Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Eupalaestruscampestratus


Dunkelbraun mit hellen, rosa schimmernden Streifen an den Beinen: Die Pink Zebra Beauty ist eine kompakte, ruhige Bodenbewohnerin aus den Grasländern Südamerikas. Sie wächst sehr langsam und gilt als gut verträglich.

Im Bestand
ein Tier
Name
Pampa
Kennung
26.PR.0.0.1.UNT.091
Zeichnung einer Eupalaestrus campestratus von schräg oben: braune Beine mit rosa Streifen, kompakter brauner Körper
Illustration, KI-generiert · Eupalaestrus campestratus

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Eupalaestrus campestratus (Simon, 1891)
Erstbeschreibung
als Eurypelma campestratum; zugleich Typusart der Gattung Eupalaestrus
Synonyme
Eurypelma guyanum Simon, 1892 (bestätigt durch Gabriel 2020), Lasiodora campestrata Simon, 1897, Eupalaestrus pugilator Pocock, 1901, Eupalaestrus tennuitarsus Bücherl, 1947
Trivialname
Pink Zebra Beauty; ein deutscher Name ist mir nicht begegnet
Familie
Theraphosidae
Herkunft
Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien; Grasland und Offenland laut Forenangaben
Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt bei Bedarf, ist aber kein ständiger Höhlenbewohner
Endgröße
Beinspannweite etwa 13 bis 15 cm, kleiner als die ähnlich gefärbte Grammostola pulchripes
Wachstum
langsam; belastbare Zahlen fehlen
Lebenserwartung
Händlerangaben: Weibchen 15 bis 20 Jahre, Männchen 5 bis 7 Jahre
Verteidigung
Brennhaare der Typen I und III laut Gattungsangabe; sie werden nach Halterberichten selten eingesetzt
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Braun mit hellen Zebrastreifen

Der Körper ist dunkelbraun bis schwarzbraun und gedrungen. Auf den Beinen verlaufen helle, rosa bis gelbliche Streifen im Bereich der Gelenke, bei erwachsenen Weibchen trägt der Hinterleib lange, rötliche Haare.

Die Schreibweise ist eine Falle: In Händlerlisten und Foren findet man „Eupalestrus“ und „Eupalastrus“. Zudem wurde im Hobby schon eine Acanthoscurria als diese Art verkauft. Gesicherte Unterscheidungsmerkmale zu ähnlichen Gattungen habe ich nicht gefunden, gute Herkunftsangaben helfen.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

24 bis 27 °C
Temperatur
Quellen nennen 25 bis 27 °C, über 29 °C meiden
50 bis 65 %
Luftfeuchte
überwiegend trocken, eine Ecke leicht feucht
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Bei der Luftfeuchte widersprechen sich die Quellen, die Angaben liegen zwischen 40 und 70 %. Einig sind sich Halter in der Praxis: Das Substrat wird nur teilweise befeuchtet, die Tiere suchen sich die trockene Seite aus. Zu viel Feuchte bringt Schimmel und eine stark bespannte Oberfläche.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe gibt es nicht. Wegen des langsamen Wachstums häutet sich ein erwachsenes Tier selten, Pausen von zwei bis drei Jahren sind berichtet.

Häutung: Vorher frisst sie nichts mehr. Dann wird weder gefüttert noch gestört. Nach der Häutung braucht der Panzer einige Tage zum Aushärten.

Einrichtung

Trocken mit feuchter Ecke

Becken: Für ein erwachsenes Tier nennt ein Händler mindestens 50 × 25 × 30 cm. Nach der Faustregel aus Pflegeblättern genügt etwa das Doppelte mal das Dreifache der Beinspannweite an Grundfläche.

Bodengrund: mindestens 10 cm, überwiegend trocken, eine Ecke leicht feucht, zum Beispiel Erde mit Sand und Lehm.

Ausstattung: eine Korkröhre oder ein Stück Rinde als Höhle und eine flache Wasserschale. Für Babys genügen Tropfen von der Wand.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Grillen, Heimchen und Schaben in passender Größe. Meist frisst sie gut, die Unterschiede von Tier zu Tier sind aber groß, ein Wildfang soll monatelang nichts gefressen haben.

Jungtiere
zwei- bis fünfmal pro Woche, kleine Beute
Halbwüchsig
etwa wöchentlich
Erwachsen
alle 7 bis 14 Tage, je nach Hinterleib

Lange Fastenphasen sind kein Alarmzeichen, solange der Hinterleib rund bleibt.

Verhalten

Ruhig, träge, manchmal totgestellt

Fast alle Quellen beschreiben die Art als ruhig und langsam, mehrere empfehlen sie sogar Einsteigern. Gelegentlich liegt sie lange regungslos im Becken, nachts baut sie am Substrat. Bei Stress oder nach dem Umsetzen stellt sie sich tot. Einzelne Halter berichten dennoch von bissigen Tieren.

Zur Giftwirkung habe ich keine Angaben gefunden. Gehalten wird jedes Tier allein, der Kontakt beschränkt sich auf Pflege mit Pinzette.

Gut zu wissen

Typusart und ein langsames Tempo

Die Art ist die Typusart ihrer Gattung. Bei Fragen zur Gattung führt deshalb jede Referenz auf sie zurück. Weitere Arten der Gattung sind unter anderem E. weijenberghi, E. larae und E. roccoi.

Nachzuchten gelten als selten. Zu Eizahl und Inkubationsdauer habe ich keine belastbaren Angaben gefunden.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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