Artenporträt · Vogelspinnen
Aphonopelmachalcodes
Sandfarben wie der Wüstenboden Arizonas: Die Arizona-Blond-Vogelspinne lebt in Röhren, wächst sehr langsam und kann als Weibchen weit über 20 Jahre alt werden. Ein ruhiges Tier für Halter, die Geduld haben.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Aphonopelma chalcodes Chamberlin, 1940
- Erstbeschreibung
- in der Gattung Aphonopelma
- Synonyme
- A. apacheum Chamberlin, 1940 sowie A. minchi, A. rothi, A. schmidti und A. stahnkei (alle Smith, 1995); eingezogen durch Hamilton, Hendrixson & Bond 2016
- Trivialname
- Arizona Blonde, Desert Blonde; „Arizona-Blond-Vogelspinne“ ist die deutsche Übersetzung
- Familie
- Theraphosidae
- Herkunft
- Süden Arizonas südlich des Grand Canyon bis Südwest-New-Mexico, wahrscheinlich auch Nordsonora in Mexiko; Kalifornien wird teils genannt, ist aber unbestätigt
- Lebensweise
- bodenbewohnend, nachtaktiv, lebt in selbst gegrabenen Röhren, unter Steinen oder in Nagerbauten
- Endgröße
- Beinspannweite etwa 10 bis 15 cm, die Quellen weichen stark ab
- Wachstum
- sehr langsam; Weibchen reifen nach etwa 8 bis 12 Jahren, Männchen nach 5 bis 10 Jahren
- Lebenserwartung
- Weibchen 20 bis 30 Jahre, in Obhut bis etwa 25; reife Männchen leben nur noch Monate
- Verteidigung
- Brennhaare auf dem Hinterleib, werden mit den Hinterbeinen abgestreift; der Biss gilt als etwa so schmerzhaft wie ein Bienenstich
- Schutzstatus
- nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen
Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.
Erkennen
Blond und braun
Weibchen sind einheitlich sandfarben bis blond. Männchen haben schwarze Beine, einen kupferfarbenen Vorderkörper und einen rötlichen Hinterleib. Frisch gehäutete Tiere wirken dunkler und gewinnen die helle Farbe erst nach und nach.
Ohne Fundort ist die Bestimmung bei Aphonopelma schwierig, denn in einer Region leben mehrere sehr ähnliche Arten nebeneinander. Ein Fehler in Datenbanken: GBIF führt die Art noch unter den Aviculariidae.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Zahlen zur Luftfeuchte sind selten, eine Quelle nennt 50 bis 65 %. Alle sind sich einig, dass der Bodengrund überwiegend trocken bleibt und nur der Wassernapf Feuchte liefert. Im Freiland reichen die Temperaturen vom Hochsommer um 29 °C bis zu Wintern, in denen es bis etwa 11 °C kühl wird.
Jahreslauf
Saisonale Veränderungen
In der kühleren Jahreszeit ziehen sich die Tiere in die Röhre zurück und fasten. Ob im Terrarium eine aktive Winterkühlung nötig ist, ist offen, die Quellenlage besteht nur aus Halterbeobachtungen.
Wanderzeit: Reife Männchen verlassen im Sommer und Herbst ihre Röhre und suchen Weibchen. Die genauen Monate unterscheiden sich je nach Quelle, von Juli bis Oktober, mit einem Schwerpunkt im Herbst.
Einrichtung
Flach, trocken, fest
Becken: flach und eher lang. Für Erwachsene wird etwa 35 × 20 cm genannt, großzügiger ist besser. Nicht hoch bauen: Obwohl sie meist am Boden bleibt, kann sie klettern und abstürzen.
Bodengrund: trocken, 10 bis 15 cm, fest angedrückt, zum Beispiel Sand mit Erde und Lehm. So kann sie ihre Röhre graben, ohne dass sie einstürzt.
Ausstattung: ein Stück Rinde oder Kork als Startpunkt für die Röhre und eine Wasserschale, die dauerhaft gefüllt bleibt.
Ernährung
Futtertiere und Rhythmus
Futtertiere: Grillen, Heimchen und Schaben. Lange Hungerphasen gelten als normal.
- Jungtiere
- zweimal pro Woche bis alle 7 bis 10 Tage
- Halbwüchsig
- alle 7 bis 14 Tage
- Erwachsen
- alle 10 Tage bis 3 Wochen
Verweigert sie das Futter, ist meist die Jahreszeit oder die Häutung schuld.
Verhalten
Ruhig und zurückgezogen
Die meisten Tiere sind ruhig, Jungtiere nervöser. Einzelne Halter berichten von scheuen oder haarschleudernden Exemplaren. Außerhalb der Wanderzeit bleibt sie nahe der Röhre. Zum Handhaben wird nicht geraten.
Die Brennhaare sitzen auf dem Hinterleib und werden mit den Hinterbeinen abgestreift, den Haartyp habe ich nicht belegt gefunden.
Gut zu wissen
Aus 55 Namen wurden 29 Arten
Hamilton, Hendrixson und Bond haben 2016 die Aphonopelma der USA überarbeitet. Aus 55 nominellen Arten wurden 29. Aphonopelma chalcodes ist demnach die häufigste Art Arizonas.
Ein Kokon enthält im Mittel etwa 600, im Höchstfall bis zu 1000 Eier, die Jungen schlüpfen nach 6 bis 7 Wochen. Weibchen werden nach Angaben der Animal Diversity Web in Obhut bis etwa 25 Jahre alt.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.
- World Spider Catalog, Natural History Museum Bern, Eintrag Aphonopelma chalcodes
- Hamilton, C. A., Hendrixson, B. E. & Bond, J. E. (2016): Taxonomic revision of the tarantula genus Aphonopelma in the USA, ZooKeys 560, pensoft.net
- Animal Diversity Web: Aphonopelma chalcodes
- Arizona-Sonora Desert Museum: Tarantula
- species-id.net: Aphonopelma chalcodes
- The Tarantula Collective: Pflegeblatt
- Tom's Big Spiders: Haltungsnotizen
- The Bio Dude: Pflegeblatt
- CITES-Anhänge und WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.
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