Mario Sickert

Artenporträt · Mantiden

Sphodromantislineola


Ein wuchtiger, klassisch gebauter Fangschrecken-Körper mit kräftigen Fangbeinen und einer Färbung, die von sattem Grün bis Beigebraun reicht: Die Afrikanische Riesenmantis gilt als die Einsteigerart schlechthin in der Mantiden-Haltung.

Im Bestand
1 Tier, Kunoichi
Herkunft der Art
West-, Zentral- und südliches Afrika
Zeichnung zweier Sphodromantis lineola von der Seite: ein schlankeres grünes Männchen mit langen Fühlern links, ein kräftigeres, massigeres grünes Weibchen rechts
Illustration, KI-generiert · Sphodromantis lineola, Männchen und Weibchen im Vergleich

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Sphodromantis lineola (Burmeister, 1838)
Trivialname
Afrikanische Riesenmantis, im englischen Sprachraum African Mantis oder African Lined Mantis
Familie
Mantidae
Herkunft
weite Teile West-, Zentral-, Ost- und des südlichen Afrikas, Busch- und Baumsavannen
Größe
Weibchen bis etwa 8 cm, kompakt und massig; Männchen mit 6–7 cm kleiner und deutlich schlanker
Lebenserwartung
Weibchen leben als Imago mehrere Monate, Männchen nach der Reifehäutung meist nur wenige Wochen
Haltung
Einzelhaltung ab dem mittleren Nymphenstadium
Schutzstatus
nicht geschützt, keine CITES-Listung

Farben & Erkennen

Von sattem Grün bis Beigebraun

Die Grundfarbe fällt von Tier zu Tier unterschiedlich aus: Die meisten Exemplare sind kräftig grün, es gibt aber ebenso beige und braune Farbvarianten. Braune Tiere zeigen dabei gelegentlich auffällig violett schimmernde Augen. Welche Farbe ein Tier am Ende trägt, ist zu einem Teil genetisch angelegt, wird aber auch von den Bedingungen während der Nymphenstadien mitbestimmt, etwa von Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnissen im Terrarium.

Unabhängig von der Farbvariante lässt sich die Art an einem gelblichen Fleck auf den Vorderflügeln erkennen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich außerdem deutlich in der Statur: Weibchen wirken kompakt und wuchtig mit vergleichsweise kurzen Flügeln, Männchen sind schlanker und tragen Flügel, die etwas über das Hinterleibsende hinausragen.

Klima

Anspruchslos, aber nicht frostfest

22–30 °C
Temperatur
ideal um 25 °C, nachts nicht unter 17 °C
50–60 %
Luftfeuchte
reicht meist ohne tägliches Sprühen
2× pro Woche
Sprühintervall
damit ausreichend Tropfen zum Trinken entstehen

Im Vergleich zu vielen anderen Mantiden ist diese Art bei Temperatur- und Feuchteschwankungen erstaunlich gutmütig. Kritisch wird es nur bei anhaltender Kälte: Unter etwa 5 °C drohen ernsthafte Schäden bis hin zum Tod.

Einrichtung

Ausreichend Höhe für die Häutung

Terrarium: als Minimum gelten etwa 24 cm Höhe und 16 cm Breite, komfortabler sind Maße wie 30 × 20 × 30 cm (H/B/T).

Einrichtung: mehrere Äste und Zweige zum Klettern, dazu ein Deckel aus Gaze oder Fliegengitter. Wie bei allen Fangschrecken muss im oberen Bereich genug Platz frei bleiben, damit sich die Tiere beim Häuten kopfüber ungestört ausstrecken können.

Ernährung

Eine der hungrigsten Jägerinnen im Hobby

Futtertiere: Fliegen, Motten, Heimchen, Grillen und Schaben wie Shelfordella lateralis werden gleichermaßen angenommen.

Weibchen überwältigen dank ihrer kräftigeren Statur auch großzügig bemessene Beute ohne Zögern, Männchen zeigen sich bei sehr großen Futtertieren wie Wüstenheuschrecken dagegen vorsichtiger. Getrunken wird von den Tropfen, die beim Sprühen an Ästen und Terrarienscheiben entstehen.

Sozialverhalten & Fortpflanzung

Strikte Einzelgänger

Eine dauerhafte Gruppenhaltung scheitert bei dieser Art fast immer am Kannibalismus. Nur jüngere Nymphen bis etwa zum vierten Stadium lassen sich bei sehr viel Platz und durchgehendem Futterangebot kurzzeitig zusammen halten, danach sollte spätestens getrennt werden.

Die Verpaarung findet in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Reifehäutung des Weibchens statt. Damit das Männchen die Begegnung übersteht, sollte das Weibchen davor gut und regelmäßig gefüttert werden.

Gut zu wissen

Die unverwüstliche Einsteigerart

Wer in die Mantiden-Haltung einsteigen möchte, findet in dieser Art einen verlässlichen Begleiter: Sie frisst zuverlässig und verzeiht kleinere Fehler bei Temperatur und Feuchtigkeit besser als die meisten anderen Arten.

Typische Stolpersteine bleiben trotzdem dieselben wie bei anderen Fangschrecken: Überfütterung kann zu einem gefährlich prall gefüllten Hinterleib führen, und fehlender Platz nach oben begünstigt Abstürze bei der Häutung.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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