Mario Sickert

Artenporträt · Tausendfüßer

Anurostreptussp. „Pak Chong“


Ein großer, kräftiger Tausendfüßer aus Thailand, benannt nach seinem Fundort am Rand des Khao-Yai-Nationalparks. Welche Art genau dahintersteckt, ist bis heute offen, und genau das macht ihn so spannend.

Im Bestand
0.0.6
Herkunft
Thailand
Zeichnung eines großen, dunkel geringelten Tausendfüßers von der Seite
Illustration, KI-generiert · Anurostreptus sp. „Pak Chong“

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Anurostreptus sp. „Pak Chong“
Status
Art nicht bestimmt; „Pak Chong“ ist der Name des Fundorts
Einordnung
Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirostreptida · Familie Harpagophoridae
Gattung
Anurostreptus Attems, 1914, verbreitet in Südostasien
Herkunft
Pak Chong, Provinz Nakhon Ratchasima in Thailand, am Rand des Khao-Yai-Nationalparks
Größe
große Art, erwachsene Tiere erreichen 15 cm und mehr
Lebensweise
in Boden, Laub und morschem Holz, vor allem nachts aktiv
Haltung
in der Gruppe
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Ein großer Unbekannter

Ein kräftiger, walzenförmiger Doppelfüßer mit glänzendem Panzer und, wie alle seine Verwandten, zwei Beinpaaren an jedem Körperring.

Welche Art genau dahintersteckt, ist offen. Spannend ist ein Blick in den aktuellen Katalog der Tausendfüßer Thailands: Im Bezirk Pak Chong ist dort Anurostreptus barthelemyae nachgewiesen. Ob die Tiere im Hobby dazugehören, hat aber bisher niemand geprüft. Deshalb bleibt es beim ehrlichen „sp.“ mit Fundortnamen.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

24–27 °C
Temperatur
nachts darf es etwas kühler werden
75–85 %
Luftfeuchte
Bodengrund in der Tiefe dauerhaft feucht
ohne UV
Licht
vor allem nachts aktiv

Für diese Form gibt es keine eigenen Fachangaben. Die Werte entsprechen dem, was sich bei tropischen Tausendfüßern aus Südostasien bewährt hat: ein warmer Raum, ein Boden, der in der Tiefe nie austrocknet, und gute Belüftung darüber.

Einrichtung

Tiefer Boden für große Tiere

Bodengrund: tief und laubreich, denn hier wird gefressen, gehäutet und für Nachwuchs gesorgt. Wie bei allen meinen Tausendfüßern nehme ich meine Grundmischung mit mehr Kalk, mehr weißfaulem Holz, einer Extraportion Buchenhack und hin und wieder etwas Eiweiß.

Ausstattung: Korkrinde, reichlich Falllaub und größere Stücke morsches Holz, dazu einige Äste zum Klettern.

Becken: Grundfläche und Bodentiefe gehen vor Höhe. Für eine Gruppe großer Tiere lieber großzügig planen.

Ernährung

Laub, Holz und genug Eiweiß

Immer
zersetztes Laub, weißfaules Holz und eine Kalkquelle
Regelmäßig
Gemüse und Obst, zum Beispiel Gurke, Zucchini oder Süßkartoffel
Wichtig
genug tierisches Eiweiß

Das Eiweiß ist kein Luxus: Bekommen große Tausendfüßer zu wenig davon, knabbern sie sich gegenseitig an den Beinen. Frischfutter, das liegen bleibt, kommt nach ein bis zwei Tagen heraus.

Jahreslauf & Verhalten

Friedlich und viel im Verborgenen

Eine Winterruhe gibt es nicht. Gehäutet wird in einer kleinen Kammer im Boden, das kann Wochen dauern, deshalb wird nicht gegraben. Beim Wechsel des Bodengrunds lohnt es sich, ihn vorher durchzusieben, weil darin Jungtiere und Eier stecken können.

Die Tiere sind friedlich und beißen nicht. Bei Störung rollen sie sich ein und können ein Wehrsekret absondern. Nach dem Anfassen deshalb die Hände waschen.

Gut zu wissen

Ein Name aus dem Dschungel

Pak Chong ist das Tor zum Khao-Yai-Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Thailands. Die Wälder dort gehören zu einem der artenreichsten Gebiete Südostasiens, auch für Tausendfüßer, von denen dort immer wieder neue Arten beschrieben werden.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte aus der Haltung tropischer Tausendfüßer und eigener Haltung.

  • Likhitrakarn, N. et al. (2023): An updated catalogue of the millipedes (Diplopoda) of Thailand. Tropical Natural History, Supplement 7: 51–92
  • MilliBase: Gattung Anurostreptus Attems, 1914
  • WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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