Mario Sickert

Artenporträt · Schnecken

Lissachatinafulica


Groß, gemütlich und erstaunlich charaktervoll: Die Ostafrikanische Riesenschnecke ist die bekannteste Achatschnecke im Hobby. Bei mir leben zwei Farbformen, die sich nur im Körper unterscheiden: die klassisch dunkle Wildfarbe und „White Jade“ mit schneeweißem Körper. Haltung und Pflege sind bei beiden gleich.

Farbformen
Wildfarben und „White Jade“
Abgabe
wildfarbene Tiere, nach Absprache
Zeichnung zweier Achatschnecken nebeneinander, links mit hellem Körper (White Jade), rechts mit dunklem Körper (Wildfarben)
Illustration, KI-generiert · Lissachatina fulica

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Lissachatina fulica (Bowdich, 1822)
Auch geführt als
Achatina fulica, so heißt sie im Handel oft noch
Trivialnamen
Ostafrikanische Riesenschnecke, Große Achatschnecke
Einordnung
Landlungenschnecken · Familie Achatschnecken (Achatinidae)
Herkunft
Ostafrika; heute durch den Menschen in fast alle Tropen verschleppt
Größe
Gehäuse meist 10–15 cm lang
Lebenserwartung
meist mehrere Jahre, gut gepflegt auch deutlich länger
Fortpflanzung
Zwitter, jedes Tier kann nach einer Paarung Eier legen
Farbformen
Wildfarben mit dunklem Körper, „White Jade“ mit weißem Körper; das Gehäuse ist bei beiden braun gemustert
Schutzstatus
nicht geschützt; gilt weltweit als eine der problematischsten eingeschleppten Arten

Erkennen

Gleiches Haus, anderer Körper

Das Gehäuse ist groß, kegelförmig gewunden und braun, mit hellen und dunklen Streifen und Flammen. Daran unterscheiden sich meine beiden Formen nicht.

Wildfarben: Der Körper ist dunkel, graubraun bis fast schwarz, so wie bei den Tieren in der Natur.

„White Jade“: Der Körper ist hell, cremeweiß bis fast reinweiß. Das ist eine erbliche Farbform, die es nur in der Haltung gibt. Neben dem gemusterten Gehäuse sieht das besonders edel aus.

Zwei große Achatschnecken mit gelbbraunen Gehäusen auf einer Handfläche
Lissachatina fulicaZwei meiner Achatschnecken auf Wanderschaft über die Hand. Eigene Aufnahme.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

22–26 °C
Temperatur
nachts darf es etwas kühler sein
70–85 %
Luftfeuchte
Boden feucht, aber kein Sumpf
Raumlicht
Licht
ein normaler Tagesrhythmus reicht

Wird es zu trocken oder zu heiß, ziehen sich die Schnecken ins Gehäuse zurück und verschließen es mit einem dünnen Häutchen. Das ist ein Zeichen, dass etwas nicht passt.

Einrichtung

Weich, feucht und kalkreich

Becken: für drei bis vier ausgewachsene Tiere etwa ab 80 × 40 × 40 cm, mit dicht schließendem, gut belüftetem Deckel. Achatschnecken sind stark und neugierig.

Bodengrund: 10 bis 15 cm ungedüngte, lockere Erde, mit kohlensaurem Kalk angereichert. Die Tiere graben sich gern ein, und in saurem Boden leidet das Gehäuse.

Ausstattung: Laub, Moos und weiche Korkstücke. Harte Steine, Glas oder Keramik gehören nicht hinein: Fällt eine Schnecke von der Scheibe darauf, kann das Gehäuse brechen. Futter- und Badeschalen deshalb aus weichem Kunststoff.

Mitbewohner: Springschwänze und kleine weiße Asseln räumen Futterreste weg und sind gern gesehen. Ansonsten ist ein reines Schneckenbecken am besten.

Ernährung

Gemüse, Kalk und etwas Eiweiß

Salat, Gemüse wie Zucchini, Möhre, Kürbis oder Süßkartoffel, Wildkräuter wie Löwenzahn und hin und wieder ein Stück Obst.

Immer
eine Kalkquelle wie Sepiaschale, ohne Kalk wächst kein Gehäuse
Einmal pro Woche
etwas Eiweiß, etwa getrocknete Bachflohkrebse
Täglich
frisches Futter, Reste vom Vortag entfernen
Nie
Gesalzenes, Gewürztes oder Gekochtes aus der Küche

Bekommen die Tiere zu wenig Eiweiß oder Kalk, knabbern sie manchmal an den Gehäusen ihrer Mitbewohner.

Fortpflanzung

Verantwortung ab dem ersten Gelege

Achatschnecken sind Zwitter und gesellig, sie sollten nie allein leben. Nach einer Paarung kann jedes Tier Eier legen, und das nicht zu knapp: Ein Gelege kann aus vielen Dutzend bis mehreren Hundert Eiern bestehen, und es folgen weitere.

Deshalb gehört das regelmäßige Durchsuchen des Bodengrunds zur Pflege. Eier, die nicht schlüpfen sollen, werden eingefroren und erst danach entsorgt. Wer das nicht möchte, sollte sich die Anschaffung gut überlegen.

Gut zu wissen

Niemals aussetzen

In warmen Ländern richtet die Art große Schäden an Pflanzen und Kulturen an. Sie steht auf der Liste der 100 problematischsten eingeschleppten Arten der Welt, und in manchen Ländern, etwa in den USA, ist ihre Haltung verboten. Tiere oder Eier gehören deshalb nie nach draußen, auch nicht auf den Kompost. Und nach dem Anfassen: Hände waschen.

Abgeben möchte ich Tiere nur nach einem guten Gespräch. Mehr dazu unter Abgabe & Suche.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • MolluscaBase, Lissachatina fulica (Name und Einordnung)
  • CABI Invasive Species Compendium, Datenblatt Lissachatina fulica
  • IUCN Invasive Species Specialist Group, Liste der 100 problematischsten eingeschleppten Arten
  • WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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