Artenporträt · Asseln
Ardentiellaspec.
Rundlich, glänzend und kräftig gefärbt: Diese Asseln aus Südostasien gehören zu den auffälligsten Vertretern im Hobby. Bei mir leben drei Formen, „Aurora“, „Tricolour“ und „Scarlett“, die alle gleich gepflegt werden.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Ardentiella spec. („Art nicht näher bestimmt“) in den Handelsformen „Aurora“, „Tricolour“ und „Scarlett“
- Frühere Bezeichnung
- im Hobby lange als Merulanella geführt; die Tiere gehören inzwischen zur neu gefassten Gattung Ardentiella
- Einordnung
- Asseln (Isopoda) · Familie Armadillidae
- Herkunft
- Südostasien; „Tricolour“ wird mit Vietnam angegeben
- Größe
- bis etwa 2 cm
- Haltung
- mittelschwer, bei Nachzuchten machbar, nicht für den allerersten Einstieg
- Besonderheit
- klettert gut, deshalb ausbruchsicher halten
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Bunte Panzer, unklare Namen
Die Formen sind für ihre kräftigen Farben bekannt. „Tricolour“ trägt dunkle, blaugraue Segmente mit gelben Feldern und einem roten bis rosafarbenen ersten Schild. „Aurora“ ist durchscheinend, blass graulila, mit roten Bändern an den Seiten der Segmente, dünnen gelben Linien zwischen den Segmenten und orangegelben Flecken am unteren Rand. „Scarlett“ ist tiefrot mit gelben Halbmonden auf den Segmenträndern. Das ist meine eigene Beobachtung an den Tieren, denn zu Aurora und Scarlett als Handelsnamen habe ich keine verlässliche Beschreibung gefunden. Die Zeichnungen sind KI-generiert und nur eine Annäherung.
Auch zur Art selbst gibt es keine Klarheit: Von der Gattung sind bisher nur zwei Arten wissenschaftlich beschrieben, viele weitere warten auf eine Beschreibung. Ob „Aurora“, „Tricolour“ und „Scarlett“ eigene Arten oder Farbformen sind, ist deshalb offen, und deshalb steht hier „spec.“.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Die Werte stammen von der gut dokumentierten Form „Tricolour“. Für „Aurora“ und „Scarlett“ halte ich sie sinngemäß genauso, bis ich eigene Erfahrung mit ihnen habe.
Einrichtung & Futter
Feucht, geschichtet und ausbruchsicher
Bodengrund: feuchter als bei den meisten Rollasseln, ähnlich wie bei Cubaris, aber nie nass. Eine Schichtung aus Laub, Moos, Ästchen mit Flechten und darüber Korkrinde oder Rinde bietet Verstecke und Futter. Der Boden darf nie ganz austrocknen.
Futter: Laub und weißfaules Holz als Grundlage, dazu Obst und Gemüse, Waldmoos und Flechten, etwas Eiweiß wie Fischflocken oder Gammarus und immer Sepia als Kalkquelle.
Ausbruch: Die Tiere klettern gut, auch Jungtiere kommen an Kunststoffwänden hoch. Der Deckel muss dicht schließen, die Belüftung aus feinem Gitter bestehen.
Vermehrung & Vorsicht
Langsam wachsend, bei Nachzuchten fruchtbar
Nachzuchten vermehren sich ordentlich, wachsen aber eher langsam bis normal. Wildfänge gelten dagegen als schwierig zu halten und zu vermehren, deshalb ist die Herkunft aus Nachzucht wichtig.
Häutung: in zwei Hälften, erst hinten, dann vorn. Mehr dazu unter Häutung verstehen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Angaben zur Gattung stammen aus Nachschlagewerken, die Haltungswerte aus Hobby- und Händlerangaben zur Form „Tricolour“. Für „Aurora“ und „Scarlett“ fand ich keine eigenen Angaben, die Zeichnung deutet die Farben nur an.
- Wikipedia (englisch): Ardentiella (Gattung, Arten, Verbreitung)
- Überblick zur Neufassung der Gattung: Exuvium
- Haltungsangaben „Tricolour“: Exuvium
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.
Zur Inspiration: Wie eine Asselbox im Grundsatz aufgebaut sein kann, zeigt Asselbox einrichten. Stark vereinfacht, die Werte für diese Art stehen hier im Porträt.