Mario Sickert

Artenporträt · Schaben

Pseudoglomerismagnifica


Metallisch grün mit kupfernem Schimmer, rund wie ein kleiner Käfer und tagaktiv: Die Smaragdschabe aus Vietnam und Südchina sieht kaum aus wie eine Schabe. Sie lebt auf Bäumen, die Weibchen sind flügellos, die Männchen tragen Flügel. Bei mir zieht demnächst eine Gruppe von etwa zehn Nymphen ein.

Im Bestand
bald als Nymphengruppe
Herkunft
Vietnam und Südchina
Zeichnung eines Paares der Smaragdschabe auf einem flechtenbewachsenen Ast: ein flügelloses, rundes Weibchen und ein schlankeres Männchen mit Flügeln, beide metallisch grün mit kupfernem Schimmer, daneben ein Stück Apfel
Illustration, KI-generiert · Pseudoglomeris magnifica

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Pseudoglomeris magnifica Shelford, 1907
Hinweis zum Namen
Das Cockroach Species File führt die Art als Pseudoglomeris magnifica, Wikipedia als Corydidarum magnifica. Als Synonym gilt Pseudoglomeris dubia Hanitsch, 1924. Im Hobby und im Handel ist Pseudoglomeris magnifica üblich.
Trivialname
Smaragdschabe; englisch Emerald cockroach
Einordnung
Schaben (Blattodea) · Familie Blaberidae · Unterfamilie Perisphaerinae
Herkunft
Vietnam und Südchina, nach Wikipedia unter Laubstreu und an Baumrinde. Die Syntypen stammen aus Tonkin in Vietnam, das Typusexemplar des Synonyms aus Yunnan in China
Größe
etwa 3 bis 4 cm, Weibchen größer und kräftiger als Männchen
Flügel
nur Männchen, Weibchen sind flügellos. Die Männchen gleiten laut einem Halter nur, nach einer anderen Quelle können sie fliegen
Geschlechter
laut einem Halter hat das Weibchen ein großes Segment an der Spitze der Subgenitalplatte, das Männchen zwei kleinere. Männchen sind schlanker
Aktivität
tagaktiv und baumbewohnend, klettert auch an glatten Flächen
Fortpflanzung
lebendgebärend, die Jungen sitzen zunächst auf der Unterseite der Mutter
Lebensdauer
Weibchen fast 2 Jahre, bei den Männchen weichen die Angaben stark ab (siehe unten)
Schutzstatus
Schaben stehen meines Wissens nicht in den CITES-Anhängen. Für diese Art habe ich weder einen Eintrag noch eine IUCN-Bewertung gefunden

Erkennen

Ein Juwel auf sechs Beinen

Die Oberseite glänzt metallisch und wechselt je nach Licht zwischen Grün und Kupfer. Ein Halter meint, die Art erinnere eher an einen Rosenkäfer als an eine Schabe. Das ist seine Vermutung, belegt ist es nicht.

Frisch gehäutet ist die abgestreifte Haut weiß bis ocker und dunkelt beim Trocknen nach. Gefressen wird sie nicht. Die Larven sind nur etwa 3 mm groß und entkommen durch winzige Spalten.

Die Männchen werden nach einer Quelle etwa einen Monat vor den Weibchen geschlechtsreif. Woran man die Geschlechter unterscheidet, steht im Steckbrief oben.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

23–28 °C
Temperatur
Quellen nennen 23 bis 29 °C
60–80 %
Luftfeuchte
nur etwa ein Drittel feucht
3–4 cm
Größe
Weibchen größer

Die Quellen nennen 23 bis 28 °C, 24 bis 28 °C und 24 bis 29 °C. Ein Halter hält am wärmsten Punkt bis 30 °C für unproblematisch. Eine Quelle schreibt, Stämme aus China könnten im Winter eine kühle Ruhe von etwa 15 bis 18 °C bevorzugen, vietnamesische Tiere dagegen würden ganzjährig warm gehalten. Welcher Stamm bei mir einzieht, weiß ich noch nicht.

