Mario Sickert

Artenporträt · Asseln

Porcellionidespruinosus


Flink, robust und sehr vermehrungsfreudig: Porcellionides pruinosus gilt als unkomplizierte Assel. Bei mir lebt sie in zwei gefleckten Zuchtformen, „KOI“ und „KOI Orange“, benannt nach den bunten Koi-Karpfen.

Im Bestand
„KOI“ & „KOI Orange“
Herkunft
Mittelmeerraum, weltweit verschleppt
Zeichnung zweier Asseln nebeneinander, links gefleckt in Schwarz, Braun und Weiß, rechts in Orange und Weiß
Illustration, KI-generiert · Porcellionides pruinosus „KOI“ und „KOI Orange“

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Porcellionides pruinosus (Brandt, 1833)
Bedeutung
pruinosus heißt „bereift“, nach dem matten, wie bepudert wirkenden Körper der Wildform
Trivialname
im Hobby oft „Kubanische Asseln“, obwohl sie nicht aus Kuba stammen
Einordnung
Asseln (Isopoda) · Familie Porcellionidae
Herkunft
ursprünglich Mittelmeerraum, inzwischen auf allen Kontinenten außer der Antarktis
Größe
bis etwa 1,1 bis 1,2 cm
Wildform
meist leicht bläulich-violett bis grau
Formen
„KOI“ und „KOI Orange“; im Hobby außerdem „Powder Blue“ und „Powder Orange“, die zweite lebt auch bei mir
Lebensdauer
2 bis 3 Jahre in menschlicher Obhut
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Grau in der Natur, bunt im Hobby

Die Wildform wirkt grau bis leicht bläulich und wie mit Puder bestäubt. Die Zuchtformen sind dagegen bunt gefleckt, wie ein Koi.

Farbformen

„KOI“ und „KOI Orange“: gleiche Art, gleiche Pflege

Auf der Zeichnung links trägt „KOI“ graue bis schwarze und braunorange Flecken auf hellem Grund. „KOI Orange“ rechts hat nur orange Flecken auf hellem Grund. Beides ist dieselbe Art und wird gleich gehalten. Alles auf dieser Seite gilt also für beide.

Wer eine Form sauber erhalten möchte, hält sie getrennt von den anderen Formen.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

21–27 °C
Temperatur
verträgt 15–28 °C laut Händlerangabe
50–60 %
Luftfeuchte
verträgt Trockenheit, ein Drittel feucht
ohne UV
Licht
tag- und nachtaktiv

Die Art ist anspruchslos, braucht aber eine feuchte Ecke, in die sie ausweichen kann. Ganz austrocknen darf der Boden nicht.

Einrichtung & Futter

Unkompliziert und hungrig

Bodengrund: Laubhumus mit weißfaulem Holz, Laub und Kalk. Etwa ein Drittel bleibt feucht, zum Beispiel mit einer Moosecke, der Rest darf antrocknen.

Futter: Laub und weißfaules Holz als Grundlage. Gemüse mag sie lieber als Obst, das Fliegen anlockt. Zweimal pro Woche Eiweiß, zum Beispiel Fischflocken, und immer Sepia. Die Tiere fressen sehr aktiv.

Als Helfer: In einigen meiner Becken arbeiten sie als flinke Zersetzer mit, mehr dazu unter Bodenleben.

Vermehrung

Schnell und zahlreich

Die Art vermehrt sich rasch und bekommt große Würfe. Eine eingewöhnte Kolonie wächst schnell, deshalb lohnt es sich, früh eine zweite Box vorzubereiten.

Häutung: in zwei Hälften, wie bei allen Asseln. Mehr dazu unter Häutung verstehen.

Gut zu wissen

Ein Kosmopolit im Komposthaufen

In kühleren Regionen lebt die Art zunehmend in der Nähe des Menschen, zum Beispiel in Komposthaufen in Frankreich, England und Belgien, wo die Verrottung Wärme erzeugt. In der Roten Liste Deutschlands wird sie nicht bewertet, weil sie eingeschleppt wurde.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Angaben zur Art stammen aus Nachschlagewerken, die Haltungswerte aus Hobby- und Händlerangaben und eigener Haltung. Die Beschreibung der Farbformen folgt meiner Zeichnung.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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