Artenporträt · Vogelspinnen
Pamphobeteussp. „mascara“
Ein kräftiger, schwerer Bodenbewohner aus Ecuador mit warmen Rot- und Brauntönen. Wissenschaftlich beschrieben ist sie bis heute nicht — im Hobby ist sie unter ihrem Handelsnamen trotzdem längst ein fester Begriff.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Pamphobeteus sp. „mascara“
- Status
- wissenschaftlich noch nicht beschrieben; „mascara“ ist ein Handelsname aus dem Hobby
- Familie
- Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae
- Herkunft
- Ecuador; vereinzelt wird auch Peru genannt
- Lebensweise
- bodenbewohnend, gräbt gern
- Endgröße
- Weibchen bis etwa 8–9 cm Körperlänge
- Wachstum
- zügig
- Lebenserwartung
- Weibchen werden deutlich älter als Männchen; belastbare Zahlen gibt es für diese unbeschriebene Form kaum
- Verteidigung
- Brennhaare, die sie bereitwillig einsetzt
- Schutzstatus
- nicht geschützt — in keinem CITES-Anhang gelistet
Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende.
Erkennen
Vom Tannenbaum zur Rotbraunen
Jungtiere tragen auf dem Hinterleib die typische „Tannenbaum“-Zeichnung, wie man sie von vielen Pamphobeteus aus Ecuador kennt. Mit dem Wachstum verschwindet sie.
Erwachsene Weibchen unterscheiden sich dann deutlich von ihren meist einfarbig braunen oder schwarzen Verwandten: Vorderkörper und Beine zeigen einen warmen rötlich-braunen Ton, Oberschenkel und Hinterleib sind kräftig dunkelbraun. Die Färbung schwankt allerdings — selbst Geschwister aus einem Kokon können unterschiedlich dunkel ausfallen.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Die Angaben erfahrener Halter liegen hier etwas auseinander, deshalb die Spanne. Bewährt hat sich ein Bodengrund, der in der Tiefe leicht feucht bleibt, während die Oberfläche abtrocknen darf — dazu gute Belüftung.
Jahreslauf
Saisonale Veränderungen
Eine Winterruhe braucht sie nicht. Temperatur und Feuchtigkeit bleiben übers Jahr möglichst gleich; im Winter lohnt ein Blick darauf, ob Heizungsluft das Becken schneller austrocknet.
Häutung: Vor einer Häutung frisst sie oft nicht mehr, der Hinterleib wird dunkler, und sie zieht sich zurück. Dann wird weder gefüttert noch gestört. Nach der Häutung braucht der neue Panzer einige Tage bis etwa zwei Wochen, um auszuhärten — erst danach gibt es wieder Futter.
Einrichtung
Viel Erde zum Graben
Becken: Als großer Bodenbewohner braucht sie Grundfläche, keine Höhe. Viele Halter nennen für ein erwachsenes Weibchen rund 40 × 30 cm als Untergrenze; mehr Fläche schadet nie. Zu hohe Becken bergen Sturzgefahr.
Bodengrund: reichlich grabfähige, gut formbare Erde, gern 15 cm und mehr, damit eigene Gänge entstehen können. Etwas Falllaub obenauf bietet Deckung.
Ausstattung: ein Versteck als Startpunkt, etwa eine halb eingegrabene Korkröhre, und eine stabile, flache Wasserschale.
Ernährung
Futtertiere und Rhythmus
Futtertiere: Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Schaben. Schon als Jungtier frisst sie zuverlässig und wächst entsprechend zügig.
- Jungtiere
- zwei- bis dreimal pro Woche, passend kleine Beute
- Halbwüchsig
- etwa einmal pro Woche
- Erwachsen
- alle ein bis zwei Wochen, je nach Hinterleib
Das Futtertier sollte nicht größer sein als ihr Hinterleib. Nicht gefressenes Futter kommt nach einem Tag wieder heraus, frisches Wasser steht immer bereit.
Verhalten
Ruhig, aber nicht zimperlich
Im Alltag gilt sie als eher ruhig. Wird sie gestört, streift sie allerdings schnell und großzügig Brennhaare vom Hinterleib ab, die Haut, Augen und Atemwege deutlich reizen können. Deshalb gilt: nicht auf die Hand nehmen, mit langer Pinzette arbeiten und danach die Hände waschen. Gehalten wird jedes Tier allein.
Gut zu wissen
Warum „sp.“ und Anführungszeichen?
Solange eine Art nicht wissenschaftlich beschrieben ist, hat sie keinen eigenen Artnamen. Man schreibt dann die Gattung mit sp. und hängt einen Handelsnamen in Anführungszeichen an — oft nach einem Fundort oder einem auffälligen Merkmal. So bleibt klar, dass es sich um eine bestimmte Form handelt, auch wenn ihr offizieller Name noch fehlt. Mehr dazu in der Legende.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Weil die Art noch nicht beschrieben ist, gibt es zu ihr keinen Eintrag im World Spider Catalog und keine Fachliteratur. Die Angaben beruhen auf Erfahrungen aus Haltung und Nachzucht, wie sie in der Terraristik weitergegeben werden, sowie auf eigener Haltung. Sie sind deshalb mit etwas mehr Vorsicht zu lesen als bei beschriebenen Arten.
- CITES-Anhänge und WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid — auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.