Artenporträt · Tausendfüßer
Spiroboluscaudulanus
Rauchig blaugrau, nach unten gelblich, mit roten Beinen: Der Thai Rainbow ist ein beliebter Tausendfüßer, dessen wissenschaftlicher Name bis heute nicht geklärt ist.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Spirobolus caudulanus Karsch, 1881. So führe ich die Tiere im Bestand. Andere Quellen schreiben Atopochetus caudulanus oder Tonkinbolus caudulanus
- Trivialname
- Thai Rainbow Millipede (Handelsname)
- Einordnung
- Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirobolida · Familie Pachybolidae; die Gattung gilt als ungeklärt
- Herkunft
- Südostasien; Händler nennen Thailand und Myanmar, die Gattung Tonkinbolus wird bei Wikipedia für Myanmar und Vietnam geführt
- Färbung
- nach Händlerangaben rauchig blaugrau, zur Unterseite gelblich, mit roten Beinen und roten Rändern der Körperringe
- Größe
- die Angaben schwanken: etwa 10 cm bei einem Händler, bis 130 mm bei einem anderen
- Lebenserwartung
- keine verlässliche Angabe: eine Händlerseite nennt zwei bis drei Jahre, eine andere sieben bis zehn
- Geschlechtsreife
- nach etwa 10 bis 12 Monaten, laut Händlerangabe
- Verteidigung
- kann bei Störung ein Wehrsekret absondern
- Schutzstatus
- bei meiner Recherche kein Eintrag gefunden
Einordnung
Ein Name, der nicht feststeht
Karsch beschrieb die Art 1881 als Spirobolus caudulanus. Später wurde sie in die Gattung Tonkinbolus gestellt. In einer Arbeit von Pimvichai und Kollegen von 2018 blieb sie dagegen ohne feste Gattung, weil ihre Beschreibung nur auf weiblichen Typusexemplaren beruht und man sie daher nicht sicher einer Gruppe zuordnen konnte. Händler und Hobbyseiten verwenden häufig den Namen Atopochetus caudulanus.
Dazu kommt, dass der Handelsname Thai Rainbow nicht eindeutig ist. Er wird auch für Atopochetus dollfusi verwendet, und in Foren werden Thai Rainbows oft als Apeuthes sp. geführt. Ob alle diese Tiere dieselbe Art sind, ist offen. Ich führe meine Tiere unter dem Namen der Erstbeschreibung, bis die Einordnung geklärt ist.
Klima
Warm und feucht, tief grabbar
Die Zahlen stammen von Händlern und Hobbyseiten, aus der Fachliteratur habe ich keine.
Einrichtung
Boden, in dem sich ein Tier ganz eingraben kann
Bodengrund: so tief, dass sich ein erwachsenes Tier vollständig eingraben kann, also etwas tiefer als seine Körperlänge. Zum Häuten graben sich die Tiere tief ein und bleiben nach Händlerangaben etwa eine Woche versteckt.
Ausstattung: Laub, morsches Holz und Moos. Bei mir gehört bei allen Tausendfüßern Sepia ins Becken.
Ausbruchsicher: Tausendfüßer drücken lockere Deckel auf, der Deckel muss deshalb fest sitzen.
Ernährung
Laub, Holz, Gemüse und etwas Eiweiß
Laut Händlerangaben gehören Falllaub, weißfaules Holz, Flechten und Moos dazu. Dazu kommen Gemüse und Obst wie Möhre, Gurke oder Kürbis sowie gelegentlich Fischflocken als Eiweiß und eine Kalkquelle.
Frischfutter, das nach ein bis zwei Tagen noch liegt, kommt heraus, bevor es schimmelt.
Verhalten
Ruhig, mit Wehrsekret
Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und werden als einfach zu halten beschrieben. Bei Störung können sie ein Sekret absondern. Nach dem Anfassen die Hände waschen und das Sekret nicht in Augen oder auf die Schleimhäute bringen. Bei bekannter Allergie sollte man sie gar nicht anfassen.
Nachzucht statt Wildfang
Wo es geht, sind Nachzuchten vorzuziehen: Sie schonen die Bestände in der Natur, und Wildfänge bringen oft kleine Milben mit. Was die Kürzel NZ und WF in Anzeigen bedeuten, steht in der Legende.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Seite stützt sich zum großen Teil auf Händler- und Hobbyangaben, weil es kaum Fachliteratur gibt. Die Werte sind Richtwerte.
- Wikipedia, Eintrag Tonkinbolus (Autor, Gattungszuordnung, Verbreitung der Gattung)
- Pimvichai, P. et al. (2018): Taxonomie südostasiatischer Pachybolidae, Invertebrate Systematics 32 (Stellung der Art ohne feste Gattung, nach der Auswertung bei Myriatrix)
- Händler- und Hobbyseiten zur Art, darunter Exuvium Isopods und Forum-Beiträge bei Arachnoboards (Größe, Klima, Futter, Namensverwirrung; nicht überprüft)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen mit der Art hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.