Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Kochianabrunnipes


Eine kleine Vogelspinne aus Brasilien mit schwarzem Körper und rötlich braunen Beinenden. Ihr Name wurde 1841 vergeben, war lange nicht eindeutig zuzuordnen und bekam erst 2008 eine eigene Gattung, in der sie bis heute die einzige Art ist.

Herkunft
Brasilien
Gattung
Kochiana, nur diese Art
Zeichnung einer Vogelspinne mit schwarzem Körper und rötlich braunen unteren Beinabschnitten auf sandiger Erde neben einem Erdloch
Illustration, KI-generiert · Kochiana brunnipes

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Kochiana brunnipes (C. L. Koch, 1841)
Früher
Mygale brunnipes, so lautete die Erstbeschreibung
Trivialname
Dwarf Pink Leg (Handelsname)
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae · Gattung Kochiana (2008 aufgestellt, nur diese eine Art)
Herkunft
Brasilien; einen genaueren Fundort habe ich in meinen Quellen nicht gefunden
Färbung
Vorderkörper und Hinterleib schwarz mit goldenen Brennhaaren, die oberen Beinglieder schwarz, die unteren rötlich hellbraun
Größe
etwa 5 bis 6 cm Körperlänge laut Händlerangabe, aus der Fachliteratur habe ich dazu keine Zahl
Lebensweise
bodenbewohnend und grabend, nach Händlerangaben
Lebenserwartung
keine verlässliche Angabe gefunden
Verteidigung
trägt Brennhaare, welcher Typ vorliegt, habe ich nicht gefunden; ein Händler beschreibt die Tiere als ruhig
Schutzstatus
bei meiner Recherche kein Eintrag gefunden

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Schwarz mit rötlichen Beinenden

Bei erwachsenen Tieren sind Vorderkörper und Hinterleib schwarz, auf dem Hinterleib sitzen goldene Brennhaare. An den Beinen sind Hüften, Schenkelringe und Schenkel schwarz, Patellen, Schienen und Fußglieder dagegen rötlich hellbraun. Daher kommt der Handelsname mit den rosa Beinen.

Männchen erkennt man an einem langen, nach unten gerichteten Bulbus. Außerdem lässt sich bei ihnen der erste Metatarsus zwischen die beiden Äste des Schienenhakens legen. Diese Merkmale trennen sie von anderen Männchen der Unterfamilie. Für eine sichere Bestimmung zählt am Ende der Vergleich mit der Neubeschreibung von 2008.

Einordnung

Lange ein Namensrätsel

Carl Ludwig Koch beschrieb die Art 1841 als Mygale brunnipes. Weil seine Beschreibung nicht ausreichte, um das Tier sicher zu erkennen, wurde der Name 1955 von Roewer als zweifelhaft eingestuft. Im Jahr 2008 untersuchten Fukushima, Nagahama und Bertani das Material neu, beschrieben beide Geschlechter und stellten für die Art die eigene Gattung Kochiana auf. Das Typusexemplar, ein Weibchen, liegt im Naturkundemuseum Berlin. 2024 erschienen weitere Abbildungen beider Geschlechter.

Der Name ist also gültig und die Art klar umrissen. Wie viel über ihre Lebensweise in der Natur bekannt ist, ist trotzdem wenig.

Haltung

Was bisher bekannt ist

Fachliteratur zur Haltung habe ich nicht gefunden. Ein Händler beschreibt die Art als bodenbewohnend und grabend und empfiehlt einen tiefen Bodengrund, der auf einer Seite feucht gehalten wird, dazu ein gut belüftetes Becken. Das ist eine Händlerangabe und kein geprüfter Wert.

Deshalb stehen hier bewusst keine Zahlen für Temperatur und Luftfeuchte. Als Grundsätze gelten wie bei anderen Vogelspinnen: Einzelhaltung, ein sicher verschlossenes Becken, Futtertiere nicht größer als der Hinterleib und immer frisches Wasser. Alles Weitere trage ich nach, sobald es belegt ist oder ich eigene Erfahrung habe.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Seite ist bewusst kurz, weil die Quellenlage dünn ist.

  • World Spider Catalog, Natural History Museum Bern, Eintrag Kochiana brunnipes (Name, Geschichte, Verbreitung)
  • Fukushima, C. S., Nagahama, R. H. & Bertani, R. (2008): Neubeschreibung der Art und Aufstellung der Gattung Kochiana
  • Moeller, Galleti-Lima & Guadanucci (2024): Abbildungen beider Geschlechter
  • Wikipedia, Eintrag Kochiana (Färbung, Männchenmerkmale)
  • Angaben eines Händlers zu Größe, Lebensweise und Feuchte (nicht überprüft)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen mit der Art hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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