Mario Sickert

Artenporträt · Schaben

Gromphadorhinaportentosa


Massig, flügellos und hart gepanzert: Die Madagaskar-Fauchschabe gehört zu den größten Schaben der Welt und ist für ihr charakteristisches Zischen bekannt, das sie nicht durch Reiben, sondern durch die Atmung selbst erzeugt.

Im Bestand
Neuzugang
Herkunft der Art
endemisch auf Madagaskar
Zeichnung einer Madagaskar-Fauchschabe von der Seite: massiger, dunkelbrauner, flügelloser Körper mit kräftigen Beinen
Illustration, KI-generiert · Gromphadorhina portentosa

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Gromphadorhina portentosa (Schaum, 1853)
Trivialname
Madagaskar-Fauchschabe, Hissing Cockroach
Familie
Blaberidae (Riesenschaben)
Herkunft
endemisch auf Madagaskar, dort in trockeneren bis feuchttropischen Laubwäldern am Boden und im unteren Geäst
Ernährung in der Natur
herabgefallenes Pflanzenmaterial
Endgröße
5 bis 8 cm Körperlänge
Lebenserwartung
bei guten Bedingungen etwa 3 bis 5 Jahre
Fortpflanzung
ovovivipar, das Weibchen trägt die Eier in einer Bruttasche und „gebärt" lebende Jungtiere
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Männchen mit Hörnern

Beide Geschlechter sind flügellos und extrem hart gepanzert. Erwachsene Tiere lassen sich leicht unterscheiden: Männchen tragen zwei dicke, auffällige Höcker auf dem Halsschild (Pronotum) und stark behaarte Fühler, Weibchen haben dagegen einen glatten Halsschild.

Klima

Tropisch warm und nachtaktiv

26–28 °C
Temperatur
nachts Absenkung auf etwa 20–22 °C möglich
60–80 %
Luftfeuchte
Substrat leicht erdfeucht, gute Belüftung gegen Schimmel
dunkel
Licht
lichtscheu und nachtaktiv, normales Raumlicht genügt

Einrichtung

Ausbruchsschutz ist Pflicht

Terrarium: mindestens 40 × 30 × 30 cm für eine Zuchtgruppe.

Substrat: ein Gemisch aus Waldhumus, Kokoserde und reichlich zerkleinertem Laub, etwa von Buche oder Eiche.

Einrichtung: Korkröhren und übereinander geschichtete raue Rindenstücke als Versteck.

Ausbruchsschutz: Anders als etwa Schokoschaben sind Madagaskar-Fauchschaben ausgezeichnete Kletterer und erklimmen senkrechtes Glas mühelos. Ein dicht schließender Deckel und ein umlaufender Streifen aus Vaseline am oberen Terrarienrand sind deshalb Pflicht.

Ernährung

Detritivor und Allesfresser

Frisch
Karotte, Zucchini, Apfel, Kürbis, Süßkartoffel
Trocken / Eiweiß
Haferflocken, Fischflockenfutter oder hochwertiges Katzen- oder Hundetrockenfutter
Wasser
nur über wasserreiches Gemüse oder ein Schälchen mit nassem Schwamm, gegen Ertrinken der Jungtiere

Protein ist wichtig, sonst knabbern sie sich gegenseitig die Antennen an. Frisches Futter gebe ich alle zwei bis drei Tage, Reste entferne ich wegen Schimmelgefahr zügig.

Sozialverhalten & Fortpflanzung

Gruppenhaltung mit Rangordnung

Eine Gruppenhaltung ist bei dieser Art erforderlich. Männchen sind allerdings territorial: Sie verteidigen bevorzugte Rindenstücke, indem sie sich mit den Höckern rammen und dabei fauchen. Bewährt hat sich mehr Weibchen als Männchen zu halten, etwa ein Männchen auf drei bis vier Weibchen, dazu reichlich Verstecke.

Die Weibchen legen keine frei abgelegten Eipakete, sondern ziehen die Ootheke nach der Bildung in eine Bruttasche im Hinterleib zurück. Nach etwa 60 Tagen bringen sie 20 bis 40 lebende, zunächst weiße Jungtiere zur Welt.

Gut zu wissen

Fauchen ohne Reiben

Ihr namensgebendes Zischen erzeugen sie nicht durch Aneinanderreiben von Körperteilen, sondern indem sie Luft explosionsartig durch spezielle Atemöffnungen (Stigmen) am Hinterleib pressen. Sie fauchen bei Gefahr, bei Rangkämpfen und bei der Balz.

In der Natur tragen sie oft winzige Milben (Gromphadorholaelaps schaeferi) auf dem Panzer. Das sind keine Parasiten, sondern Symbionten, die die Schabe putzen und Speichelreste fressen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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