Artenporträt · Tausendfüßer
Centrobolussplendidus
Glänzend rot und schwarz, friedlich und ständig beschäftigt: Diese kleinen Tausendfüßer aus dem südöstlichen Afrika gehören zu den schönsten im Hobby. Bei mir leben sie in einer großen Gruppe, die sich so gut vermehrt, dass ich regelmäßig Nachzuchten abgebe.
Nachzuchten abzugeben
Aus meiner Gruppe gebe ich regelmäßig Nachzuchten ab, gegen einen fairen Betrag oder im Tausch. Was sie brauchen, steht hier im Porträt. Was gerade verfügbar ist und wie Versand und Übergabe laufen, findest du unter Abgabe & Suche.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Centrobolus splendidus, im Hobby mit dem Zusatz „Mosambik“
- Englisch
- Mozambique Fire Millipede
- Einordnung
- Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirobolida · Familie Pachybolidae
- Herkunft
- südöstliches Afrika; wissenschaftlich belegt von der Küste Mosambiks bei Xai-Xai
- Gattung
- über 30 Arten, die „Roten Tausendfüßer“ aus dem Südosten Südafrikas und aus Mosambik
- Größe
- meist 5–7 cm lang
- Lebensweise
- in Laub, Boden und morschem Holz, vor allem nachts und bei Feuchtigkeit aktiv
- Haltung
- in der Gruppe
- Verteidigung
- rollt sich ein und kann ein Wehrsekret absondern; beißt nicht
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Rot als Warnung
Der Körper glänzt in kräftigem Rot mit schwarzen Bändern, die Beine sind rot. Diese auffällige Färbung ist kein Zufall: Sie warnt Fressfeinde, dass das Tier ein unangenehm schmeckendes Wehrsekret besitzt.
Ehrlich dazu gehört: Wissenschaftlich ist die Art nur aus sehr wenigen Funden bekannt. Ob alle Tiere, die im Hobby unter diesem Namen gehalten werden, wirklich dazugehören, ist nicht abschließend geklärt. Manche Händler führen sie deshalb als Centrobolus sp. „Mozambique“.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Wichtiger als ein genauer Wert ist ein Boden, der in der Tiefe nie austrocknet, und gute Belüftung, damit sich über dem feuchten Grund keine stehende Luft bildet.
Jahreslauf
Keine Winterruhe, viel im Verborgenen
Eine Winterruhe gibt es nicht. Vieles spielt sich im Boden ab: Dort häuten sich die Tiere in kleinen Kammern, und dort wachsen auch die Jungtiere heran. Deshalb wird nicht ohne Grund gegraben.
Beim Bodenwechsel: Den alten Bodengrund nicht einfach wegwerfen, sondern vorsichtig durchsieben. Darin stecken fast immer Jungtiere und Eier.
Einrichtung
Der Boden ist alles
Bodengrund: tief und laubreich. Tausendfüßer fressen ihn, häuten sich darin und legen dort ihre Eier ab. Ich nehme meine Grundmischung und gebe mehr Kalk, mehr weißfaules Holz, eine Extraportion Buchenhack und hin und wieder etwas Eiweiß dazu.
Ausstattung: Korkrinde, Falllaub und größere Stücke morsches Holz, in das sie sich regelrecht hineinfressen. Ein paar Äste zum Klettern werden ebenfalls gern genutzt.
Becken: Grundfläche und Bodentiefe gehen vor Höhe. Gut verschlossen und gut belüftet.
Ernährung
Laub, Holz und ein bisschen Gemüse
- Immer
- zersetztes Laub, weißfaules Holz und eine Kalkquelle
- Regelmäßig
- Gemüse wie Gurke, dazu gern Pilze
- Gelegentlich
- eine kleine Portion Eiweiß
Frischfutter, das nach ein bis zwei Tagen noch liegt, kommt heraus, bevor es schimmelt. In einer großen Gruppe bleibt allerdings selten etwas übrig.
Verhalten & Fortpflanzung
Gesellig und erstaunlich gute Kletterer
Die Tiere sind vollkommen friedlich und fühlen sich in der Gruppe am wohlsten. Obwohl sie meist im Boden stecken, klettern sie erstaunlich geschickt. Bei guten Bedingungen vermehren sie sich zuverlässig: Die Eier landen im Bodengrund, die Jungtiere wachsen dort verborgen heran.
Bei mir: In bioaktiven Becken helfen kleine Tausendfüßer wie diese beim Umarbeiten von Laub und Holz. Zu Vogelspinnen setze ich sie aber nicht. Mehr dazu unter Bodenleben.
Wer ein Tier aufnimmt, hält es ruhig auf der flachen Hand und wäscht sich danach die Hände. Das Wehrsekret kann die Haut bräunlich verfärben und reizen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen, auf Erfahrungen aus der Terraristik sowie auf eigene Haltung und Nachzucht.
- Mailula, R. P. (2021): Taxonomic revision and Red List assessment of the „red millipede“ genus Centrobolus (Spirobolida: Pachybolidae) of South Africa, zusammengefasst im Journal „Millipedes of southern Africa“ bei iNaturalist
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.