Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Vitaliuschromatus


Weiß gestreifte Beine, rostrot behaarter Hinterleib und ein ausgeprägter Jagdtrieb: Die Brazilian Red and White ist scheu und schnell. Wissenschaftlich steht sie heute wieder bei Nhandu, im Handel trägt sie oft noch den Namen Vitalius.

Im Bestand
ein Tier
Name
Arani
Kennung
26.SC.0.0.1.UNF.009
Zeichnung einer Vitalius chromatus von der Seite: schwarze Beine mit weißen Streifen, rostbrauner Hinterleib, brauner Vorderkörper
Illustration, KI-generiert · Vitalius chromatus

Kurzdaten

Steckbrief

Name im Bestand
Vitalius chromatus
Gültiger Name
Nhandu chromatus Schmidt, 2004 laut World Spider Catalog, Stand März 2026
Erstbeschreibung
Schmidt 2004 in der Gattung Nhandu; Bertani 2023 stellte die Art zu Vitalius, Sherwood et al. 2026 stellten sie zu Nhandu zurück
Früher verwechselt
vor 2004 als Lasiodora oder Vitalius cristatus geführt
Trivialname
Brazilian Red and White, White Striped Birdeater; ein deutscher Name ist nicht belegt
Familie
Theraphosidae · Unterfamilie Theraphosinae
Herkunft
Brasilien; als Lebensraum wird Regenwald genannt
Lebensweise
bodenbewohnend, flüchtet bei Störung in den Bau
Endgröße
Weibchen Beinspannweite etwa 15 bis 18 cm; Männchen bleiben bei etwa 13 bis 14 cm
Wachstum
mittel bis schnell; Männchen können bei kräftiger Fütterung in gut einem Jahr reif werden
Lebenserwartung
Weibchen 10 bis 15 Jahre, Männchen etwa 4 Jahre
Verteidigung
Brennhaare, die als besonders unangenehm gelten; Gattungsangabe: Typ I und III bei Männchen, nur Typ I bei Weibchen
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Weiß gestreift und rostrot

Die Beine sind dunkel mit auffälligen weißen Streifen, der Vorderkörper graubeige, der Hinterleib trägt rötlich rostbraune Haare. Nach der Reifehäutung unterscheiden sich Männchen und Weibchen im Aussehen.

Schmidt beschrieb die Art 2004 als Doppelgänger der Acanthoscurria geniculata. Die Ähnlichkeit war so groß, dass die Art vor 2004 für eine andere gehalten wurde.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

23 bis 26 °C
Temperatur
Quellen nennen 20 bis 28 °C, am ehesten um 24 °C
70 bis 80 %
Luftfeuchte
gute Belüftung ist wichtig
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Temperaturangaben der Quellen liegen weit auseinander, ihre Schnittmenge ist etwa 24 °C. Bei der Luftfeuchte überschneiden sich die Angaben bei 70 bis 75 %. Der Bodengrund bleibt leicht feucht, aber nie nass, und die Luft soll zirkulieren.

Jahreslauf

Saisonale Veränderungen

Eine Winterruhe gibt es nicht. Bei großen Tieren ist nach der Häutung eine Pause von fünf bis zehn Tagen vor dem Futter üblich.

Häutung: Vorher frisst sie nichts mehr. Das Becken bleibt dann ungestört, bis der Panzer ausgehärtet ist.

Einrichtung

Horizontal und grabfähig

Becken: horizontal. Eine Quelle nennt mindestens 30 × 30 × 25 cm, Pflegeblätter das Drei- bis Fünffache der Beinspannweite an Grundfläche.

Bodengrund: grabfähig und leicht feucht, 6 bis 10 cm, zum Beispiel Erde mit Sand und Lehm.

Ausstattung: eine Höhle aus Kork oder Rinde und eine Wasserschale.

Ernährung

Futtertiere und Rhythmus

Futtertiere: Grillen, Heimchen und Schaben. Der Beutetrieb ist sehr stark, deshalb wird sie leicht überfüttert. Am besten füttert man mit der Pinzette.

Jungtiere
alle paar Tage, kleine Beute
Halbwüchsig
etwa wöchentlich
Erwachsen
alle 2 bis 3 Wochen, etwa 4 bis 5 Grillen oder eine große Schabe

Der Hinterleib zeigt, ob es genug war.

Verhalten

Scheu und schnell

Die Art flüchtet bei Störung in ihren Bau und ist bei Bedrängnis defensiv. Das Temperament schwankt von Tier zu Tier, Halter berichten von ruhigen bis zu sehr aggressiven Exemplaren. Die Brennhaare gelten als besonders unangenehm.

Zu einer medizinischen Wirkung des Bisses habe ich nichts gefunden, Hobbyquellen sehen die Haare als Hauptproblem. Gehalten wird jedes Tier allein.

Gut zu wissen

Eine Gattung, zwei Sprünge

Die Art wurde 2004 in Nhandu beschrieben, 2023 zu Vitalius gestellt und im März 2026 wieder zu Nhandu zurückversetzt. In Katalogen, Börsenlisten und Pflegeblättern findet man deshalb beide Namen.

Zu den Eiern pro Kokon werden in Hobbyberichten 600 bis 1200 genannt, ein Forenbeitrag dokumentiert 778 Jungtiere von einem frisch reifen Weibchen. Die Inkubationszeit habe ich nicht gefunden.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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