Artenporträt · Vogelspinnen
Eupalaestruscampestratus
Dunkelbraun mit hellen, rosa schimmernden Streifen an den Beinen: Die Pink Zebra Beauty ist eine kompakte, ruhige Bodenbewohnerin aus den Grasländern Südamerikas. Sie wächst sehr langsam und gilt als gut verträglich.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Eupalaestrus campestratus (Simon, 1891)
- Erstbeschreibung
- als Eurypelma campestratum; zugleich Typusart der Gattung Eupalaestrus
- Synonyme
- Eurypelma guyanum Simon, 1892 (bestätigt durch Gabriel 2020), Lasiodora campestrata Simon, 1897, Eupalaestrus pugilator Pocock, 1901, Eupalaestrus tennuitarsus Bücherl, 1947
- Trivialname
- Pink Zebra Beauty; ein deutscher Name ist mir nicht begegnet
- Familie
- Theraphosidae
- Herkunft
- Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien; Grasland und Offenland laut Forenangaben
- Lebensweise
- bodenbewohnend, gräbt bei Bedarf, ist aber kein ständiger Höhlenbewohner
- Endgröße
- Beinspannweite etwa 13 bis 15 cm, kleiner als die ähnlich gefärbte Grammostola pulchripes
- Wachstum
- langsam; belastbare Zahlen fehlen
- Lebenserwartung
- Händlerangaben: Weibchen 15 bis 20 Jahre, Männchen 5 bis 7 Jahre
- Verteidigung
- Brennhaare der Typen I und III laut Gattungsangabe; sie werden nach Halterberichten selten eingesetzt
- Schutzstatus
- nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen
Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.
Erkennen
Braun mit hellen Zebrastreifen
Der Körper ist dunkelbraun bis schwarzbraun und gedrungen. Auf den Beinen verlaufen helle, rosa bis gelbliche Streifen im Bereich der Gelenke, bei erwachsenen Weibchen trägt der Hinterleib lange, rötliche Haare.
Die Schreibweise ist eine Falle: In Händlerlisten und Foren findet man „Eupalestrus“ und „Eupalastrus“. Zudem wurde im Hobby schon eine Acanthoscurria als diese Art verkauft. Gesicherte Unterscheidungsmerkmale zu ähnlichen Gattungen habe ich nicht gefunden, gute Herkunftsangaben helfen.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Bei der Luftfeuchte widersprechen sich die Quellen, die Angaben liegen zwischen 40 und 70 %. Einig sind sich Halter in der Praxis: Das Substrat wird nur teilweise befeuchtet, die Tiere suchen sich die trockene Seite aus. Zu viel Feuchte bringt Schimmel und eine stark bespannte Oberfläche.
Jahreslauf
Saisonale Veränderungen
Eine Winterruhe gibt es nicht. Wegen des langsamen Wachstums häutet sich ein erwachsenes Tier selten, Pausen von zwei bis drei Jahren sind berichtet.
Häutung: Vorher frisst sie nichts mehr. Dann wird weder gefüttert noch gestört. Nach der Häutung braucht der Panzer einige Tage zum Aushärten.
Einrichtung
Trocken mit feuchter Ecke
Becken: Für ein erwachsenes Tier nennt ein Händler mindestens 50 × 25 × 30 cm. Nach der Faustregel aus Pflegeblättern genügt etwa das Doppelte mal das Dreifache der Beinspannweite an Grundfläche.
Bodengrund: mindestens 10 cm, überwiegend trocken, eine Ecke leicht feucht, zum Beispiel Erde mit Sand und Lehm.
Ausstattung: eine Korkröhre oder ein Stück Rinde als Höhle und eine flache Wasserschale. Für Babys genügen Tropfen von der Wand.
Ernährung
Futtertiere und Rhythmus
Futtertiere: Grillen, Heimchen und Schaben in passender Größe. Meist frisst sie gut, die Unterschiede von Tier zu Tier sind aber groß, ein Wildfang soll monatelang nichts gefressen haben.
- Jungtiere
- zwei- bis fünfmal pro Woche, kleine Beute
- Halbwüchsig
- etwa wöchentlich
- Erwachsen
- alle 7 bis 14 Tage, je nach Hinterleib
Lange Fastenphasen sind kein Alarmzeichen, solange der Hinterleib rund bleibt.
Verhalten
Ruhig, träge, manchmal totgestellt
Fast alle Quellen beschreiben die Art als ruhig und langsam, mehrere empfehlen sie sogar Einsteigern. Gelegentlich liegt sie lange regungslos im Becken, nachts baut sie am Substrat. Bei Stress oder nach dem Umsetzen stellt sie sich tot. Einzelne Halter berichten dennoch von bissigen Tieren.
Zur Giftwirkung habe ich keine Angaben gefunden. Gehalten wird jedes Tier allein, der Kontakt beschränkt sich auf Pflege mit Pinzette.
Gut zu wissen
Typusart und ein langsames Tempo
Die Art ist die Typusart ihrer Gattung. Bei Fragen zur Gattung führt deshalb jede Referenz auf sie zurück. Weitere Arten der Gattung sind unter anderem E. weijenberghi, E. larae und E. roccoi.
Nachzuchten gelten als selten. Zu Eizahl und Inkubationsdauer habe ich keine belastbaren Angaben gefunden.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.
- World Spider Catalog, Natural History Museum Bern, Eintrag Eupalaestrus campestratus
- Gabriel, R. (2020): Revision der Gattung Eupalaestrus, Arachnology 18 (5), Eintrag im World Spider Catalog
- Kaderka, R. et al. (2019): Urticating setae of tarantulas, PLOS ONE, PMC6844489 (Brennhaare)
- Wikipedia (en): Eupalaestrus campestratus
- Dubia.com: Pflegeblatt
- Josh's Frogs: Artbeschreibung
- Arachnoboards: Diskussion zum Lebensraum
- CITES-Anhänge und WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.
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