Mario Sickert

Artenporträt · Schaben

Lucihormeticasubcincta


Kompakt, grabend und mit eingebauten „Scheinwerfern": Die Männchen der Leuchtschabe tragen zwei leuchtend gelb-orange Flecken auf dem Halsschild. Ihr deutscher Name weckt Erwartungen, die die Tiere im Terrarium leider nicht erfüllen können – dazu mehr weiter unten.

Im Bestand
0.0.25
Herkunft der Art
Kolumbien
Zeichnung einer Leuchtschabe von der Seite: kompakter, dunkelbrauner Körper mit hellen Bandzeichnungen und einem auffälligen orangefarbenen Fleck auf dem Halsschild
Illustration, KI-generiert · Lucihormetica subcincta

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Lucihormetica subcincta
Trivialname
Leuchtschabe, Glowspot Roach, Headlight Cockroach
Familie
Blaberidae (Riesenschaben)
Herkunft
Kolumbien, dort verborgen in warm-feuchten, humusreichen und laubbedeckten Böden der Tropenwälder
Ernährung in der Natur
Bodenstreu, verrottendes Holz, organisches Material
Endgröße
etwa 4 cm Körperlänge
Lebenserwartung
wachsen langsam, dafür langlebig: 3 Jahre und älter
Fortpflanzung
ovovivipar, wie bei vielen Blaberidae
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Scheinwerfer nur beim Männchen

Ein gedrungener, stark gepanzerter und runder Körperbau. Die Geschlechter lassen sich auf den ersten Blick unterscheiden: Männchen tragen auf dem Halsschild (Pronotum) zwei auffällige, leuchtend gelb-orange Flecken, die an Autoscheinwerfer erinnern. Weibchen sind etwas breiter und kräftiger gebaut und besitzen einen komplett glatten, dunklen Halsschild ohne diese Flecken. Schon die Nymphen sehen spannend aus, da sie auffällig orange gefärbte Köpfe haben.

Klima

Tropisch warm und feucht

25–30 °C
Temperatur
nachts Absenkung auf normale Zimmertemperatur (20–22 °C) möglich
70–80 %
Luftfeuchte
feucht, aber nicht stickig – gute Querlüftung gegen Schimmel
dunkel
Licht
kein UV-Licht nötig, lebt größtenteils vergraben

Einrichtung

Eine grabende Art

Terrarium: ein Würfel von 30 × 30 × 30 cm reicht für eine gute Zuchtgruppe problemlos aus.

Substrat: 5 bis 10 cm tiefes Substrat aus Kokoshumus, Walderde, weißfaulem Holz und reichlich Herbstlaub. Da es sich um eine strikt grabende Art handelt, ist der Bodengrund ihr eigentlicher Lebensmittelpunkt.

Einrichtung: Korkröhren und flache Rindenstücke auf dem Boden, unter denen sie sich sicher vergraben können.

Ernährung

Bodenzersetzer mit Proteinbedarf

Basis
weißfaules Holz und Eichen- oder Buchenlaub direkt aus dem Bodensubstrat
Zufütterung
Gemüse, süßes Obst, dazu zwingend Proteine wie Fischflocken oder Hunde-/Katzentrockenfutter
Wasser
größtenteils über Feuchtfutter, zusätzlich ein nasser Schwamm oder etwas Gel

Zu trockenes Substrat oder fehlendes Protein führt dazu, dass sie sich gegenseitig Flügel oder Antennen anknabbern.

Sozialverhalten & Fortpflanzung

Ruhig und gruppenliebend

Absolut friedlich und zwingend in einer Kolonie zu halten. Ähnlich wie Madagaskar-Fauchschaben sind Leuchtschaben extrem ruhige Tiere: Auf der Hand rennen sie nicht panisch weg, sondern bewegen sich sehr langsam und besonnen.

Gut zu wissen

Der Mythos vom Leuchten

Ihr Name sorgt regelmäßig für Enttäuschung: In der Natur wird den orangen Flecken der Männchen nachgesagt, dass sie unter bestimmten Bedingungen lumineszieren können. In Gefangenschaft leuchten diese Schaben im Dunkeln jedoch definitiv nicht. Die Flecken reflektieren lediglich Licht, ähnlich wie kleine Reflektoren – daher der Name „Headlight Cockroach".

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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