Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Brachypelmahamorii


Schwarzer Samt und leuchtend orangerote Knie: Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne ist wohl die bekannteste Vogelspinne der Welt. Jahrzehntelang lief sie im Hobby unter dem falschen Namen Brachypelma smithi. Bei mir leben gleich vier Tiere dieser Art.

Im Bestand
Citlali, Chilli, Tequila, Pepita
Schutz
CITES II
Zeichnung einer Brachypelma hamorii mit schwarzen Beinen, orangeroten Knien und hellem Rand am Vorderkörper
Illustration, KI-generiert · Brachypelma hamorii

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Brachypelma hamorii Tesmoingt, Cleton & Verdez, 1997
Früher im Hobby
als Brachypelma smithi; die Verwechslung klärten Mendoza und Francke 2017
Trivialname
Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
Einordnung
Vogelspinnen (Theraphosidae) · Theraphosinae
Herkunft
Pazifikseite Mexikos, etwa in Colima, Jalisco und Michoacán
Lebensweise
Bodenbewohner, gräbt eigene Wohnröhren
Größe
Körper der Weibchen etwa 6–7 cm
Lebenserwartung
Weibchen oft über 20 Jahre, Männchen deutlich kürzer
Schutzstatus
CITES II EU-Anhang B · Herkunftsnachweis erforderlich

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Die berühmten roten Knie

Beine und Hinterleib sind samtschwarz, die Knie und Teile der Unterschenkel leuchten orange bis rot. Der Vorderkörper ist schwarz mit einem breiten, hellen Rand.

Die echte Brachypelma smithi sieht sehr ähnlich aus. Viele Tiere, die über Jahrzehnte unter diesem Namen gehalten und gezüchtet wurden, waren in Wahrheit B. hamorii. Sicher unterscheiden lassen sich die beiden vor allem an den Geschlechtsorganen.

Klima

Warm und eher trocken

24–28 °C
Temperatur
nachts Zimmertemperatur
55–65 %
Luftfeuchte
trocken halten, eine Ecke leicht feucht
Tageslicht
Licht
keine direkte Sonne aufs Becken

Nasser Boden ist der häufigste Fehler. Dann weicht die Spinne an die Scheiben aus. Es genügt, den Wassernapf beim Auffüllen etwas überlaufen zu lassen.

Einrichtung

Fläche statt Höhe

Becken: für ein erwachsenes Tier etwa ab 30 × 30 × 30 cm. Als Bodenbewohner braucht sie Grundfläche, keine Höhe. Eine geringe Fallhöhe schützt sie vor Verletzungen.

Bodengrund: 10 bis 15 cm fester, grabfähiger Bodengrund. Bei mir ist das mein Assel- und Käfersubstrat, mehr dazu unter Bodenleben.

Ausstattung: eine halb eingegrabene Korkröhre, ein flacher Wassernapf und sonst nichts Spitzes oder Scharfkantiges.

Ernährung

Lieber zu wenig als zu viel

Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben wie meine Schokoschaben. Erwachsene Tiere bekommen alle zwei bis vier Wochen ein bis zwei Futtertiere. Vor einer Häutung fasten sie oft wochen- oder monatelang, das ist normal.

Verhalten

Ruhig und zeigefreudig

Sie sitzt gern gut sichtbar vor ihrer Höhle und ist ruhig. Wird sie gestört, streift sie mit den Hinterbeinen Brennhaare vom Hinterleib ab. Die jucken auf der Haut stark und reizen Augen und Atemwege. Gebissen wird selten, das Gift ist schwach. Sie bleibt ein Tier zum Beobachten.

Artenschutz

Nachweis gehört dazu

Wie alle Arten der Gattung Brachypelma steht sie in CITES Anhang II und damit in EU-Anhang B. Die Haltung ist erlaubt, der rechtmäßige Erwerb muss aber jederzeit belegt werden können. Was das im Einzelnen heißt, steht unter Artenschutz & Nachweispflicht.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • World Spider Catalog, Gattung Brachypelma
  • Mendoza, J. & Francke, O. (2017): Systematic revision of Brachypelma red-kneed tarantulas, Zoological Journal of the Linnean Society
  • WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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