Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Neoholotheleincei „Gold“


Klein, goldgelb und eine unermüdliche Weberin: Die Trinidad-Zwergvogelspinne überzieht ihr Becken in wenigen Nächten mit weißer Seide. Brennhaare hat sie keine, dafür ist sie unglaublich schnell. Bei mir leben drei Tiere der goldenen Farbform.

Im Bestand
drei Tiere
Namen
Dorado, Sol, Lumina
Kennungen
26.KF.0.0.1.UNF.050 bis 052
Zeichnung einer goldgelben Neoholothele incei mit dunkel gestreiftem Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Neoholothele incei „Gold“

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Neoholothele incei (F. O. Pickard-Cambridge, 1899)
Früher
als Hapalopus incei und lange als Holothele incei
Trivialname
Trinidad-Zwergvogelspinne, im Handel „Trinidad Gold“
Einordnung
Vogelspinnen (Theraphosidae) · Schismatothelinae
Herkunft
Trinidad und Tobago sowie der Norden Venezuelas
Lebensweise
Bodenbewohner, gräbt und webt sehr viel
Größe
Körper der Weibchen etwa 3,5–4,5 cm, Männchen deutlich kleiner
Lebenserwartung
Weibchen etwa 7–10 Jahre, Männchen etwa 1,5–2,5 Jahre
Schutzstatus
kein Schutzstatus, frei zu halten

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Gold statt Olivgrün

Die Wildform ist dunkel mit goldener Kopfpartie und gestreiftem Hinterleib. Bei der Farbform „Gold“ fehlen die dunklen Farbstoffe weitgehend, das ganze Tier leuchtet goldgelb bis karamellfarben, die Streifen bleiben als helle Schattierung sichtbar.

„Gold“ ist keine Unterart, sondern eine Farbform, die rezessiv vererbt wird. Verpaart man sie mit der Wildform, sehen die Jungtiere normal aus, tragen die Anlage aber in sich.

Seit einer Überarbeitung durch Guadanucci und Weinmann im Jahr 2015 steht die Art in der eigenen Gattung Neoholothele. Die Unterfamilie hat keine Brennhaare.

Klima

Tropisch feucht

26–29 °C
Temperatur
nachts 21–24 °C
70–80 %
Luftfeuchte
nie ganz austrocknen lassen
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Zwerge verlieren über ihren dünnen Panzer schnell Feuchtigkeit. Die größte Gefahr ist ein Becken, das unbemerkt austrocknet. Bewährt hat sich eine feuchte Ecke, die von unten gegossen statt gesprüht wird. Staunässe ist trotzdem zu vermeiden.

Einrichtung

Niedrig und mit Ankerpunkten

Becken: für ein erwachsenes Weibchen etwa 20 × 20 × 20 cm. Höhere Becken sind riskant, ein Sturz kann den prallen Hinterleib verletzen.

Bodengrund: 7 bis 10 cm grabfähiger Bodengrund, den ich extra anmische, angelehnt an die feuchten Waldböden ihrer Heimat. Mehr dazu unter Bodenleben.

Ausstattung: Korkröhren, Rindenstücke und feine Äste als Halt für die Gespinste. Pflanzen sollten robust sein, zarte werden schnell überwebt.

Ernährung

Schnelle Jägerin

Jungtiere bekommen alle paar Tage kleine Schaben oder Heimchen, erwachsene Tiere alle 7 bis 10 Tage ein passendes Futtertier. Futterreste landen oft am Rand des Gespinsts und gehören schnell entfernt, im feuchten Becken schimmeln sie sonst rasch.

Vor und während einer Häutung ist der Röhreneingang oft verschlossen. Dann bleibt kein lebendes Futtertier im Becken.

Verhalten

Blitzschnell statt wehrhaft

Statt zu drohen, verschwindet sie in Sekundenbruchteilen in der Tiefe ihres Gespinsts. Auf die Hand gehört sie deshalb nicht. Ihr Gift gilt als harmlos, Brennhaare hat sie keine.

Anders als fast alle Vogelspinnen lassen sich Geschwister aus demselben Kokon unter strengen Bedingungen gemeinsam halten: gleich groß, viel Struktur und reichlich Futter. Verluste bleiben trotzdem möglich. Ein Weibchen kann nach einer einzigen Verpaarung sogar zwei Kokons hintereinander bauen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • World Spider Catalog, Neoholothele incei (F. O. Pickard-Cambridge, 1899)
  • Guadanucci, J. P. L. & Weinmann, D. (2015): Description of Neoholothele gen. nov. (Araneae, Theraphosidae, Schismatothelinae)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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