Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Cyriocosmusaueri


Klein, dunkel und mit rotorangen Beingliedern: Diese Zwergvogelspinne aus dem peruanischen Amazonastiefland wurde erst 2016 beschrieben. Sie lebt versteckt, braucht wenig Platz und wird zu den größeren Cyriocosmus gezählt.

Im Bestand
ein Tier
Name
Chiquita
Kennung
26.HI.0.0.1.UNF.010
Zeichnung einer Cyriocosmus aueri von der Seite: schwarzer Hinterleib mit orangen Flecken, orange gebänderte Beine
Illustration, KI-generiert · Cyriocosmus aueri

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Cyriocosmus aueri Kaderka, 2016
Erstbeschreibung
in der Gattung Cyriocosmus, Journal of Natural History 50; Synonyme sind keine verzeichnet
Trivialname
Peruvian Dwarf Red Leg, ein Handelsname
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae
Herkunft
Peru, Region Loreto bei Iquitos; Typfundort Nuevo Umaral im Amazonastiefland
Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt
Endgröße
Beinspannweite etwa 5 bis 7 cm, eine der größeren Arten der Gattung
Wachstum und Alter
für diese Art nicht belegt
Verteidigung
Haarschleudern ist ein Gattungsmerkmal; für diese Art liegen kaum Berichte vor
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Dunkel mit roten Gliedern

Körper und Hinterleib sind dunkel, die Beinglieder rotorange. Die Abbildungen der Erstbeschreibung zeigen Weibchen mit und ohne Streifenmuster auf dem Hinterleib, die Zeichnung ist also variabel.

Im Hobby wurde ein als C. bertae verkauftes Tier schon als C. aueri erkannt, und C. ritae wird oft verwechselt. Wer sicher gehen will, sucht Tiere mit Herkunftsnachweis.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

23 bis 26 °C
Temperatur
Händler nennen 24 bis 27 °C, Gattungsblätter 20 bis 24 °C
70 bis 75 %
Luftfeuchte
Händlerangabe, für die Art sonst kaum Daten
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Datenlage ist dünn. Als Orientierung dienen die Angaben eines Händlers (24 bis 27 °C, 70 bis 75 % Luftfeuchte) und Pflegeblätter verwandter Arten (20 bis 24 °C, mäßig feucht). Die Schnittmenge liegt bei etwa 24 °C. Kleine Behälter trocknen schnell aus, deshalb kontrolliert man die Feuchte regelmäßig.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Über den Jahreslauf dieser Art ist wenig bekannt. Eine Winterruhe ist nicht belegt. Vor und nach Häutungen gilt, was für alle Vogelspinnen gilt: nicht stören, nicht füttern, bis der Panzer hart ist.

Einrichtung

Klein und gut gelüftet

Behälter: klein. Halter nutzen Dosen mit Deckel und Lüftung, zur Hälfte mit Bodengrund gefüllt. Zu große Behälter können Jungtiere vom Fressen abhalten.

Bodengrund: 7 bis 10 cm laut Händler, zum Beispiel Erde mit Sand und Lehm.

Ausstattung: ein Stück Kork oder Rinde als Höhle und eine kleine Wasserschale.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: kleine Grillen und Heimchen. Für Jungtiere werden vorgetötete Grillen empfohlen.

Jungtiere
einmal bis zweimal pro Woche, sehr kleine Beute
Erwachsen
etwa alle 2 bis 3 Wochen, Richtwert aus Gattungsblättern

Für diese Art selbst gibt es keine Fütterungsangaben. Der Hinterleib bleibt der Maßstab.

Verhalten

Winzig und scheu

Halter beschreiben die Art als sehr zurückgezogen, obwohl sie zu den größeren Cyriocosmus gehört. Die Gattung gilt als scheu und flüchtet bei Störung. Berichte zu Brennhaaren stammen von anderen Arten der Gattung, ein Halter beschreibt nach mehrfachem Kontakt eine mehrtägige Hautreizung.

Zu einer Giftwirkung habe ich keine Angaben gefunden. Umgesetzt wird mit Dose und Pinsel statt mit der Hand.

Gut zu wissen

Erst 2016 beschrieben

Die Art wurde 2016 von Kaderka in einer Überarbeitung der Gattung beschrieben und war davor im Hobby oft falsch zugeordnet. Das Typusmaterial stammt aus der Umgebung von Iquitos.

Zucht, Eizahl und Inkubation sind für die Art nicht dokumentiert. Händler berichten, sie sei zuletzt seltener angeboten worden, das ist eine einzelne, ungeprüfte Angabe.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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