Mario Sickert

Artenporträt · Phasmiden

Lonchodeshaematomus


Sie sieht aus wie ein dürrer Zweig und benimmt sich auch so. Wird sie gestört, knickt sie den Körper ab und verharrt reglos, daher ihr Name Knickstabschrecke. Wer genau hinsieht, entdeckt die roten Stellen an den Beinansätzen.

Im Bestand
in meinem Vivarium
Trivialname
Knickstabschrecke
Zeichnung einer schlanken braunen Stabschrecke mit langen Fühlern und roten Stellen an den Beinansätzen
Illustration, KI-generiert · Lonchodes haematomus

Kurzdaten

Steckbrief

Name im Hobby
Lonchodes haematomus Westwood, 1859
Einordnung
Gespenstschrecken (Phasmatodea) · Familie Lonchodidae
Hinweis zum Namen
die Einordnung ist nicht abschließend geklärt; in Datenbanken wird die Art teils in der Gattung Staelonchodes geführt
Trivialname
Knickstabschrecke
Herkunft
Regenwälder Südostasiens
Größe
Weibchen deutlich größer und kräftiger als die schlanken Männchen
Ernährung
Blätter, bei mir vor allem Brombeere
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Ein Zweig mit Knick

Der Körper ist lang, dünn und braun wie ein trockenes Ästchen. Das auffälligste Merkmal ist die Haltung: In Ruhe oder bei Gefahr winkelt die Schrecke den Körper ab, sodass sie aussieht wie ein geknickter, toter Zweig. Die Fühler sind lang und fein.

Der Artname haematomus bedeutet etwa „blutig“ und bezieht sich vermutlich auf die roten Stellen an den Beinansätzen, die man oft erst auf den zweiten Blick sieht. Weibchen sind größer und kräftiger, Männchen deutlich schlanker.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

22–26 °C
Temperatur
Zimmertemperatur reicht meist
60–80 %
Luftfeuchte
abends leicht sprühen, aber gut lüften
Tageslicht
Licht
heller Standort, keine pralle Sonne

Wie alle Gespenstschrecken häuten sie sich meist nachts und kopfüber hängend. Leichtes Sprühen am Abend hilft dabei. Stehende, nasse Luft dagegen führt zu Schimmel.

Einrichtung

Höhe vor Fläche

Becken: für eine kleine Gruppe etwa ab 30 × 30 × 45 cm. Wichtig ist die Höhe: mindestens dreimal so hoch, wie die Tiere lang sind, damit sie sich frei hängend häuten können.

Boden: eine dünne Schicht leicht feuchter Bodengrund. Die Weibchen lassen ihre Eier einfach fallen, dort bleiben sie liegen.

Ausstattung: ein paar Äste zum Klettern und vor allem die Futterzweige selbst, in einem Wassergefäß, dessen Öffnung dicht verschlossen ist. Sonst fallen Nymphen hinein und ertrinken.

Ernährung

Brombeere, das ganze Jahr

Knickstabschrecken fressen Blätter. Brombeere ist das ideale Grundfutter, weil sie auch im Winter grün bleibt. Dazu passen Himbeere, Hasel, Eiche und Rose. Zweige frisch anschneiden und gleich ins Wasser stellen, und nur dort schneiden, wo nicht gespritzt wird. Mehr zu meinen Futterpflanzen steht unter Futter.

Verhalten

Friedlich und gut getarnt

Die Tiere sind völlig friedlich. Nymphen und Erwachsene können zusammen gehalten werden, solange das Becken nicht überfüllt ist. Sie sind harmlos, haben keine Stacheln und keine Abwehrsekrete. Ihr Schutz ist allein die Tarnung: Bei Störung erstarren sie oder lassen sich wie ein abgebrochener Zweig fallen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Über diese Art gibt es wenig Fachliteratur, und auch ihr Name ist nicht eindeutig geklärt. Die Angaben sind deshalb Richtwerte aus der Haltung von Gespenstschrecken und aus eigener Pflege.

  • Phasmida Species File und GBIF (Name und Einordnung)
  • Phasmid Study Group, Artenliste
  • WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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