Pflanzenporträt · Spargelgewächse
Sansevieriacylindrica
Runde, steife Blätter, die wie grüne Speere aus dem Boden wachsen: Der Bogenhanf ist mit der Schwiegermutterzunge mit ihren flachen Blättern verwandt, sieht aber ganz anders aus. Heute wird die Art nach der Botanik zu Dracaena gestellt, im Handel heißt sie weiter Sansevieria.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Sansevieria cylindrica; botanisch heute Dracaena angolensis
- Trivialname
- Bogenhanf
- Familie
- Spargelgewächse (Asparagaceae), Unterfamilie Nolinoideae; die Gattung Sansevieria wurde in Dracaena eingegliedert
- Herkunft
- Angola im südlichen Afrika; eine andere Seite nennt trockene Savannen südlich der Sahara
- Blätter
- dünn, lang und rund statt flach, glatt, grau- bis hellgrün mit dunkleren Querbändern, in steifer, fächerartiger Rosette
- Größe
- Blätter etwa 3 cm dick und bis etwa 2 m hoch, im Zimmer wächst die Pflanze langsam
- Blüten
- klein, röhrig, etwa 3 cm, grünlich-weiß mit rosa Hauch; sie blüht selten, jeder Trieb nur einmal, meist im März
- Giftig
- schwach giftig, für Katzen und Hunde
Erkennen
Sorten und geflochtene Pflanzen
Neben der Wildform gibt es die Sorte „Variegata“ mit mehr gelbgrüner Färbung und „Boncel“, deren Blätter sich fächerförmig ausbreiten statt senkrecht zu stehen. Wikipedia nennt außerdem die Varietät patula.
Im Handel werden die Blätter oft geflochten, gebündelt oder mit Kappen versehen. Das sind nach Plantura Zutaten des Händlers und keine Merkmale von Art oder Sorte.
Standort
Temperatur, Feuchte, Licht
Ein heller, sonniger Platz ist am besten, die Pflanze kommt aber auch mit weniger Licht zurecht, wächst dann langsamer und die Blattfarben werden matter. Direkte Sonne sollte man langsam steigern. Zugluft und große Temperaturschwankungen mag sie nicht. Im Sommer darf sie an einen sonnigen, trockenen Platz im Freien, solange es über 12 °C bleibt.
Pflege
Lieber zu trocken als zu nass
Substrat: schnell durchlässig und nährstoffarm, zum Beispiel Kakteen- oder Sukkulentenerde. Alternativ Blumenerde mit mineralischen Anteilen oder grobem Sand, dazu eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies.
Gießen: wenig, denn zu viel Wasser ist das größere Risiko. Gegossen wird erst, wenn die oberste Schicht trocken ist. Die Quellen nennen im Sommer etwa alle zwei Wochen und im Winter etwa alle vier Wochen.
Düngen: sparsam: von März bis Oktober etwa alle drei bis vier Wochen mit schwachem Kakteen- oder Grünpflanzendünger, im Winter nicht.
Umtopfen: nur selten, im Frühjahr, in einen flachen, breiten Topf, der nur etwas größer ist. Die dicken Rhizome brauchen Platz.
Vermehren: durch Teilen des Wurzelballens, jedes Stück braucht mindestens ein Blatt und gute Wurzeln. Oder ein gesundes Blatt in 10 bis 15 cm lange Stücke schneiden, einige Tage antrocknen lassen und in leicht feuchte Anzuchterde stecken. Aus Samen wird es selten, weil die Pflanze kaum blüht.
Wichtig
Schwach giftig
Für die Schwiegermutterzunge, Sansevieria trifasciata, führt die ASPCA Hunde und Katzen als gefährdet auf, mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall und Saponinen als Wirkstoff. Für den Bogenhanf habe ich keine eigene Angabe gefunden, er gilt nach Plantura als schwach giftig. Für Menschen, Hunde und Katzen sind die Wirkungen begrenzt, für kleine Tiere wie Ratten und Mäuse kann sie tödlich sein. Sie gehört deshalb außer Reichweite von Haustieren.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte aus Pflanzenlexika und Gartenseiten, dazu kommt eigene Pflege. Bei den Gießabständen sind sich die Quellen nicht ganz einig, deshalb nenne ich Spannen. Zur Giftigkeit des Bogenhanfs gibt es keine eigene Angabe, die Aussagen gelten für die ganze Gattung.
- Wikipedia, Eintrag Dracaena angolensis (Namensgeschichte, Herkunft, Blätter, Größe, Blüten, Sorten)
- Plantura, Bogenhanf-Pflanzenporträt (Sorten, Licht, Temperatur, Umtopfen, Vermehren, Giftigkeit, Blüte)
- Gartenjournal, Bogenhanf-Pflege (Temperatur, Gießen, Substrat, Düngen, Vermehren)
- ASPCA, Snake Plant (Giftigkeit der Sansevieria trifasciata)
Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.