Artenporträt · Schaben
Lucihormeticasubcincta
Kompakt, grabend und mit eingebauten „Scheinwerfern": Die Männchen der Leuchtschabe tragen zwei leuchtend gelb-orange Flecken auf dem Halsschild. Ihr deutscher Name weckt Erwartungen, die die Tiere im Terrarium leider nicht erfüllen können – dazu mehr weiter unten.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Lucihormetica subcincta
- Trivialname
- Leuchtschabe, Glowspot Roach, Headlight Cockroach
- Familie
- Blaberidae (Riesenschaben)
- Herkunft
- Kolumbien, dort verborgen in warm-feuchten, humusreichen und laubbedeckten Böden der Tropenwälder
- Ernährung in der Natur
- Bodenstreu, verrottendes Holz, organisches Material
- Endgröße
- etwa 4 cm Körperlänge
- Lebenserwartung
- wachsen langsam, dafür langlebig: 3 Jahre und älter
- Fortpflanzung
- ovovivipar, wie bei vielen Blaberidae
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Scheinwerfer nur beim Männchen
Ein gedrungener, stark gepanzerter und runder Körperbau. Die Geschlechter lassen sich auf den ersten Blick unterscheiden: Männchen tragen auf dem Halsschild (Pronotum) zwei auffällige, leuchtend gelb-orange Flecken, die an Autoscheinwerfer erinnern. Weibchen sind etwas breiter und kräftiger gebaut und besitzen einen komplett glatten, dunklen Halsschild ohne diese Flecken. Schon die Nymphen sehen spannend aus, da sie auffällig orange gefärbte Köpfe haben.
Klima
Tropisch warm und feucht
Einrichtung
Eine grabende Art
Terrarium: ein Würfel von 30 × 30 × 30 cm reicht für eine gute Zuchtgruppe problemlos aus.
Substrat: 5 bis 10 cm tiefes Substrat aus Kokoshumus, Walderde, weißfaulem Holz und reichlich Herbstlaub. Da es sich um eine strikt grabende Art handelt, ist der Bodengrund ihr eigentlicher Lebensmittelpunkt.
Einrichtung: Korkröhren und flache Rindenstücke auf dem Boden, unter denen sie sich sicher vergraben können.
Ernährung
Bodenzersetzer mit Proteinbedarf
- Basis
- weißfaules Holz und Eichen- oder Buchenlaub direkt aus dem Bodensubstrat
- Zufütterung
- Gemüse, süßes Obst, dazu zwingend Proteine wie Fischflocken oder Hunde-/Katzentrockenfutter
- Wasser
- größtenteils über Feuchtfutter, zusätzlich ein nasser Schwamm oder etwas Gel
Zu trockenes Substrat oder fehlendes Protein führt dazu, dass sie sich gegenseitig Flügel oder Antennen anknabbern.
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Ruhig und gruppenliebend
Absolut friedlich und zwingend in einer Kolonie zu halten. Ähnlich wie Madagaskar-Fauchschaben sind Leuchtschaben extrem ruhige Tiere: Auf der Hand rennen sie nicht panisch weg, sondern bewegen sich sehr langsam und besonnen.
Gut zu wissen
Der Mythos vom Leuchten
Ihr Name sorgt regelmäßig für Enttäuschung: In der Natur wird den orangen Flecken der Männchen nachgesagt, dass sie unter bestimmten Bedingungen lumineszieren können. In Gefangenschaft leuchten diese Schaben im Dunkeln jedoch definitiv nicht. Die Flecken reflektieren lediglich Licht, ähnlich wie kleine Reflektoren – daher der Name „Headlight Cockroach".
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.
- Small Exotic Farm, Glowspot Roach – Lucihormetica subcincta (Taxonomie, Herkunft Kolumbien, Endgröße, Nymphenfärbung)
- IsopodsOnline, Lucihormetica subcincta Care (Haltungsparameter, Substrat, Proteinbedarf)
- Bugs In Cyberspace, Video zu Lucihormetica subcincta (Aufklärung zur Biolumineszenz, Lebenserwartung, Verhalten)
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.