Mario Sickert

Artenporträt · Mantiden

Sibyllapretiosa


Ein langer, dünner Vorderkörper, blattartige Lappen an den Beinen und ein zapfenartiger Aufsatz auf dem Kopf: Die Flechtenmantis sieht aus wie ein Stück raue Rinde und ist eine der wenigen Fangschrecken, die sich sogar in der Gruppe vertragen.

Im Bestand
Neuzugang
Herkunft der Art
südliches und östliches Afrika
Zeichnung einer Sibylla pretiosa von der Seite: langer schlanker Vorderkörper, blattartige Beinlappen und ein zapfenartiger Kopfaufsatz
Illustration, KI-generiert · Sibylla pretiosa

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Sibylla pretiosa (Stål, 1856)
Trivialname
Flechtenmantis, Cryptic Mantis
Familie
Sibyllidae
Herkunft
südliches und östliches Afrika, unter anderem Südafrika, Simbabwe, Malawi und Mosambik; trockene bis subtropische Waldränder und Buschsavannen
Größe
Weibchen etwa 5–6 cm, Männchen etwas kleiner und deutlich filigraner, um 4–4,5 cm
Lebenserwartung
Weibchen als Imago meist 6–9 Monate, Männchen nur 2–3 Monate
Haltung
ungewöhnlich verträglich, bei ausreichend Futter auch in der Gruppe möglich, siehe unten
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Getarnt wie ein Stück Flechte

Ein sehr langer, dünner Prothorax, blattartige Lappen (Lobien) an den Beinen und ein markanter, zapfenartiger Aufsatz auf dem Kopf lassen sie wie ein Stück raue Flechte oder trockenes Holz wirken. Die Färbung ist meist hell- bis graubraun, teils mit grünlichen Flecken.

Klima

Warm, feucht und gut belüftet

25–30 °C
Temperatur
nachts kühler, um 20–22 °C
70 % tags, 80 % nachts
Luftfeuchte
abends durch leichtes Sprühen erreicht
Doppellüftung
Belüftung
stehende Luft begünstigt Pilzinfektionen

Fangschrecken reagieren empfindlich auf stehende Luft, deshalb sind Lüftungsflächen oben und unten wichtig, um tödliche Pilzinfektionen durch Staunässe zu vermeiden.

Einrichtung

Verzweigte Äste, freier Platz nach oben

Terrarium: ab etwa 20 × 20 × 30 cm für ein Einzeltier, bei Gruppenhaltung entsprechend größer.

Einrichtung: viele filigrane, stark verzweigte Zweige, etwa Korkenzieherweide, sowie flechtenbehangene Äste. Im oberen Drittel muss ausreichend Platz frei bleiben, mindestens die dreifache Körperlänge nach unten, damit sich die Tiere gefahrlos häuten können.

Ernährung

Nur fliegende, nie wehrhafte Beute

Futtertiere: Fruchtfliegen, kleine Fliegenarten und Wachsmotten passen ins Beuteschema.

Große, wehrhafte Beute wie Heimchen, Grillen oder dicke Schaben sollten nie gefüttert werden: Die Fangbeine dieser Art sind sehr dünn und filigran, ein kräftiges Futtertier kann sie abbeißen oder das Tier bei der Häutung verletzen.

Sozialverhalten

Eine der wenigen geselligen Mantiden

Anders als fast alle Fangschrecken gilt sie als ausgesprochen verträglich. Berichten aus der Haltung zufolge lässt sie sich bei durchgehend ausreichendem Futterangebot auch in der Gruppe halten, selbst adulte Tiere. Ein Restrisiko bleibt dennoch: Wird das Futter knapp, greifen auch sie kleinere Artgenossen an, und Weibchen können Männchen erbeuten. Wer auf Nummer sicher gehen will, trennt die Geschlechter oder hält einzeln.

Verhalten

Schreckhaft statt angriffslustig

Bei einer Störung greift sie so gut wie nie an. Stattdessen lässt sie sich blitzschnell fallen, stellt sich tot (Katalepsie) oder fliegt davon. Ein reines Beobachtungstier, nicht für häufiges Handling gemacht.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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