Artenporträt · Skorpione
Euscorpiussp.
Ein Skorpion aus Europa: Waldskorpione der Gattung Euscorpius leben im Süden Europas in Mauerritzen, unter Steinen und Rinde, oft ganz in der Nähe von Menschen. Sie sind klein, flach und völlig harmlos. Bei mir lebt Vitus, dessen genaue Art noch nicht bestimmt ist.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Euscorpius sp., Art nicht bestimmt
- Trivialname
- Europäischer Waldskorpion
- Einordnung
- Skorpione (Scorpiones) · Familie Euscorpiidae
- Herkunft
- Südeuropa, vor allem Mittelmeerraum und Balkan, bis nach Nordafrika und in die Türkei
- Artenvielfalt
- viele Dutzend beschriebene Arten, die Einteilung ändert sich laufend
- Größe
- klein, meist 3–5 cm
- Gift
- sehr schwach, für Menschen harmlos
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Klein, flach, kräftige Scheren
Der Körper ist flach gebaut, perfekt für enge Spalten. Die Scheren sind rundlich und kräftig, der Schwanz dünn und eher kurz. Die Farbe reicht von hellem Braun bis fast Schwarz, Beine und Stachelblase sind oft heller.
Warum „sp.“? Die Gattung ist gut erkennbar, die Arten untereinander aber nur schwer. In den letzten Jahren wurden viele neue Arten beschrieben und alte aufgeteilt. Sicher bestimmen lässt sich ein Tier oft nur mit genauer Herkunft und unter dem Mikroskop. Bei Vitus lasse ich es deshalb lieber offen, als einen falschen Namen zu schreiben. Mehr dazu unter Legende.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Als Tiere aus dem Süden Europas kennen sie Jahreszeiten. Eine kühlere Phase im Winter von einigen Wochen bei deutlich niedrigeren Temperaturen entspricht ihrem natürlichen Rhythmus und gilt vor allem für die Nachzucht als wichtig.
Einrichtung
Mauerritzen im Kleinformat
Becken: Für ein Tier reicht ein kleines Becken ab etwa 20 × 20 × 20 cm. Viel wichtiger: Alles muss dicht sein. Waldskorpione quetschen sich durch Spalten von wenigen Millimetern.
Bodengrund: einige Zentimeter leicht feuchter, lockerer Bodengrund.
Verstecke: flache Korkstücke oder Steinplatten, dicht übereinandergelegt, damit schmale Ritzen entstehen. Liegen Platten aufeinander, müssen sie fest aufliegen und dürfen nicht verrutschen. Etwas Moos hält die Feuchtigkeit in den Spalten, ein Kronkorken dient als Wassernapf.
Ernährung
Kleine Beute
Waldskorpione fressen, was sie mit ihren Scheren festhalten können, und das ist klein: Ofenfischchen, kleine Schokoschaben, Mikroheimchen oder Fruchtfliegen. Einmal pro Woche reicht meist. Reste nach einem Tag entfernen.
Verhalten
Allein ist sicherer
In der Natur findet man manchmal mehrere Tiere in derselben Mauer. Im Becken ist Einzelhaltung trotzdem die sichere Wahl, denn bei Futtermangel oder während einer Häutung kann es zu Kannibalismus kommen.
Gestochen wird so gut wie nie, und wenn doch, ist der Stich meist schwächer als ein Mückenstich. Trotzdem gilt wie bei allen Skorpionen: anschauen, nicht anfassen.
Gut zu wissen
Skorpione im Urlaub
Wer in Italien, Kroatien oder Griechenland Urlaub macht, hat gute Chancen, einem Euscorpius zu begegnen, etwa abends an einer alten Steinmauer. Wild gefangene Tiere gehören aber nicht in den Koffer: Mitnehmen ist je nach Land verboten, und die genaue Art lässt sich ohnehin kaum sicher bestimmen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Weil die Art nicht bestimmt ist, beziehen sie sich auf die Gattung und können je nach Art und Herkunft abweichen.
- The Scorpion Files, NTNU Trondheim, Gattung Euscorpius
- Fachzeitschrift Euscorpius (Marshall University), Beiträge zur Systematik der Gattung
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.