Pflanzenporträt · Aronstabgewächse
Alocasiatandurusa
Tief eingeschnittene, fein behaarte Blätter, die an ein Hirschgeweih erinnern, dazu gesprenkelte Stiele: Die Alocasia, die im Handel als 'Jacklyn' bekannt wurde, ist eine der auffälligsten Zimmerpflanzen überhaupt. Bei mir kommt sie in kein Becken: Sie ist der Blickfang in der Wohnung.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Alocasia tandurusa
- Im Handel
- Alocasia 'Jacklyn', früher auch Alocasia sp. „Sulawesi“
- Familie
- Aronstabgewächse (Araceae)
- Herkunft
- Norden der Insel Sulawesi in Indonesien, auf feuchtem Boden unterer Bergwälder im Schatten des Blätterdachs
- Wuchs
- aufrecht und horstig aus einem kurzen Rhizom
- Größe
- in der Wohnung meist 60 cm bis gut 1 m hoch
- Wachstum
- langsam
- Giftig
- ja, für Menschen und Haustiere
Erkennen
Ein Geweih aus Blättern
Die Blätter sind lang, tief und unregelmäßig eingeschnitten, mit dunklen, eingesenkten Adern. Streicht man darüber, spürt man feine Härchen: Die Oberfläche wirkt fast wie Samt. Die Blattstiele sind hell mit bräunlich-violetten Sprenkeln.
Junge Pflanzen tragen noch einfachere, nur leicht gewellte Blätter. Erst mit dem Alter bildet sich die typische Geweihform immer deutlicher heraus.
Standort
Temperatur, Feuchte, Licht
Am Naturstandort wächst sie auf dem Waldboden, geschützt vom Blätterdach. Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne kommt dem am nächsten. Kälte und Zugluft mag sie gar nicht.
Pflege
Gießen und Substrat
Gießen: erst wieder, wenn die obere Schicht der Erde angetrocknet ist. Staunässe ist der häufigste Fehler: Dann faulen Wurzeln und Rhizom.
Substrat: luftig und locker, mit organischen und mineralischen Anteilen, damit Wasser gut abläuft. Das Rhizom sitzt knapp unter der Oberfläche und wird nicht tief eingegraben.
Düngen: Alocasien sind Starkzehrer und brauchen das ganze Jahr ihren Dünger, auch im Winter. Ich dünge etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis.
Rhizom und Nachwuchs: Das Rhizom ist der Nährstoffspeicher der Pflanze. Beim Umtopfen lassen sich kleine Rhizome absammeln, aus ihnen wachsen neue Pflanzen. Dazu bilden sich Seitentriebe. Pflanzen aus Gewebekultur (TC) haben zu Beginn noch kein Rhizom, es bildet sich erst mit dem Wachstum.
Jahreslauf
Im Winter etwas ruhiger, aber nicht ohne Dünger
In den dunklen Monaten wächst sie langsamer, dann wird entsprechend weniger gegossen. Gedüngt wird weiter.
Ein älteres Blatt darf nach und nach gelb werden und abfallen. Verliert sie dagegen alle Blätter, stimmt etwas nicht, auch im Winter. Dann prüfe ich der Reihe nach das Rhizom (fest und hell oder weich und faulig), die Wassergaben, die Temperatur (nicht unter 15 °C, keine Zugluft), das Licht, den Dünger und die Blattunterseiten auf Schädlinge.
Staunässe ist die häufigste Ursache. Faule Stellen am Rhizom werden großzügig weggeschnitten, dann lässt man es abtrocknen und setzt es in frisches, luftiges Substrat. Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern, ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.
Wichtig
Giftig
Wie viele Aronstabgewächse enthält sie Kristalle aus Calciumoxalat. Wer ein Blatt anknabbert, bekommt schnell ein Brennen und Schwellungen im Mund. Deshalb gehört sie außer Reichweite von Kindern und Haustieren, und nach dem Umtopfen wäscht man sich die Hände.
Gut zu wissen
Hirschgeweih und eine Jacklin
Der Artname tandurusa ist aus dem Indonesischen tanduk rusa gebildet und bedeutet „Hirschgeweih“, passend zur Form der Blätter. Bekannt wurde die Pflanze aber schon vorher, unter anderem Namen: Enjie Jacklin aus Gorontalo auf Sulawesi machte sie im Internet bekannt, zunächst als 'Jacklin'. Im Handel setzte sich später die Schreibweise 'Jacklyn' durch.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte aus der Beschreibung der Art, aus Erfahrungen von Pflanzenhaltern und aus eigener Pflege. Jede Wohnung ist anders, und die Pflanze zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.
Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.
Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.