Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Pamphobeteuscf. antinous


Violett, blau und fast schwarz: Die Beine dieser Pamphobeteus schimmern metallisch. Ob sie wirklich zu Pamphobeteus antinous gehört, ist offen. Das „cf.“ im Namen steht für „vergleichbar mit“.

Im Bestand
ein Tier
Name
Nox
Kennung
26.EH.0.0.1.UNF.020
Zeichnung einer Pamphobeteus von schräg oben: schwarzer Körper, blau und violett schimmernde Beine, rosa Strahlenmuster auf dem Rückenschild
Illustration, KI-generiert · Pamphobeteus cf. antinous

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Pamphobeteus antinous Pocock, 1903; im Bestand als Pamphobeteus cf. antinous geführt
Bedeutung von cf.
das Tier ähnelt der Art, die Bestimmung ist nicht gesichert
Erstbeschreibung
in der Gattung Pamphobeteus; Typusmaterial im Natural History Museum, London; keine Synonyme
Trivialname
Steely Blue Leg Birdeater, Bolivian Blue Leg; ein deutscher Name ist nicht belegt
Familie
Theraphosidae
Herkunft
Peru und Bolivien laut World Spider Catalog; Regenwald
Lebensweise
bodenbewohnend
Endgröße
Beinspannweite je nach Quelle 16 bis 23 cm; die Angaben sind uneinheitlich
Wachstum
widersprüchlich beschrieben, von langsam bis schnell; Männchen reifen nach etwa 2,5 Jahren, Weibchen nach etwa 4 Jahren
Lebenserwartung
Weibchen 15 Jahre und mehr, Männchen etwa 4 Jahre
Verteidigung
Brennhaare der Typen I und III auf Gattungsebene; sie werden gezielt abgeschleudert
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Metallisch blau und violett

Männchen haben metallisch blaue bis violette Beine und einen fast schwarzen Rückenschild. Weibchen sind einheitlich schwarz bis schwarzbraun, mit rosa oder olivfarbenen Haaren. Der Glanz entsteht durch die Oberflächenstruktur, nicht durch Farbstoffe. Jungtiere zeigen auf dem Hinterleib oft ein tannenbaumartiges Muster, das später verblasst.

Ähnliche Arten sind P. ultramarinus (Ecuador), P. nigricolor (Kolumbien) und P. vespertinus (Ecuador). Ein belegtes Merkmal zur sicheren Trennung habe ich nicht gefunden.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

24 bis 27 °C
Temperatur
Quellen nennen 21 bis 28 °C
65 bis 75 %
Luftfeuchte
eine Hälfte des Bodens trocken, eine feucht
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die meisten Pflegeangaben liegen bei etwa 24 bis 27 °C und 65 bis 75 % Luftfeuchte. Bewährt hat sich ein Feuchtegefälle: Eine Seite des Bodengrunds bleibt trocken, die andere leicht feucht. Das Tier wählt selbst.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe gibt es nicht. Wie bei den meisten Vogelspinnen frisst sie vor der Häutung nichts mehr und zieht sich zurück. Nach der Häutung bleibt der Panzer einige Tage weich.

Häutung: Sie wird nicht gestört, und bei großen Tieren wartet man etwa fünf bis zehn Tage mit dem Futter.

Einrichtung

Viel Fläche, wenig Höhe

Becken: Für Erwachsene habe ich kein belegtes Maß gefunden. Für Jungtiere werden etwa 30 × 30 × 25 cm genannt. Die Gattung klettert schlecht und stürzt leicht, deshalb gilt: viel Grundfläche, wenig Höhe.

Bodengrund: bei Jungtieren 5 bis 8 cm, bei Erwachsenen 13 cm oder mehr, zum Beispiel Erde mit Sand und Lehm.

Ausstattung: eine Höhle aus Kork oder Rinde und eine große, gut erreichbare Wasserschale.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Grillen, Heuschrecken und Schaben. Der Appetit ist kräftig, Mäuse sind nicht nötig.

Jungtiere
zwei- bis viermal pro Woche, kleine Beute
Halbwüchsig
etwa wöchentlich
Erwachsen
alle 1 bis 3 Wochen, je nach Hinterleib

Die Quellen unterscheiden sich stark in der Menge, deshalb ist der Hinterleib der beste Maßstab.

Verhalten

Kräftig, schnell, uneinheitlich

Über das Wesen sind sich die Quellen nicht einig: Ein Händler nennt die Art sehr defensiv und schnell, ein Züchter eher nicht sehr defensiv, mit Drohhaltung und danach Haaren. Ein Halter beschreibt sein Weibchen als sehr aggressiv. Die Brennhaare werden bei Bedrohung gezielt abgeschleudert, danach folgt die Flucht.

Zur Giftwirkung habe ich keine Angaben gefunden. Das Tier wird nicht auf die Hand genommen, im Becken wird mit langer Pinzette gearbeitet.

Gut zu wissen

Warum „cf.“ ehrlich ist

Im Hobby laufen unter diesem Namen mehrere Formen mit Beinamen wie „Big Black“ oder „Purple Earth“. Ob sie alle zur gültigen Art gehören, ist nicht geklärt. Ein Datensatz von Gabriel (2014) gilt laut dem World Spider Catalog nach der Überarbeitung 2022 nicht mehr als P. antinous im engeren Sinn.

Sherwood und Kollegen haben 2022 Typusmaterial der Gattung neu beschrieben und vier neue Arten benannt. „mascara“ ist dagegen ein Handelsname und kein gültiger Artname. Zu Eizahl und Inkubationsdauer dieser Art habe ich nichts Belastbares gefunden.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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