Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Bumbacabocla


Ein kupferroter Kopf auf dunklem Körper: Die kleine Rotkopf-Vogelspinne aus dem Amazonasgebiet ist eine eifrige Gräberin. Kaum eine Art hat so oft den Namen gewechselt. Bei mir wachsen gleich sechs Tiere heran.

Im Bestand
sechs Tiere
Namen
Amazonia, Bossa, Juma, Tupi, Xingu, Capoeira
Kennungen
26.KF.0.0.1.UNF.053 bis 058
Zeichnung einer Bumba cabocla mit kupferrotem Vorderkörper, rötlichen Beinen und dunklem Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Bumba cabocla

Kurzdaten

Steckbrief

Name im Hobby
Bumba cabocla (Pérez-Miles, 2000)
Gültiger Name
Bumba horrida (Schmidt, 1994), seit 2020 gelten beide als dieselbe Art
Früher
als Iracema cabocla und Maraca cabocla
Trivialname
Brasilianische Rotkopf-Vogelspinne
Einordnung
Vogelspinnen (Theraphosidae) · Theraphosinae
Herkunft
Norden Südamerikas, vor allem das brasilianische Amazonasgebiet
Lebensweise
Bodenbewohner, gräbt gern und ausgiebig
Größe
Körper etwa 4–5 cm, Spannweite um 12 cm
Lebenserwartung
Weibchen etwa 12–15 Jahre, Männchen etwa 3–4 Jahre
Schutzstatus
kein Schutzstatus, frei zu halten

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Namen

Ein Name mit Geschichte

Beschrieben wurde die Art im Jahr 2000 als Iracema cabocla. Später hieß sie Maraca cabocla, dann Bumba cabocla. 2020 zeigten Lucas, Passanha und Brescovit, dass sie mit der schon 1994 beschriebenen Bumba horrida übereinstimmt. Nach den Regeln gilt der ältere Name.

Im Handel und auf Börsen läuft sie trotzdem fast immer noch als cabocla. Deshalb steht sie bei mir unter diesem Namen, mit dem gültigen Namen als Hinweis.

Erkennen

Kupfer und Schwarz

Der Vorderkörper leuchtet rostrot bis kupferorange, die Beine sind rötlich bis dunkel, der Hinterleib dunkel. Die Art bleibt klein und wirkt eher zierlich.

Klima

Tropisch, aber nicht nass

24–28 °C
Temperatur
nachts 20–22 °C
70–80 %
Luftfeuchte
Boden nicht nass
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Hohe Luftfeuchte heißt hier nicht sumpfiger Boden. Bewährt hat sich, den Wassernapf beim Auffüllen auf einer Seite etwas überlaufen zu lassen. So bleibt dort eine feuchte Stelle, während der Rest abtrocknen darf.

Einrichtung

Platz zum Graben

Becken: für ein erwachsenes Tier genügt etwa 30 × 30 × 30 cm.

Bodengrund: 10 bis 15 cm grabfähiger Bodengrund, den ich extra anmische, angelehnt an die Waldböden ihrer Heimat und fest genug, damit ihre Gänge halten. Mehr dazu unter Bodenleben.

Ausstattung: eine schräg eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für eigene Gänge und ein flacher Wassernapf.

Ernährung

Futter nach Größe

Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder kleine Schaben, passend zur Größe der Spinne. Erwachsene Tiere bekommen etwa alle zwei Wochen etwas.

Verhalten

Scheu und schnell

Jungtiere graben sich oft monatelang komplett ein. Dann gilt: nicht nachgraben. Die Spinne kommt nach der Häutung von selbst wieder hervor.

Auch erwachsene Tiere verschwinden bei Störung blitzschnell in ihrer Röhre. Beißen ist die große Ausnahme. Wie die meisten amerikanischen Vogelspinnen trägt sie Brennhaare am Hinterleib. Einzelhaltung ist Pflicht.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • World Spider Catalog, Bumba horrida (Schmidt, 1994)
  • Lucas, S. M., Passanha, V. & Brescovit, A. D. (2020): New combination and redescription of Bumba humile, description of four new species and new records from Brazil, Zoologia 37

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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