Mario Sickert

Artenporträt · Geckos

Hemidactylusimbricatus


Winzig, sandfarben gebändert und mit einem auffällig verdickten Schwanz als Fettspeicher: der Rübenschwanz-Viperngecko bewohnt steinige Halbwüsten in Pakistan und gehört zu den kleinsten Geckos, die im Hobby gehalten werden. Bis 2008 lief er unter dem Namen Teratolepis fasciata.

Geplant
3 Tiere, Einzug demnächst
Früher
Teratolepis fasciata
Besonderheit
erste Reptilienart in meinem Vivarium
Zeichnung eines Rübenschwanz-Viperngeckos von der Seite: sandbrauner Körper mit dunklen Querbändern und weißen Punkten, grobe, dachziegelartig überlappende Schuppen, kurzer, stark verdickter Schwanz
Illustration, KI-generiert · Hemidactylus imbricatus

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Hemidactylus imbricatus (Bauer et al., 2008)
Früher
ursprünglich als Homonota fasciata beschrieben (Jerdon, 1853), später in die Gattung Teratolepis gestellt (Günther, 1869)
Trivialname
Viperngecko, Rübenschwanz-Viperngecko, englisch Carrot-tail Viper Gecko
Familie
Gekkonidae
Herkunft
vor allem Provinz Sindh in Pakistan sowie angrenzende Gebiete im Iran, Lebensraum steinige Halbwüste und trockene Felslandschaft; ältere Fundmeldungen aus Indien gelten als zweifelhaft
Lebensweise
bodenbewohnend, dämmerungs- und nachtaktiv
Endgröße
Kopf-Rumpf-Länge rund 3,8 cm, Gesamtlänge meist 7 bis 9 cm
Lebenserwartung
bei guter Pflege etwa 4 bis 10 Jahre
Schutzstatus
IUCN Least Concern, kein bekannter CITES-Schutz

Erkennen

Der Schwanz, der ihr den Namen gibt

Der Körper ist leicht abgeflacht und mit groben, gekielten, dachziegelartig überlappenden Schuppen bedeckt. Genau diese Schuppen, besonders am Schwanz, haben der Art 2008 ihren heutigen Artnamen gegeben: imbricatus ist Lateinisch für überlappend. Namensgebend ist aber vor allem der kurze, stark verdickte, rübenartige Schwanz, der als Fett- und Wasserspeicher für magere Zeiten dient. Die Grundfärbung ist sandig graubraun, unterbrochen von dunkleren Querbändern und feinen weißen Punkten.

Klima

Warm, trocken und mit Wärmespot

24–30 °C
Temperatur
im Becken, mit einem punktuellen Wärmespot bis etwa 35 °C
40–60 %
Luftfeuchte
insgesamt eher niedrig halten, abends leicht besprühen
UV-B üblich
Licht
nachtaktiv, sonnt sich aber gelegentlich

Feste Angaben zu einer nächtlichen Temperaturabsenkung schwanken je nach Quelle, erfahrene Halter senken oft zusätzlich leicht ab. Wichtiger als ein exakter Wert ist ein Gefälle im Becken, von der warmen Spotstelle bis zu einer kühleren Ecke, damit das Tier selbst wählen kann.

Einrichtung

Wüstenboden statt loser Sand

Terrarium: ab etwa 40 × 40 × 40 cm für eine kleine Gruppe, wegen der Wendigkeit der Tiere ist mehr Grundfläche von Vorteil.

Substrat: ein festes, grabfähiges Lehm-Sand-Gemisch. Loser Spielsand eignet sich nicht, er hält keine stabilen Gänge und Höhlen.

Einrichtung: gut gesicherte Steine und Schieferplatten als Kletter- und Versteckmöglichkeiten.

Wetbox: eine kleine, dauerhaft feuchte Box mit Moos gilt als hilfreich für eine problemlose Häutung und dient zugleich als Eiablageplatz.

Ernährung

Kleine Heimchen, viel Kalzium

Rein karnivor: kleine Heimchen und Steppengrillen, adulte Tiere fressen pro Fütterung bis zu etwa acht kleine Heimchen. Futtertiere sollten mit einem Calcium- und Multivitaminpräparat inklusive D3 bestäubt werden, sonst drohen Mangelerscheinungen. Wasser nehmen viele Tiere eher über das abendliche Besprühen der Scheiben auf als über eine Schale, eine flache Wasserschale schadet aber nicht.

Fütterungsintervall bei adulten Tieren etwa alle 2 bis 3 Tage.

Sozialverhalten & Fortpflanzung

Haremshaltung, viele kleine Gelege

Neugierige, sehr aktive und mutige Jäger, die praktisch jedes passende Futtertier angreifen. Die Art gilt als vergesellschaftungsfähig in kleinen Gruppen, üblich ist eine Haremshaltung mit einem Männchen und mehreren Weibchen, da Männchen untereinander Rivalität zeigen können.

Weibchen können mehrmals im Jahr kleine, hartschalige Gelege in die feuchte Box legen. Jungtiere sind extrem winzig und gelten in den ersten Lebenswochen als empfindlich.

Gut zu wissen

Warum aus Teratolepis Hemidactylus wurde

Die Art wurde jahrzehntelang als Teratolepis fasciata geführt. 2008 zeigten genetische Untersuchungen, dass die Gattung Teratolepis zur Gattung Hemidactylus gehört. Der naheliegende Name Hemidactylus fasciatus war aber bereits seit 1842 an eine andere Art vergeben, sodass ein neuer Name nötig wurde: Hemidactylus imbricatus. Viele Halter kennen die Art bis heute unter ihrem alten Namen.

Bei starkem Stress kann der Schwanz an einer Sollbruchstelle abgeworfen werden (Autotomie). Er wächst nach, erreicht optisch aber meist nicht mehr die ursprüngliche Form. Ein häufiger Haltungsfehler ist Überfütterung, erkennbar wenn der Schwanz auffällig breiter als der Körper wird.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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