Pflanzenporträt · Aronstabgewächse
Anthuriumandraeanum
Glänzende, wachsartige Hochblätter in Rot, Rosa oder Weiß mit einem aufrechten Kolben in der Mitte: Die Flamingoblume sieht aus wie lackiert. Die bunte „Blüte“ ist in Wirklichkeit ein Hochblatt, die eigentlichen Blüten sitzen winzig auf dem Kolben. Die Abbildung zeigt beispielhaft eine rote Form.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Anthurium andraeanum; in Pflanzenseiten steht auch die Schreibweise andreanum
- Trivialname
- Flamingoblume, Große Flamingoblume, auch Anthurie
- Familie
- Aronstabgewächse (Araceae); die Familie hat etwa 1.000 Arten
- Herkunft
- Ecuador und Südwest-Kolumbien; inzwischen auch in der Karibik und auf Réunion verwildert
- Hochblatt
- wachsartig, rot oder rosa (im Handel auch weiß), etwa 8 bis 15 cm lang
- Kolben
- aufrecht, weiß oder gelb, etwa 7 bis 9 cm lang, mit vielen kleinen Zwitterblüten; sie sollen das ganze Jahr blühen
- Blätter
- herzförmig, glänzend, bis etwa 40 cm lang, an 30 bis 40 cm langen Stielen
- Giftig
- ja, schwach bis mäßig, enthält Calciumoxalat
Erkennen
Große und kleine Flamingoblume
Im Handel gibt es zwei verbreitete Typen: die Große Flamingoblume (Anthurium andraeanum) mit großen, glänzenden, herzförmigen Blättern und die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) mit schmaleren, matteren Blättern bis etwa 30 cm. Dazu kommen viele Hybriden und Sorten, die auch als Schnittblumen für Sträuße verwendet werden. Der Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern für Blume und Schwanz zusammen und meint den Kolben.
Standort
Temperatur, Feuchte, Licht
Ein heller Platz ohne pralle Sonne ist ideal, direkte Sonne verbrennt die Blätter. Zugluft und plötzliche Temperaturwechsel verträgt sie nicht. Rollen sich die Blätter ein, kann das ein Zeichen für zu trockene Luft sein. Bei trockener Luft hilft gelegentliches Sprühen mit kalkarmem Wasser.
Pflege
Gleichmäßig feucht, salzempfindlich
Gießen: das Substrat gleichmäßig feucht halten, es soll weder austrocknen noch im Wasser stehen. Entkalktes Wasser oder Regenwasser in Zimmertemperatur ist günstig. Im Winter weniger gießen, der Ballen sollte aber nie ganz trocken werden.
Düngen: im Sommer etwa alle zwei Wochen, im Winter etwa alle zwei Monate, jeweils in halber Stärke. Die Pflanze ist salzempfindlich, deshalb eignet sich ein überwiegend organischer Dünger.
Umtopfen: junge Pflanzen jedes Frühjahr, ältere nur alle drei bis vier Jahre oder durch Erneuern der obersten Erdschicht. Faulige Wurzeln entfernen, dabei Handschuhe tragen.
Vermehren: durch Teilen beim Umtopfen, jedes Teilstück braucht Wurzeln und mindestens ein Blatt. Kopfstecklinge können in Wasser über einige Wochen wurzeln. Aus Samen wird es aufwendig: Die Blüten müssen von einer zweiten Pflanze bestäubt werden, und die Samen verlieren ihre Keimfähigkeit innerhalb von etwa einem Tag.
Blüte
Was die Blüte fördert
Für viele Hochblätter braucht die Pflanze einen hellen Platz und einen Dünger mit mehr Kalium als Stickstoff. Bei der Kleinen Flamingoblume wird zusätzlich eine kühlere Winterruhe von etwa sechs Wochen bei 16 bis 18 °C mit weniger Wasser und ohne Dünger empfohlen.
Wichtig
Giftig, Saft reizt
Die ganze Pflanze ist für Säugetiere giftig. Sie enthält Saponine und nadelförmige Kristalle aus Calciumoxalat. Hautkontakt kann Rötung und Blasen verursachen, nach dem Verzehr kommen Speicheln, Schluckbeschwerden und Erbrechen vor. Die Pflanze gehört deshalb außer Reichweite von Kindern und Haustieren, beim Umtopfen helfen Handschuhe.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte aus Pflanzenlexika und Gartenseiten, dazu kommt eigene Pflege. Jede Wohnung ist anders, und die Pflanze zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.
- Wikipedia, Eintrag Anthurium andraeanum (Herkunft, Hochblatt, Kolben, Blätter, Giftigkeit, Namensherkunft)
- Plantura, Flamingoblume-Pflanzenporträt (Licht, Temperatur, Gießen, Düngen, Umtopfen, Vermehren, Blüte)
- NC State Extension Plant Toolbox, Anthurium andraeanum (Herkunft, Luftfeuchte, Wasser, Giftigkeit)
Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.