Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Pamphobeteussp. „mascara“


Ein kräftiger, schwerer Bodenbewohner aus Ecuador mit warmen Rot- und Brauntönen. Wissenschaftlich beschrieben ist sie bis heute nicht — im Hobby ist sie unter ihrem Handelsnamen trotzdem längst ein fester Begriff.

Im Bestand
Bandita
Kennung
26.V79.0.1.0.UNF.024
Geschlecht
Weibchen
Zeichnung einer Pamphobeteus von oben: hellbrauner Vorderkörper, gebänderte braune Beine, dunkler Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Pamphobeteus sp.

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Pamphobeteus sp. „mascara“
Status
wissenschaftlich noch nicht beschrieben; „mascara“ ist ein Handelsname aus dem Hobby
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae
Herkunft
Ecuador; vereinzelt wird auch Peru genannt
Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt gern
Endgröße
Weibchen bis etwa 8–9 cm Körperlänge
Wachstum
zügig
Lebenserwartung
Weibchen werden deutlich älter als Männchen; belastbare Zahlen gibt es für diese unbeschriebene Form kaum
Verteidigung
Brennhaare, die sie bereitwillig einsetzt
Schutzstatus
nicht geschützt — in keinem CITES-Anhang gelistet

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende.

Erkennen

Vom Tannenbaum zur Rotbraunen

Jungtiere tragen auf dem Hinterleib die typische „Tannenbaum“-Zeichnung, wie man sie von vielen Pamphobeteus aus Ecuador kennt. Mit dem Wachstum verschwindet sie.

Erwachsene Weibchen unterscheiden sich dann deutlich von ihren meist einfarbig braunen oder schwarzen Verwandten: Vorderkörper und Beine zeigen einen warmen rötlich-braunen Ton, Oberschenkel und Hinterleib sind kräftig dunkelbraun. Die Färbung schwankt allerdings — selbst Geschwister aus einem Kokon können unterschiedlich dunkel ausfallen.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

24–28 °C
Temperatur
nachts nicht dauerhaft unter 20 °C
60–80 %
Luftfeuchte
Bodengrund mittelfeucht halten
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Angaben erfahrener Halter liegen hier etwas auseinander, deshalb die Spanne. Bewährt hat sich ein Bodengrund, der in der Tiefe leicht feucht bleibt, während die Oberfläche abtrocknen darf — dazu gute Belüftung.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe braucht sie nicht. Temperatur und Feuchtigkeit bleiben übers Jahr möglichst gleich; im Winter lohnt ein Blick darauf, ob Heizungsluft das Becken schneller austrocknet.

Häutung: Vor einer Häutung frisst sie oft nicht mehr, der Hinterleib wird dunkler, und sie zieht sich zurück. Dann wird weder gefüttert noch gestört. Nach der Häutung braucht der neue Panzer einige Tage bis etwa zwei Wochen, um auszuhärten — erst danach gibt es wieder Futter.

Einrichtung

Viel Erde zum Graben

Becken: Als großer Bodenbewohner braucht sie Grundfläche, keine Höhe. Viele Halter nennen für ein erwachsenes Weibchen rund 40 × 30 cm als Untergrenze; mehr Fläche schadet nie. Zu hohe Becken bergen Sturzgefahr.

Bodengrund: reichlich grabfähige, gut formbare Erde, gern 15 cm und mehr, damit eigene Gänge entstehen können. Etwas Falllaub obenauf bietet Deckung.

Ausstattung: ein Versteck als Startpunkt, etwa eine halb eingegrabene Korkröhre, und eine stabile, flache Wasserschale.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Schaben. Schon als Jungtier frisst sie zuverlässig und wächst entsprechend zügig.

Jungtiere
zwei- bis dreimal pro Woche, passend kleine Beute
Halbwüchsig
etwa einmal pro Woche
Erwachsen
alle ein bis zwei Wochen, je nach Hinterleib

Das Futtertier sollte nicht größer sein als ihr Hinterleib. Nicht gefressenes Futter kommt nach einem Tag wieder heraus, frisches Wasser steht immer bereit.

Verhalten

Ruhig, aber nicht zimperlich

Im Alltag gilt sie als eher ruhig. Wird sie gestört, streift sie allerdings schnell und großzügig Brennhaare vom Hinterleib ab, die Haut, Augen und Atemwege deutlich reizen können. Deshalb gilt: nicht auf die Hand nehmen, mit langer Pinzette arbeiten und danach die Hände waschen. Gehalten wird jedes Tier allein.

Gut zu wissen

Warum „sp.“ und Anführungszeichen?

Solange eine Art nicht wissenschaftlich beschrieben ist, hat sie keinen eigenen Artnamen. Man schreibt dann die Gattung mit sp. und hängt einen Handelsnamen in Anführungszeichen an — oft nach einem Fundort oder einem auffälligen Merkmal. So bleibt klar, dass es sich um eine bestimmte Form handelt, auch wenn ihr offizieller Name noch fehlt. Mehr dazu in der Legende.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Weil die Art noch nicht beschrieben ist, gibt es zu ihr keinen Eintrag im World Spider Catalog und keine Fachliteratur. Die Angaben beruhen auf Erfahrungen aus Haltung und Nachzucht, wie sie in der Terraristik weitergegeben werden, sowie auf eigener Haltung. Sie sind deshalb mit etwas mehr Vorsicht zu lesen als bei beschriebenen Arten.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid — auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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