Mario Sickert

Pflanzenporträt · Aronstabgewächse

Philodendronmelanochrysum


Samtige, fast schwarzgrüne Blätter mit hellen Adern und kupferfarbenem Austrieb: der Black Gold Philodendron aus Kolumbien. Als Jungpflanze kompakt, mit Kletterhilfe wächst er zu einer großen Schönheit heran.

Im Bestand
als Kletterpflanze, Jungpflanze
Im Handel
„Black Gold“, auch P. andreanum
Botanische Zeichnung einer Philodendron-melanochrysum-Ranke mit samtigen, herzförmigen Blättern, hellen Adern, kupferfarbenem Neutrieb und Luftwurzeln an den Knoten
Illustration, KI-generiert · Philodendron melanochrysum

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Philodendron melanochrysum Linden & André
Synonyme
Philodendron andreanum, P. grandidens
Handelsname
Black Gold Philodendron
Familie
Aronstabgewächse (Araceae)
Herkunft
Kolumbien, feuchte Tropenwälder in den Anden-Vorbergen, belegt aus Chocó und Antioquia
Wuchs
Kletterpflanze mit Luftwurzeln, wächst am Stamm nach oben
Größe
Blätter meist um 25 cm lang, mit Kletterhilfe deutlich länger und schmaler
Erstbeschreibung
1873 durch Linden und André in der Zeitschrift L'Illustration horticole
Giftigkeit
giftig, enthält Calciumoxalat
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Schwarz und Gold

Der Name verrät es: melas heißt schwarz, chrysos heißt gold. Die älteren Blätter sind tief dunkelgrün bis fast schwarz und fühlen sich samtig an, Mittelrippe und Seitenadern heben sich hell davon ab. Neue Blätter treiben kupferfarben bis goldbraun aus und dunkeln dann nach. Im Sonnenlicht schimmert der Samt leicht goldig.

Die Blätter sind herzförmig, an Jungpflanzen noch eher gerundet. Wird die Pflanze älter und darf sie klettern, strecken sie sich in die Länge und werden schmaler, ein typischer Wechsel bei vielen Philodendren. Das Hüllblatt, das jedes neue Blatt beim Austrieb umschließt, vertrocknet und fällt später ab.

Verwechseln lässt sie sich mit anderen samtigen Aronstabgewächsen wie Philodendron gloriosum oder P. verrucosum. Bei P. gloriosum kriecht der Stamm am Boden entlang, bei der Black Gold klettert er nach oben.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht

18–27 °C
Temperatur
nicht dauerhaft unter 15 °C, keine kalte Zugluft
ab 60 %
Luftfeuchte
höher ist besser, trockene Luft zeigt sich an braunen Blatträndern
hell
Licht
indirekt, ohne pralle Mittagssonne

Mit mehr Licht bleiben die Blätter kompakt und kräftig gefärbt, im Halbschatten wird die Pflanze lang und die Blätter bleiben blasser. Pralle Sonne verbrennt den Samt.

Pflege

Stütze geben, Samt in Ruhe lassen

Kletterhilfe: Die Pflanze will nach oben. Ein Moosstab, ein Stück Kork oder eine raue Rückwand lässt die Luftwurzeln greifen. So wächst sie in die Höhe, und die Blätter werden größer. Ohne Halt bleibt sie klein oder hängt durch.

Substrat: locker und luftig, zum Beispiel aus Rinde, Bimsstein oder Perlit mit etwas Laub und Pflanzenerde. Staunässe vertragen die Wurzeln nicht.

Gießen: Die obere Schicht zwischen den Wassergaben antrocknen lassen, dann gründlich gießen und überschüssiges Wasser ablaufen lassen. Sind die Blätter gelb und der Stängel weich, ist es zu nass.

Samtblätter: Besprühen und Abwischen vertragen sie schlecht, Wasserflecken und Staub bleiben im Samt hängen. Staub besser mit einem weichen, trockenen Pinsel entfernen. Feuchte lieber über die Raumluft oder ein geschlossenes Becken erreichen.

Schädlinge: Spinnmilben und Thripse mögen warme, trockene Luft. Die Blattunterseite regelmäßig anschauen, befallene Pflanzen sofort abseits stellen.

Vermehren: über Stecklinge mit mindestens einem Knoten und möglichst einer Luftwurzel, in Wasser oder auf feuchtem Moos.

Meine Pflanze

Jungpflanze mit Samtglanz

Meine Pflanze ist frisch eingezogen und noch jung: drei große, samtig dunkelgrüne Blätter mit hellgrüner Mittelrippe, einen Bambusstab als erste Stütze und einen Korbübertopf. Später darf sie an einem Moosstab oder an einer Rückwand klettern.

Junge Philodendron melanochrysum in einem Korbübertopf mit großen, samtigen dunkelgrünen Blättern und hellen Adern
Philodendron melanochrysumMeine Black Gold als Jungpflanze. Gut zu sehen sind der Samt auf den Blättern und die hellen Adern. Eigene Aufnahme.

Im Vivarium

Für große, feuchte Becken

Die Black Gold braucht Wärme, Feuchte und Platz nach oben. Sie passt deshalb in große Regenwaldbecken oder Paludarien mit hoher Rückwand, und weniger in kleine Becken. Mit dem Wachstum werden Blätter und Triebe so groß, dass sie dort regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen.

Für Tiere, die gern klettern und Blätter anknabbern, ist sie keine gute Wahl, denn das Fressen schadet den Tieren. Vogelspinnen, Asseln und Tausendfüßer lassen die Blätter meist in Ruhe.

Giftig: Wie alle Aronstabgewächse enthält sie Calciumoxalat. Für Hunde, Katzen, Kinder und Tiere, die Pflanzen fressen, ist sie giftig. Nach dem Schneiden die Hände waschen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Herkunftsangaben stützen sich auf die folgenden Quellen, die Pflegewerte sind Richtwerte aus allgemeiner Aronstab-Pflege und eigener Erfahrung und können von Pflanze zu Pflanze abweichen. Jede Pflanze zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Pflanzen und Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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