Pflanzenporträt · Aronstabgewächse
Alocasia 'Dragon Scale' Mint
Dicke, gewölbte Blätter, die wie ein Schuppenpanzer wirken, dazu eine zarte Sprenkelung in Mintgrün und Creme: Die 'Dragon Scale' in der Mint-Form ist eine der auffälligsten kleinen Alocasien. Bei mir ist sie als Jungpflanze eingezogen, mit wenigen Blättern, die sich alle unterschiedlich zeichnen.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Alocasia 'Dragon Scale' Mint
- Einordnung
- Zuchtform (Kultivar) mit Panaschierung, keine eigene Art
- Familie
- Aronstabgewächse (Araceae)
- Stammart
- Alocasia baginda, wächst wild auf Borneo
- Handelsname
- oft als „Dragon Scale Mint Variegata“ angeboten
- Größe
- bleibt kompakt, meist 30–50 cm
- Wachstum
- langsam, ein neues Blatt etwa alle sechs bis zehn Wochen
- Giftigkeit
- giftig, enthält Calciumoxalat
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Schuppen und Sprenkel
Die Blätter sind breit und herzförmig bis schildförmig, auffallend dick und fast ledrig. Die Oberfläche ist gewölbt, die Adern liegen eingesenkt dunkelgrün dazwischen. So entsteht der Eindruck von Drachenschuppen, daher der Name.
Die Mint-Form hat zusätzlich unregelmäßige Sprenkel in hellem Mintgrün und Creme auf dunklem Grund. Die Verteilung ist reiner Zufall: Ein Blatt ist fast durchgehend gesprenkelt, das nächste kaum, manche zeigen große helle Flächen. Auf meinem Foto ist das schön zu sehen, jedes der drei Blätter sieht anders aus.
Name
Stimmt der Name?
Die saubere Schreibweise lautet Alocasia baginda 'Dragon Scale'. Es ist eine Sorte der Art Alocasia baginda, keine Kreuzung. Der Zusatz „Mint“ oder „Mint Variegata“ ist ein Handelsname für die gesprenkelte, helle Form. Das ist kein festgelegter Sortenname, jeder Anbieter nutzt ihn ein bisschen anders.
Nach meinem Foto passt die Beschreibung gut: breite, dicke Blätter mit mintgrüner und cremefarbener Sprenkelung. Ob es wirklich die echte 'Dragon Scale' ist, lässt sich allein an einem Bild aber nicht sicher sagen, denn auch ähnliche baginda-Sorten wie 'Silver Dragon' sehen sich sehr ähnlich. Die Schuppenstruktur zeigt sich außerdem erst bei größeren Blättern richtig. Ich führe sie deshalb als „Dragon Scale“ Mint und passe die Seite an, sobald mehr Blätter da sind.
Standort
Temperatur, Feuchte, Licht
Ein heller Platz an einem Ost- oder Westfenster passt gut, ebenso eine Pflanzenlampe. Weil die hellen Sprenkel wenig Blattgrün enthalten, verbrennen sie in der Sonne schneller als rein grüne Blätter. Zu wenig Licht dagegen lässt die helle Zeichnung verblassen und die Blätter dunkler werden.
Pflege
Feucht, aber niemals nass
Substrat: grob und luftig, zum Beispiel mit Pinienrinde, Bims oder Perlit und etwas Sphagnum. Die Wurzeln brauchen Luft. Normale Blumenerde verdichtet schnell und hält zu viel Wasser.
Gießen: gleichmäßig leicht feucht halten, wie ein gut ausgedrückter Schwamm. Die oberen zwei, drei Zentimeter dürfen zwischendurch antrocknen. Staunässe lässt das Rhizom innerhalb weniger Tage faulen, das ist der häufigste Grund, warum Alocasien eingehen. Weiches Wasser wie Regenwasser ist ideal.
Düngen: Alocasien sind Starkzehrer und brauchen das ganze Jahr ihren Dünger, auch im Winter. Ich dünge etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis.
Rhizom und Vermehren: Das Rhizom ist der Nährstoffspeicher der Pflanze. Beim Umtopfen lassen sich kleine Rhizome absammeln, aus ihnen wachsen neue Pflanzen. Im Handel stammen die meisten Pflanzen aus Gewebekultur im Labor (TC). Solche TC-Pflanzen haben zu Beginn noch kein Rhizom, es bildet sich erst mit dem Wachstum. Aus Samen kommt keine gleiche Pflanze, denn Sorte und Sprenkelung lassen sich nur durch Teilen oder aus dem Labor erhalten.
Besonderheit: Die dicken Blätter speichern viel Wasser. Sie wirkt deshalb robuster, reagiert aber auf nasses Substrat besonders empfindlich. Lieber etwas zu wenig als zu viel gießen.
Jahreslauf
Wenn die Blätter fallen
Im Winter wächst sie etwas langsamer und braucht weniger Wasser, gedüngt wird aber weiter.
Ein älteres Blatt darf nach und nach gelb werden und abfallen. Verliert sie dagegen alle Blätter, stimmt etwas nicht, auch im Winter. Dann prüfe ich der Reihe nach das Rhizom (fest und hell oder weich und faulig), die Wassergaben, die Temperatur (nicht unter 15 °C, keine Zugluft), das Licht, den Dünger und die Blattunterseiten auf Schädlinge.
Staunässe ist die häufigste Ursache. Faule Stellen am Rhizom werden großzügig weggeschnitten, dann lässt man es abtrocknen und setzt es in frisches, luftiges Substrat. Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern, ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.
Im Becken
Mitbewohner
In einem hohen, feuchtwarmen Tropenterrarium kann sie gut stehen, denn Temperatur und Luftfeuchte passen dort ohnehin. Frösche oder Geckos lassen sie in Ruhe. Mit ihren großen Blättern beschattet sie allerdings kleinere Bodendecker darunter.
Tiere, die Pflanzen fressen, gehören nicht dazu. Schnecken, Asseln oder Tausendfüßer können sich an ihr vergreifen, und für sie ist die Pflanze giftig.
Gut zu wissen
Ein Name, viele Pflanzen
Unter „Dragon Scale“ und „Mint“ werden im Handel recht unterschiedliche Pflanzen angeboten, und die gesprenkelte Zeichnung ist nicht bei jeder Pflanze gleich stabil. Entsteht ein Blatt ganz ohne Sprenkel, ist das bei dieser Art von Panaschierung normal. Ich lasse die Pflanze dann einfach weiterwachsen und beobachte die nächsten Blätter.
Giftig: Wie alle Alocasien enthält sie Calciumoxalat. Der Pflanzensaft reizt Haut und Schleimhäute. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren halten und nach dem Umtopfen die Hände waschen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Angaben beruhen auf Beschreibungen von Pflanzenfachseiten zu Alocasia baginda und ihren Sorten, auf allgemein belegten Alocasien-Grundlagen und auf eigener Pflege. Zur Mint-Form gibt es wenig geprüfte Literatur, deshalb sind Größe und Wachstum Richtwerte. Jede Pflanze ist ein bisschen anders und zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.