Mario Sickert

Pflanzenporträt · Orchideengewächse

Orchidaceaespec.


Orchideen sind eine der größten Pflanzenfamilien überhaupt. Bei mir wachsen verschiedene, darunter Phalaenopsis, Dendrobium und kleine Epiphyten. Weil sie so unterschiedlich sind, beschreibt diese Seite die Familie und die Pflege am Beispiel der Phalaenopsis.

Im Bestand
verschiedene Orchideen
Trivialname
Orchideen
Zeichnung einer Phalaenopsis in einem durchsichtigen Topf mit Rindensubstrat, breiten dunkelgrünen Blättern, silbrigen Luftwurzeln und einem überhängenden Blütenstiel mit weiß-rosa Blüten
Illustration, KI-generiert · beispielhaft Phalaenopsis

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Orchidaceae spec., verschiedene Orchideen; Beispiele im Bestand: Phalaenopsis, Dendrobium und kleine Epiphyten
Familie
Orchideengewächse (Orchidaceae), etwa 28.000 Arten in rund 700 Gattungen
Verbreitung
auf allen Kontinenten außer der Antarktis, die größte Vielfalt in den Tropen
Wuchs
die Mehrheit sind Epiphyten, die auf Bäumen wachsen, ohne sie anzuzapfen; andere wachsen auf Fels oder am Boden
Blüten
drei Kelchblätter und drei Blütenblätter, von denen eines zur Lippe umgebildet ist; Staubblätter und Griffel bilden eine Säule
Samen
winzig und extrem zahlreich, bis über eine Million pro Kapsel; fast alle Orchideen brauchen zum Keimen Pilzpartner
Phalaenopsis
etwa 70 bis 100 Arten in Süd- und Südostasien bis Australien, Epiphyten mit dicken Wurzeln und zweizeilig angeordneten ledrigen Blättern
Dendrobium
je nach Quelle 1.600 bis über 1.800 Arten in Asien, Neuguinea und Australien, meist auf Bäumen oder Fels, oft mit stabförmigen Scheinknollen
Schutzstatus
fast alle Orchideen stehen bei CITES in Anhang II, einige wie Paphiopedilum in Anhang I

Erkennen

Warum die Familie so vielfältig ist

Orchideen machen etwa 6 bis 11 Prozent aller Samenpflanzen aus. Zur Zur beliebten Zimmerpflanze geworden ist vor allem die Phalaenopsis. Jedes Jahr werden mehrere tausend neue Hybriden registriert.

Die meisten Orchideen sind tropisch oder subtropisch und brauchen bei uns einen Platz im Haus oder im Terrarium, nur wenige, etwa Cypripedium und Dactylorhiza, wachsen in gemäßigten Gebieten im Freien. Wuchsform und Ansprüche unterscheiden sich von Gattung zu Gattung stark. Die Werte unten gelten deshalb für die Phalaenopsis und sind nur ein Anhaltspunkt für andere Orchideen.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht (Phalaenopsis)

20–25 °C
Temperatur
tagsüber; nachts nicht unter 16 bis 18 °C
50–70 %
Luftfeuchte
eine Quelle nennt bis 80 %
hell
Licht
ohne direkte Sonne, etwa 12.000 bis 20.000 Lux

Ein Fenster nach Osten oder Westen passt gut. Ein Temperaturabfall nachts um etwa vier Grad soll die Blüte anregen. Wikipedia nennt für die Blüte Tagestemperaturen unter 27 °C, über 29 °C wird sie gehemmt. Unter 18 °C kann zu viel Wasser Wurzelfäule auslösen. Die Luftfeuchte lässt sich mit kalkfreiem Sprühwasser oder einer Schale mit Wasser und Kieseln erhöhen.

Pflege

Wenig Wasser, viel Luft an den Wurzeln

Gießen: erst, wenn das Substrat leicht abgetrocknet ist. Empfohlen wird einmal pro Woche ein Tauchbad in weichem Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Im Winter weniger gießen.

Wurzeln: die Wurzeln sind dick und fleischig, oft grün und betreiben selbst Photosynthese. Sie wachsen in der Natur auf Bäumen und brauchen deshalb Substrat, in dem sie Luft bekommen, spezielles Orchideensubstrat statt normaler Erde.

Düngen: schwach dosierter Orchideendünger etwa alle zwei Wochen von Frühling bis Herbst, im Winter einmal im Monat.

Umtopfen: alle ein bis zwei Jahre nach der Blüte in frisches Orchideensubstrat. Matschige oder faule Wurzeln werden mit desinfizierter Schere entfernt, danach nicht sofort gießen, sondern nur sprühen.

Blüte: bei uns blüht die Phalaenopsis meist von November bis April, mehrere Wochen bis Monate lang. Nach der Blüte kann man den Stiel über dem dritten Knoten abschneiden, dann treibt oft ein neuer Blütentrieb.

Wichtig

Artenschutz und Giftigkeit

Fast alle Orchideen sind in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) gelistet, einige wenige Arten in Anhang I. Der internationale Handel mit Wildpflanzen ist deshalb genehmigungspflichtig, bei Anhang I ist der kommerzielle Handel mit Wildpflanzen verboten. Wer Orchideen kauft, tauscht oder abgibt, sollte auf legale Herkunft achten und bei seltenen Arten die Einstufung prüfen.

Die Phalaenopsis gilt nach einer Gartenseite als ungiftig. Zu den anderen Orchideen im Bestand habe ich keine geprüften Angaben gefunden. Allgemein kann der Verzehr von Pflanzenteilen bei Hunden und Katzen Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen, deshalb gehören sie vorsichtshalber außer Reichweite.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte beziehen sich auf die Phalaenopsis, für andere Orchideen gelten sie nur ungefähr. Sie sind Richtwerte aus Pflanzenlexika und Gartenseiten, dazu kommt eigene Pflege. Jede Wohnung ist anders, und die Pflanze zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.

  • Wikipedia, Eintrag Orchidaceae (Artenzahl, Verbreitung, Blütenbau, Samen, CITES, Kultur)
  • Wikipedia, Eintrag Phalaenopsis (Verbreitung, Wuchs, Licht, Luftfeuchte, Blüte)
  • Wikipedia, Eintrag Dendrobium (Artenzahl, Verbreitung, Wuchsform)
  • Gartenjournal, Phalaenopsis (Temperatur, Gießen, Düngen, Umtopfen, Blüte, Giftigkeit)

Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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