Artenporträt · Mantiden
Sphodromantislineola
Ein wuchtiger, klassisch gebauter Fangschrecken-Körper mit kräftigen Fangbeinen und einer Färbung, die von sattem Grün bis Beigebraun reicht: Die Afrikanische Riesenmantis gilt als die Einsteigerart schlechthin in der Mantiden-Haltung.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Sphodromantis lineola (Burmeister, 1838)
- Trivialname
- Afrikanische Riesenmantis, im englischen Sprachraum African Mantis oder African Lined Mantis
- Familie
- Mantidae
- Herkunft
- weite Teile West-, Zentral-, Ost- und des südlichen Afrikas, Busch- und Baumsavannen
- Größe
- Weibchen bis etwa 8 cm, kompakt und massig; Männchen mit 6–7 cm kleiner und deutlich schlanker
- Lebenserwartung
- Weibchen leben als Imago mehrere Monate, Männchen nach der Reifehäutung meist nur wenige Wochen
- Haltung
- Einzelhaltung ab dem mittleren Nymphenstadium
- Schutzstatus
- nicht geschützt, keine CITES-Listung
Farben & Erkennen
Von sattem Grün bis Beigebraun
Die Grundfarbe fällt von Tier zu Tier unterschiedlich aus: Die meisten Exemplare sind kräftig grün, es gibt aber ebenso beige und braune Farbvarianten. Braune Tiere zeigen dabei gelegentlich auffällig violett schimmernde Augen. Welche Farbe ein Tier am Ende trägt, ist zu einem Teil genetisch angelegt, wird aber auch von den Bedingungen während der Nymphenstadien mitbestimmt, etwa von Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnissen im Terrarium.
Unabhängig von der Farbvariante lässt sich die Art an einem gelblichen Fleck auf den Vorderflügeln erkennen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich außerdem deutlich in der Statur: Weibchen wirken kompakt und wuchtig mit vergleichsweise kurzen Flügeln, Männchen sind schlanker und tragen Flügel, die etwas über das Hinterleibsende hinausragen.
Klima
Anspruchslos, aber nicht frostfest
Im Vergleich zu vielen anderen Mantiden ist diese Art bei Temperatur- und Feuchteschwankungen erstaunlich gutmütig. Kritisch wird es nur bei anhaltender Kälte: Unter etwa 5 °C drohen ernsthafte Schäden bis hin zum Tod.
Einrichtung
Ausreichend Höhe für die Häutung
Terrarium: als Minimum gelten etwa 24 cm Höhe und 16 cm Breite, komfortabler sind Maße wie 30 × 20 × 30 cm (H/B/T).
Einrichtung: mehrere Äste und Zweige zum Klettern, dazu ein Deckel aus Gaze oder Fliegengitter. Wie bei allen Fangschrecken muss im oberen Bereich genug Platz frei bleiben, damit sich die Tiere beim Häuten kopfüber ungestört ausstrecken können.
Ernährung
Eine der hungrigsten Jägerinnen im Hobby
Futtertiere: Fliegen, Motten, Heimchen, Grillen und Schaben wie Shelfordella lateralis werden gleichermaßen angenommen.
Weibchen überwältigen dank ihrer kräftigeren Statur auch großzügig bemessene Beute ohne Zögern, Männchen zeigen sich bei sehr großen Futtertieren wie Wüstenheuschrecken dagegen vorsichtiger. Getrunken wird von den Tropfen, die beim Sprühen an Ästen und Terrarienscheiben entstehen.
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Strikte Einzelgänger
Eine dauerhafte Gruppenhaltung scheitert bei dieser Art fast immer am Kannibalismus. Nur jüngere Nymphen bis etwa zum vierten Stadium lassen sich bei sehr viel Platz und durchgehendem Futterangebot kurzzeitig zusammen halten, danach sollte spätestens getrennt werden.
Die Verpaarung findet in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Reifehäutung des Weibchens statt. Damit das Männchen die Begegnung übersteht, sollte das Weibchen davor gut und regelmäßig gefüttert werden.
Gut zu wissen
Die unverwüstliche Einsteigerart
Wer in die Mantiden-Haltung einsteigen möchte, findet in dieser Art einen verlässlichen Begleiter: Sie frisst zuverlässig und verzeiht kleinere Fehler bei Temperatur und Feuchtigkeit besser als die meisten anderen Arten.
Typische Stolpersteine bleiben trotzdem dieselben wie bei anderen Fangschrecken: Überfütterung kann zu einem gefährlich prall gefüllten Hinterleib führen, und fehlender Platz nach oben begünstigt Abstürze bei der Häutung.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier abweichen.
- Keeping Insects, Pflegeblatt African Mantis (Sphodromantis lineola) (Klima, Größe, Farbvarianten, Sozialverhalten)
- GBIF, Eintrag Sphodromantis lineola Burmeister, 1838 (Taxonomie, Verbreitung)
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.