Mario Sickert

Artenporträt · Asseln

Porcelliospatulatus „Coros“


Flach, breit und schiefergrau mit hellem Rand: Die Spatelassel ist eine ruhige Oberflächenbewohnerin, die es trocken mag. Bei mir lebt die Lokalform „Coros“. Nach Händlerangaben ist sie nach einem Ort in Sardinien benannt, ganz geklärt ist die Herkunft aber nicht.

Im Bestand
„Coros“
Herkunft
Sardinien, laut Händlern
Zeichnung einer Assel von oben: sehr flacher, breiter, graubrauner Körper mit hellem Rand, sieben Rückenplatten und zwei langen Fühlern
Illustration, KI-generiert · Porcellio spatulatus „Coros“

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Porcellio spatulatus Costa, 1882
Bedeutung
spatulatus heißt „spatelförmig“ (lateinisch spatula, Spatel)
Trivialname
Spatelassel
Einordnung
Asseln (Isopoda) · Familie Porcellionidae
Herkunft
westlicher Mittelmeerraum; die Erstbeschreibung erschien in einer Arbeit über die Fauna Sardiniens. Händler nennen außerdem Korsika, Sizilien und Tunesien.
Form „Coros“
benannt nach einem Ort im Nordwesten Sardiniens (Händlerangabe), andere Händler nennen Griechenland. Das widerspricht sich.
Größe
etwa 1,5 bis 2,1 cm nach Händlerangaben; veröffentlichte Messwerte habe ich nicht gefunden
Aussehen
flach und breit, schiefergrau bis bläulich, dunkler Streifen über dem Rücken, heller, fast durchscheinender Rand
Lebensweise
Oberflächenbewohnerin, gräbt nicht; kann sich nicht einrollen
Aktivität
vor allem früh morgens und nachts
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Flach wie ein Schild

Von oben wirkt sie fast wie ein Schild: breit, flach, mit hellem, fast durchscheinendem Rand. Die Grundfarbe ist schiefergrau bis bläulich, über den Rücken zieht ein dunklerer Streifen. Jungtiere sind cremefarben bis blassgrau und dunkeln beim Wachsen nach.

Sie kann sich nicht zu einer Kugel einrollen. Bei Störung drückt sie den flachen Körper in eine enge Spalte oder läuft schnell davon.

Meine Tiere

Die Form „Coros“ bei mir

Gruppe grauer, bläulich schimmernder Asseln mit hellem Rand und dunklen Querbändern auf Kork
Mehrere graue Asseln mit hellem Rand auf einem Rindenstück, in der Mitte ein großes Tier

Eigene Aufnahmen von meiner Gruppe auf Kork und Rinde. Auf den Fotos wirken die Rückenplatten hell und dunkel quer gebändert, der Rand ist hell.

Herkunft

Woher kommt „Coros“?

Zwei Händler nennen Coros als Ort in Sardinien, einer von ihnen genauer als historischen Ort im Nordwesten, in der Nähe von Sassari. Dieser Händler beschreibt die Form als heller als Tiere von anderen Fundorten auf der Insel. Zwei andere Händler geben Griechenland als Herkunft an. Das passt nicht zusammen, ich konnte es nicht klären.

Sicher ist nur, dass die Art von Costa 1882 in einer Arbeit über die Fauna Sardiniens beschrieben wurde. „Coros“ ist ein Handelsname für eine Fundortform, keine wissenschaftliche Einheit.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

20–26 °C
Temperatur
verträgt 18–28 °C laut Händlern, dauerhaft nicht über 28 °C
45–55 %
Luftfeuchte
eher trocken, nur eine Ecke feucht
ohne UV
Licht
früh morgens und nachts aktiv

Die Art gilt als eine der trockenen Asseln. Gehalten wird mit Feuchtegefälle: der größere Teil bleibt trocken, nur eine Ecke, zum Beispiel unter Moos, ist feucht. Gute Belüftung ist wichtig. Ein geschlossener, nasser Behälter ist laut Händlern die häufigste Ursache für Verluste. Kühle Räume bremsen das Wachstum der Kolonie.

Einrichtung & Futter

Flach, trocken und gut belüftet

Bodengrund: eine flache Schicht Laubhumus, darauf Laub und weißfaules Holz. Dazu flache Verstecke mit engen Spalten, zum Beispiel Rindenstücke, Kork oder Schiefer.

Futter: Laub und weißfaules Holz als Grundlage. Zwei- bis dreimal pro Woche Eiweiß, zum Beispiel getrocknete Garnelen oder Fischflocken, dazu etwas Gemüse. Sepia ist immer vorhanden. Bei Eiweißmangel können Kolonien häutende Tiere anfressen.

Vermehrung

Fruchtbar in der warmen Jahreszeit

Eingewöhnte Kolonien gelten als fruchtbar. Im Sommer wachsen sie am besten, im Winter wird es langsamer. Frisch eingezogene Tiere wirken zunächst ruhig. Händler empfehlen, mit mindestens 20 Tieren zu starten.

Häutung: in zwei Hälften, wie bei allen Asseln. Mehr dazu unter Häutung verstehen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Zu dieser Art und Form gibt es kaum Fachliteratur, die ich finden konnte. Name und Autor stammen aus dem Artenverzeichnis, alles andere aus Händlerangaben, meinen Fotos und eigener Haltung. Wo sich Händler widersprechen, steht das so da.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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