Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Monocentropusbalfouri


Leuchtend blaue Beine an einem hellen, cremefarbenen Körper — und dazu eine Eigenschaft, die bei Vogelspinnen fast einzigartig ist: Sie lebt gern in Gesellschaft. Die Blaue Jemen-Vogelspinne stammt von einer einzigen Insel im Indischen Ozean.

Im Bestand
Amira & Zayn
Amira · 0.1
26.V79.0.1.0.UAT.017
Zayn · 1.0
26.WS.1.0.0.UAT.021
Zeichnung einer Monocentropus balfouri von oben: leuchtend blaue Beine, heller Vorder- und Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Monocentropus balfouri

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Monocentropus balfouri Pocock, 1897
Trivialname
Blaue Jemen-Vogelspinne, Socotra Island Blue Baboon
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Eumenophorinae
Herkunft
ausschließlich die Insel Sokotra im Indischen Ozean, die zum Jemen gehört
Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt bei Gelegenheit
Endgröße
etwa 5–6 cm Körperlänge
Lebenserwartung
Weibchen etwa 10–14 Jahre, Männchen etwa 3–4 Jahre
Verteidigung
keine Brennhaare; droht und beißt im Zweifel. Über die Wirkung ihres Gifts ist wenig bekannt
Besonderheit
eine der ganz wenigen Vogelspinnen, die sich dauerhaft in der Gruppe halten lassen
Schutzstatus
nicht geschützt — in keinem CITES-Anhang gelistet

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende.

Erkennen

Blau, wo es zählt

Erwachsene Tiere tragen ein kräftiges, leuchtendes Blau an den Beinen. Vorder- und Hinterleib sind heller, creme- bis graufarben, oft mit bläulichem Schimmer. Der Kontrast macht sie zu einer der auffälligsten Vogelspinnen überhaupt. Ganz selten tauchen Tiere mit rötlicher oder bernsteinfarbener Tönung auf.

Benannt ist die Art nach Isaac Bayley Balfour, einem schottischen Botaniker, der auf Sokotra gesammelt hat.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

24–28 °C
Temperatur
nachts darf es etwas kühler werden
60–70 %
Luftfeuchte
eher trocken-warm, Boden unten leicht feucht
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Sokotra ist warm und eher trocken. Die Angaben erfahrener Halter streuen trotzdem stark, deshalb die Spanne. Bewährt hat sich ein überwiegend trockener Bodengrund, der in der Tiefe leicht feucht bleibt, dazu eine flache Wasserschale.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe braucht sie nicht. Temperatur und Feuchte bleiben übers Jahr weitgehend gleich; im Winter lohnt ein Blick darauf, dass es auf der Fensterbank nicht zu kühl wird.

Häutung: Vor einer Häutung frisst sie oft nicht mehr und zieht sich zurück. Dann wird weder gefüttert noch gestört — in einer Gruppe gilt das besonders, damit ein frisch gehäutetes, noch weiches Tier nicht bedrängt wird.

Gruppenhaltung

Gemeinsam statt einsam

Die meisten Vogelspinnen fressen ihre Artgenossen, wenn man sie zusammensetzt. Monocentropus balfouri ist eine der seltenen Ausnahmen: Geschwister aus einem Kokon wachsen oft friedlich zusammen auf und teilen sich Gänge und Verstecke. Auch Amira und Zayn leben bei mir gemeinsam in einem Becken.

Damit das gelingt, beginnt man am besten mit mehreren gleich großen Jungtieren und setzt später keine Fremden mehr dazu — nachträgliches Zusammenführen ist deutlich riskanter. Das Becken sollte dabei nicht zu groß sein, damit die Tiere keine getrennten Reviere bilden, und genug Verstecke sowie reichlich Futter bieten. Eine Garantie gibt es trotzdem nie: Einzelne Verluste kommen auch in gut laufenden Gruppen vor.

Einrichtung

Boden zum Graben, Platz zum Verstecken

Becken: Für ein einzelnes Tier nennen viele Halter rund 30 × 30 cm Grundfläche. Für eine kleine Gruppe braucht es etwas mehr — aber, wie gesagt, nicht zu viel.

Bodengrund: mindestens 10 cm, gern mehr, grabfähig und formbar.

Ausstattung: ein Versteck als Startpunkt, etwa eine halb eingegrabene Korkröhre — in der Gruppe gern mehrere —, und eine flache Wasserschale.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Heimchen, Grillen, Schaben und Heuschrecken — alles, was sie gut überwältigen kann.

Jungtiere
zwei- bis dreimal pro Woche, passend kleine Beute
Halbwüchsig
etwa einmal pro Woche
Erwachsen
alle ein bis zwei Wochen, je nach Hinterleib

In der Gruppe lieber etwas mehr Futter anbieten, damit kein Tier leer ausgeht. Nicht gefressenes Futter kommt nach einem Tag wieder heraus.

Verhalten

Friedlich untereinander, wehrhaft nach außen

Wie alle Vogelspinnen aus Afrika und Asien besitzt sie keine Brennhaare. Wird sie gestört, nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt im Zweifel auch zu. Weil über die Wirkung ihres Gifts wenig bekannt ist, gilt hier erst recht: nicht auf die Hand nehmen und im Becken nur mit langer Pinzette arbeiten.

Gut zu wissen

Ein Kamel-Mythos

Über Monocentropus balfouri hält sich hartnäckig die Geschichte, ihr Biss könne ein Dromedar töten. Belegt ist das nicht, und sehr wahrscheinlich ist es schlicht Seemannsgarn. Wahr ist dagegen, dass Sokotra wegen seiner vielen Arten, die es nirgendwo sonst gibt, oft als „Galapagos des Indischen Ozeans“ bezeichnet wird.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid — auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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