Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Lasiodoraklugi


Dunkel, dicht behaart und mit leuchtend roten Haaren auf dem Hinterleib: Die Bahia-Riesenvogelspinne gehört zu den größten Vogelspinnen, die man im Hobby halten kann. Sie wächst schnell, frisst mit großem Appetit und lässt sich nicht gern stören.

Im Bestand
sechs Tiere
Namen
Bahia, Rubi, Samba, Furia, Titan, Brazuca
Kennungen
26.PA.0.0.1.UNF.044 bis 049
Zeichnung einer Lasiodora klugi von oben: dunkelbraune Beine, rötlich behaarter Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Lasiodora klugi

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Lasiodora klugi (C. L. Koch, 1841)
Erstbeschreibung
als Mygale klugii; zugleich Typusart der Gattung Lasiodora
Trivialname
Bahia-Riesenvogelspinne, Bahia Scarlet Birdeater
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae
Herkunft
Brasilien; der Name verweist auf den Bundesstaat Bahia im Nordosten des Landes
Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt Höhlen und versteckt sich gern unter Wurzeln oder Rinde
Endgröße
etwa 9 cm Körperlänge, Beinspannweite um 20 cm
Wachstum
schnell
Lebenserwartung
Weibchen bis etwa 20 Jahre; Männchen leben deutlich kürzer
Verteidigung
Brennhaare, die sie schnell und reichlich einsetzt
Schutzstatus
nicht geschützt, in keinem CITES-Anhang gelistet

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Kräftig, dunkel, rot behaart

Beine und Vorderkörper sind dunkelbraun bis fast schwarz, der ganze Körper ist dicht und lang behaart. Auf dem Hinterleib und an den Beinen schimmern lange, rötliche Haare, die der Art ihren englischen Namen „Scarlet“ eingebracht haben.

Sehr ähnlich sieht die bekanntere Lasiodora parahybana aus. Die Bahia-Riesen­vogelspinne wirkt im Vergleich aber gedrungener und schwerer, und die Haare auf ihrem Hinterleib sind dunkler rot.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

23–27 °C
Temperatur
nachts darf es etwas kühler werden
65–80 %
Luftfeuchte
Bodengrund in der Tiefe leicht feucht
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Art gilt als robust und anpassungsfähig. Bewährt hat sich ein Bodengrund, der unten leicht feucht bleibt, während die Oberfläche abtrocknen darf. Gute Belüftung ist wichtig, damit sich keine stehende, feuchte Luft bildet.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe gibt es nicht. Temperatur und Feuchte bleiben übers Jahr möglichst gleich. Weil sie schnell wächst, häutet sich ein junges Tier recht oft.

Häutung: Vorher stellt sie das Fressen ein und zieht sich zurück. Dann wird weder gefüttert noch gestört. Nach der Häutung braucht der neue Panzer einige Tage bis etwa zwei Wochen zum Aushärten, bei großen Tieren eher länger.

Einrichtung

Groß, tief und sicher

Becken: Als großer Bodenbewohner braucht sie viel Grundfläche. Viele Halter nennen für ein erwachsenes Weibchen rund 40 × 40 cm. Das Becken sollte nicht zu hoch sein: Stürzt ein so schweres Tier, kann der Hinterleib aufplatzen.

Bodengrund: mindestens 10 cm, gern mehr, grabfähig und gut formbar.

Ausstattung: eine Korkröhre als Versteck, ein paar Wurzeln oder Rinde und eine stabile, flache Wasserschale, die sie nicht umwerfen kann.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Schaben in passender Größe. Sie frisst zuverlässig und reichlich.

Jungtiere
zwei- bis dreimal pro Woche, passend kleine Beute
Halbwüchsig
etwa einmal pro Woche
Erwachsen
alle ein bis zwei Wochen, je nach Hinterleib

Wegen ihres Appetits ist sie leicht zu überfüttern. Der Hinterleib ist der beste Maßstab. Nicht gefressenes Futter kommt nach einem Tag wieder heraus.

Verhalten

Groß und wehrhaft

Viele Tiere sitzen ruhig in ihrem Versteck, doch bei Störung zeigt die Art schnell, dass sie sich wehren kann. Sie streift reichlich Brennhaare vom Hinterleib ab, die Haut, Augen und Atemwege stark reizen. Im Vergleich zur ähnlichen Lasiodora parahybana gilt sie als deutlich wehrhafter.

Deshalb gilt: nicht auf die Hand nehmen, im Becken mit langer Pinzette arbeiten und danach die Hände waschen. Gehalten wird jedes Tier allein.

Gut zu wissen

Eine Spinne, die zischen kann

Die Gattung Lasiodora hat eine Besonderheit: An den Hüften der ersten beiden Beinpaare sitzen spezielle Haare, die beim Aneinanderreiben ein leises, zischendes Geräusch erzeugen. Fühlt sie sich bedroht, kann sie damit warnen, bevor es ernst wird.

Außerdem sind ihre Kokons riesig: Ein großes Weibchen kann weit über tausend Eier auf einmal ablegen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

Alle Artenporträts   Zur Bestandsliste