Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Aphonopelmachalcodes


Sandfarben wie der Wüstenboden Arizonas: Die Arizona-Blond-Vogelspinne lebt in Röhren, wächst sehr langsam und kann als Weibchen weit über 20 Jahre alt werden. Ein ruhiges Tier für Halter, die Geduld haben.

Im Bestand
ein Tier
Name
Sonora
Kennung
26.KF.0.0.1.BNS.039
Zeichnung einer Aphonopelma chalcodes von der Seite: heller sandfarbener Vorderkörper, braune Beine mit hellen Gelenken, brauner Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Aphonopelma chalcodes

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Aphonopelma chalcodes Chamberlin, 1940
Erstbeschreibung
in der Gattung Aphonopelma
Synonyme
A. apacheum Chamberlin, 1940 sowie A. minchi, A. rothi, A. schmidti und A. stahnkei (alle Smith, 1995); eingezogen durch Hamilton, Hendrixson & Bond 2016
Trivialname
Arizona Blonde, Desert Blonde; „Arizona-Blond-Vogelspinne“ ist die deutsche Übersetzung
Familie
Theraphosidae
Herkunft
Süden Arizonas südlich des Grand Canyon bis Südwest-New-Mexico, wahrscheinlich auch Nordsonora in Mexiko; Kalifornien wird teils genannt, ist aber unbestätigt
Lebensweise
bodenbewohnend, nachtaktiv, lebt in selbst gegrabenen Röhren, unter Steinen oder in Nagerbauten
Endgröße
Beinspannweite etwa 10 bis 15 cm, die Quellen weichen stark ab
Wachstum
sehr langsam; Weibchen reifen nach etwa 8 bis 12 Jahren, Männchen nach 5 bis 10 Jahren
Lebenserwartung
Weibchen 20 bis 30 Jahre, in Obhut bis etwa 25; reife Männchen leben nur noch Monate
Verteidigung
Brennhaare auf dem Hinterleib, werden mit den Hinterbeinen abgestreift; der Biss gilt als etwa so schmerzhaft wie ein Bienenstich
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Blond und braun

Weibchen sind einheitlich sandfarben bis blond. Männchen haben schwarze Beine, einen kupferfarbenen Vorderkörper und einen rötlichen Hinterleib. Frisch gehäutete Tiere wirken dunkler und gewinnen die helle Farbe erst nach und nach.

Ohne Fundort ist die Bestimmung bei Aphonopelma schwierig, denn in einer Region leben mehrere sehr ähnliche Arten nebeneinander. Ein Fehler in Datenbanken: GBIF führt die Art noch unter den Aviculariidae.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

22 bis 27 °C
Temperatur
Quellen nennen 21 bis 29 °C, Zimmertemperatur genügt
40 bis 60 %
Luftfeuchte
Boden überwiegend trocken
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Zahlen zur Luftfeuchte sind selten, eine Quelle nennt 50 bis 65 %. Alle sind sich einig, dass der Bodengrund überwiegend trocken bleibt und nur der Wassernapf Feuchte liefert. Im Freiland reichen die Temperaturen vom Hochsommer um 29 °C bis zu Wintern, in denen es bis etwa 11 °C kühl wird.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

In der kühleren Jahreszeit ziehen sich die Tiere in die Röhre zurück und fasten. Ob im Terrarium eine aktive Winterkühlung nötig ist, ist offen, die Quellenlage besteht nur aus Halterbeobachtungen.

Wanderzeit: Reife Männchen verlassen im Sommer und Herbst ihre Röhre und suchen Weibchen. Die genauen Monate unterscheiden sich je nach Quelle, von Juli bis Oktober, mit einem Schwerpunkt im Herbst.

Einrichtung

Flach, trocken, fest

Becken: flach und eher lang. Für Erwachsene wird etwa 35 × 20 cm genannt, großzügiger ist besser. Nicht hoch bauen: Obwohl sie meist am Boden bleibt, kann sie klettern und abstürzen.

Bodengrund: trocken, 10 bis 15 cm, fest angedrückt, zum Beispiel Sand mit Erde und Lehm. So kann sie ihre Röhre graben, ohne dass sie einstürzt.

Ausstattung: ein Stück Rinde oder Kork als Startpunkt für die Röhre und eine Wasserschale, die dauerhaft gefüllt bleibt.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Grillen, Heimchen und Schaben. Lange Hungerphasen gelten als normal.

Jungtiere
zweimal pro Woche bis alle 7 bis 10 Tage
Halbwüchsig
alle 7 bis 14 Tage
Erwachsen
alle 10 Tage bis 3 Wochen

Verweigert sie das Futter, ist meist die Jahreszeit oder die Häutung schuld.

Verhalten

Ruhig und zurückgezogen

Die meisten Tiere sind ruhig, Jungtiere nervöser. Einzelne Halter berichten von scheuen oder haarschleudernden Exemplaren. Außerhalb der Wanderzeit bleibt sie nahe der Röhre. Zum Handhaben wird nicht geraten.

Die Brennhaare sitzen auf dem Hinterleib und werden mit den Hinterbeinen abgestreift, den Haartyp habe ich nicht belegt gefunden.

Gut zu wissen

Aus 55 Namen wurden 29 Arten

Hamilton, Hendrixson und Bond haben 2016 die Aphonopelma der USA überarbeitet. Aus 55 nominellen Arten wurden 29. Aphonopelma chalcodes ist demnach die häufigste Art Arizonas.

Ein Kokon enthält im Mittel etwa 600, im Höchstfall bis zu 1000 Eier, die Jungen schlüpfen nach 6 bis 7 Wochen. Weibchen werden nach Angaben der Animal Diversity Web in Obhut bis etwa 25 Jahre alt.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

Passt diese Art zu deinem Zimmer? Im Klima-Check prüfen · Wie viel Bodengrund? Substrat-Rechner

Alle Artenporträts   Zur Bestandsliste