Mario Sickert

Pflanzenporträt · Spargelgewächse

Sansevieriatrifasciata


Steife Blätter, die kaum Pflege verlangen: Der Bogenhanf verzeiht fast alles. Bei mir stehen die Stammform und zwei Sorten, die niedrige 'Golden Hahnii' und die silbrige 'Moonshine'. Botanisch heißt er inzwischen Dracaena trifasciata, im Handel bleibt es bei Sansevieria.

Im Bestand
Stammform
Sorten
'Golden Hahnii' (3 Pflanzen), 'Moonshine'
Zeichnung von drei Bogenhanf-Pflanzen in Tontöpfen: links hohe dunkelgrüne Blätter mit hellen Querbändern, in der Mitte eine niedrige Rosette mit gelben Streifen, rechts silbrig hellgrüne Blätter
Illustration, KI-generiert · links Stammform, Mitte 'Golden Hahnii', rechts 'Moonshine'

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Dracaena trifasciata, bis 2017 als Sansevieria trifasciata geführt
Trivialname
Bogenhanf, Schwiegermutterzunge; englisch snake plant
Familie
Spargelgewächse (Asparagaceae)
Herkunft
tropisches Westafrika, von Nigeria bis in den Kongo
Wuchs
immergrün, Blätter stehen steif aufrecht in einer Rosette, Ausbreitung über kriechende Rhizome
Größe
Stammform: Blätter meist 70–90 cm lang und 5–6 cm breit, unter besten Bedingungen auch über 2 m hoch. 'Hahnii' bleibt als Zwergform niedrig, 'Moonshine' wird nach Händlerangaben etwa 30 bis 60 cm hoch
Giftig
schwach giftig für Mensch und Haustiere, als Giftstoff werden Saponine genannt

Erkennen

Stammform und zwei Sorten

Stammform: hohe, schwertförmige, dunkelgrüne Blätter mit helleren Querbändern. Gelb gerandete Formen wie 'Laurentii' gelten als eigene Sorten.

'Golden Hahnii': die gelb gezeichnete Form der Zwergsorte 'Hahnii'. Diese bildet eine kurze, trichterförmige Rosette aus 6 bis 12 Blättern, die einfache 'Hahnii' ist dunkelgrün mit cremeweißen Querstreifen. 'Golden Hahnii' hat den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society bekommen, eine Auszeichnung für bewährte Gartenpflanzen.

'Moonshine': breite, dicke Blätter in einem einheitlich silbrigen Hellgrün, matt, nach Beschreibungen mit hellgrünen Flecken und schmalem dunkelgrünem Rand. Sie ist deutlich weniger gemustert als die anderen Bogenhanf-Formen. Ob sie sauber zu Dracaena trifasciata gehört, ist nicht ganz klar: Pflanzenlisten führen sie überwiegend dort, die Wikipedia-Sortenliste nennt sie nicht.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht

15–27 °C
Temperatur
kurz kühler geht, etwa 10 °C ist die Untergrenze
egal
Luftfeuchte
verträgt trockene Zimmerluft
hell bis schattig
Licht
verträgt auch sehr wenig, dann wächst sie langsam

Die Stammform kommt mit Halbschatten zurecht und verträgt zwei bis sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Bei zu wenig Licht wächst sie langsamer, und bei der silbrigen 'Moonshine' verblasst die Farbe. Pralle Sonne kann ihre Blätter verbrennen.

Pflege

Gießen und Substrat

Gießen: von Frühjahr bis Herbst erst, wenn das Substrat durchgetrocknet ist. Im Winter nur alle ein bis zwei Monate. Zu viel Wasser ist der häufigste Fehler und führt zu Wurzelfäule. Der Bogenhanf nutzt CAM-Photosynthese: Er öffnet seine Spaltöffnungen nachts und verliert so tagsüber wenig Wasser. Das macht ihn trockenheitsfest.

Substrat: gut durchlässig und eher sandig, zum Beispiel mineralisch gemischte Erde.

Vermehren: durch Teilen des Rhizoms oder durch Blattstecklinge. Aus Stecklingen verschwindet allerdings die Panaschierung. Wer eine gestreifte Sorte erhalten will, teilt deshalb die Pflanze und steckt keine Blätter.

Schädlinge: Wollläuse und Spinnmilben, ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.

Jahreslauf

Im Winter fast trocken

In den dunklen Monaten wächst sie kaum, dann wird nur ganz sparsam gegossen, etwa alle ein bis zwei Monate.

Geblüht wird in der Wohnung nur selten. Wenn doch, öffnen sich grünlich weiße bis cremefarbene, klebrige Blüten, die nachts zum Teil duften.

Wichtig

Giftig, aber gering

Der Bogenhanf gilt als schwach giftig. Wer Blätter anknabbert, bekommt Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, bei Katzen kommen Speicheln und geweitete Pupillen hinzu. Als Giftstoffe werden Saponine genannt. Er gehört deshalb außer Reichweite von Kindern und Haustieren.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte aus Pflanzenlexika und Händlerangaben, dazu kommt eigene Pflege. Die Quellen sind sich in Einzelheiten nicht einig, etwa bei den Gießabständen im Winter, deshalb nenne ich Spannen.

  • Wikipedia, Eintrag Dracaena trifasciata (Systematik, Herkunft, Sorten, Giftigkeit)
  • NC State Extension Plant Toolbox, Dracaena trifasciata (Licht, Wasser, Boden, Sorten 'Hahnii' und 'Moonshine')
  • Gardenia, Sansevieria trifasciata 'Moonshine' (Größe, Licht, Temperatur)

Dazu kommt der Rat von Avventura Plants. Sie steht mir bei Fragen zu Pflanzen immer wieder zur Verfügung und erklärt mir geduldig vieles.

Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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