Bei der Feuchte sind sich die Quellen einig: Die Luft soll feucht sein, die Oberfläche des Bodens aber nicht nass. Etwa ein Drittel des Behälters wird befeuchtet, der Rest bleibt trockener. Ein Halter sprüht möglichst täglich, weil die Tiere Wassertropfen von Glas und Blättern trinken. Stehende Luft bremst laut einer Quelle die Vermehrung, zu viel Zug bei sehr trockener Luft macht ebenfalls Probleme.

Einrichtung

Hoch, senkrecht und dicht verschlossen

Behälter: Die Tiere klettern, deshalb zählt die Höhe. Ein Halter hält eine Gruppe von zehn lange in einer Box mit 28 × 19 × 14 cm (5 Liter), ein Händler empfiehlt einen senkrechten Behälter mit 10 bis 20 Litern für fünf bis zehn Tiere.

Ausbruchsschutz: Alle Entwicklungsstufen klettern an Glas und Kunststoff. Der Deckel muss dicht schließen, Nymphen entkommen durch sehr kleine Spalten. Ein Händler schlägt einen Streifen Schaumstoff als Zugluftstopper vor.

Substrat: Ein Halter nimmt 5 bis 10 cm Waldhumus und impft ihn mit Springschwänzen, die Kot und Futterreste abbauen und Schimmel vorbeugen. Ein anderer Halter schreibt, die Art sei empfindlich gegenüber Asseln und großen Springschwänzen. Hier sind sich die Quellen nicht einig.

Verstecke und Klettermöglichkeiten: gebogene Rindenstücke, morsches Holz (dort bohren sie kleine Gänge, und trächtige Weibchen sitzen oft darin) und Äste, am besten mit Flechten, die zusätzlich Futter liefern. Zum Häuten bevorzugen sie eine feuchte Stelle, deshalb gehört je ein Versteck auf den Boden und eines erhöht in den Behälter.

Ernährung

Süßes Obst, Pollen und Flechten

Bevorzugt wird süßes Obst wie Mango, Honigmelone, Banane und Apfel. Dazu fressen die Tiere Flechten und Pollen. Pollen gilt in zwei Quellen als wichtigste Eiweißquelle, ein Händler nennt Pollen und Flechten sogar unverzichtbar. Zusätzlich werden Fischflocken, Insektengelee oder Futter für Tausendfüßer genannt, ein Halter streut das Tausendfüßerfutter einmal pro Woche auf Korkrinde. Für Kalk nennt ein Händler Schulp oder zerstoßene Austernschale.

Obstreste werden nach ein bis zwei Tagen entfernt. Für Tage ohne Futtergabe kann süßes Insektengelee dienen.

Fortpflanzung

Lebendgebärend, aber mit viel Geduld

Die Art ist lebendgebärend: Die Jungtiere kommen lebend zur Welt und bleiben bis zur ersten Häutung auf der Unterseite der Mutter. Ein Halter berichtet, dass Neugeborene eine längere Trennung von erwachsenen Weibchen selten überleben.

Zu den Zahlen weichen die Quellen stark ab, deshalb stehen hier die Spannen:

Tragzeit
von 1,5 bis 2 Monaten unter besten Bedingungen bis 6 Monate, bei Kälte, zu hoher Feuchte, schlechtem Futter oder Stress kann sie sich verdoppeln bis verdreifachen
Wurfgröße
höchstens 12, etwa 12 bis 20 oder etwa 15 bis 20 Nymphen
Geschlechtsreife
6 bis 9 Monate nach einer Quelle, 8 bis 12 Monate nach zwei anderen. Auch Futter und Temperatur spielen hinein
Lebensdauer
Weibchen fast 2 Jahre. Männchen leben nach einer Quelle nur wenig länger als einen Monat als erwachsene Tiere, nach einer anderen mindestens 5 bis 7 Monate

Eine Quelle schreibt, dass die Vermehrung schon bei leicht schlechten Bedingungen stark nachlässt. Ein Händler nennt die Haltung mittelschwer.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Fachliteratur zur Haltung dieser Art habe ich nicht gefunden. Name, Einordnung und Herkunft stammen aus Nachschlagewerken, die Haltungsangaben aus Halterberichten und Händlerseiten. Wo sich die Quellen widersprechen, stehen beide Angaben da.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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