Artenporträt · Tausendfüßer
Epiboluspulchripes
Dunkler Körper, leuchtend rote Beine und bis zu 13 Zentimeter Länge: Der Rotbein-Tausendfüßer stammt aus Ostafrika und frisst vor allem Totholz und Laub.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Epibolus pulchripes (Gerstäcker, 1873)
- Früher
- Spirobolus pulchripes, so lautete die Erstbeschreibung; die Gattung Epibolus stammt von Cook, 1897
- Trivialname
- Rotbein-Tausendfüßer, im Handel auch Kenyan Giant Red-legged Millipede
- Einordnung
- Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirobolida · Familie Pachybolidae, Tribus Pachybolini
- Herkunft
- Ostafrika, vor allem Kenia und Tansania; eine Revision der Gruppe nennt ein Gebiet von Somalia bis Mosambik
- Lebensraum
- Grasland, Küstenwälder und Agrarflächen
- Größe
- bis etwa 13 cm laut Angabe eines Zoos; ein Halter berichtet von rund 7,5 cm bei Nachzuchten im Alter von knapp zwei Jahren
- Lebenserwartung
- etwa fünf bis sechs Jahre, ebenfalls nach Angabe eines Zoos
- Ernährung
- Totholz, Falllaub und Flechten
- Verteidigung
- sondert aus Drüsenöffnungen (Ozoporen) entlang des Körpers ein unangenehmes Sekret ab
- Schutzstatus
- von der IUCN nicht bewertet; laut Zoo ohne große Bedrohung, auch wenn Tiere für den Handel gefangen werden
Erkennen
Dunkler Körper, rote Beine
Der Name sagt es: Die Beine sind rot, der Körper ist dunkel. Wie bei allen Tausendfüßern trägt jeder Körperring zwei Beinpaare. Das unterscheidet sie von den flinken, räuberischen Hundertfüßern.
Für eine sichere Bestimmung sind Merkmale wie die umgebildeten Beine am Körper des Männchens (Gonopoden) nötig, die Farbe allein genügt nicht.
Klima
Warm, feucht, viel Laub
Zahlen aus der Fachliteratur gibt es dafür nicht. Der Halter, auf den ich mich stütze, hält seine Kolonien bei etwa 24 °C. Sie überstanden bei einem Stromausfall rund zwei Tage bei etwa 18 °C und einen Anstieg auf etwa 29 °C ohne Verluste. Er hält die Art feuchter als seine Flammbein-Tausendfüßer, mit einer tiefen, lockeren Laubschicht. Das ist eine Einzelerfahrung und kein geprüfter Wert.
Einrichtung
Laubschicht und morsches Holz
Becken: Der Halter nutzt große bis sehr große Behälter.
Bodengrund: eine lockere Schicht aus verrottendem Hartholzlaub, etwa 8 bis 10 cm hoch, dazu Totholz und Äste. Er mischt Kot der Tiere und Espenspäne unter.
Immer vorhanden: eine Kalkquelle. Bei mir gehört bei allen Tausendfüßern Sepia ins Becken.
Ausbruchsicher: Tausendfüßer drücken lockere Deckel auf, der Deckel muss deshalb fest sitzen.
Ernährung
Laub, Holz, ein wenig Beifutter
In der Natur fressen sie Totholz, Falllaub und Flechten. Der Halter beobachtete, dass Jungtiere verrottendes Laub bis auf Stiel und Hauptader abfraßen und vermutlich auch feuchte, zersetzte Espenspäne. Kleine Jungtiere ignorierten trockenes Hundefutter, größere von etwa 6 cm fraßen es. Karotten mochten sie weniger als seine anderen Tausendfüßer.
Frischfutter, das nach ein bis zwei Tagen noch liegt, kommt heraus, bevor es schimmelt.
Fortpflanzung
Nachzucht ist möglich
Die Art wird nachgezogen, der Halter hat bereits die zweite Generation. Genaue Zahlen zu Gelegegröße oder Entwicklungszeit habe ich nicht gefunden. Wie bei anderen Tausendfüßern sind Geduld und ein Boden, der nie austrocknet, wichtig.
Nachzucht statt Wildfang
Wo es geht, sind Nachzuchten vorzuziehen: Sie schonen die Bestände in der Natur, und Wildfänge bringen oft kleine Milben mit. Was die Kürzel NZ und WF in Anzeigen bedeuten, steht in der Legende.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.
- East African giant millipedes of the tribe Pachybolini (Diplopoda, Spirobolida, Pachybolidae), Zootaxa 2753 (2011) (Einordnung, Verbreitung)
- Marwell Zoo, Artenseite Red-legged millipede (Größe, Lebenserwartung, Lebensraum, Ernährung, Schutzstatus)
- Haltererfahrungen im Forum Arachnoboards, Thread zu Epibolus pulchripes (Einzelberichte eines Halters, nicht überprüft)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen mit der Art hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.