklin

Der Artname tandurusa ist aus dem Indonesischen tanduk rusa gebildet und bedeutet „Hirschgeweih“, passend zur Form der Blätter. Bekannt wurde die Pflanze aber schon vorher, unter anderem Namen: Enjie Jacklin aus Gorontalo auf Sulawesi machte sie im Internet bekannt, zunächst als 'Jacklin'. Im Handel setzte sich später die Schreibweise 'Jacklyn' durch.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte aus der Beschreibung der Art, aus Erfahrungen von Pflanzenhaltern und aus eigener Pflege. Jede Wohnung ist anders, und die Pflanze zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.

Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.

Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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