Artenporträt · Skorpione
Heterometrussilenus
Groß, schwarz und mit mächtigen Scheren: Der Asiatische Waldskorpion sieht beeindruckend aus, ist aber ein ruhiger Gräber, der sich lieber versteckt als kämpft. Bei mir lebt Moros, der größte Skorpion im Bestand.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Heterometrus silenus (Simon, 1884)
- Trivialname
- Asiatischer Waldskorpion; englisch auch Vietnamese Forest Scorpion
- Einordnung
- Skorpione (Scorpiones) · Familie Scorpionidae · Heterometrinae
- Herkunft
- Wälder Südostasiens, unter anderem Thailand, Vietnam und Kambodscha
- Größe
- große Art, etwa 12–15 cm Gesamtlänge
- Lebenserwartung
- mehrere Jahre
- Gift
- schwach, für gesunde Menschen medizinisch nicht bedeutsam
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Schwer gepanzert
Der Körper ist massig und glänzend schwarz, im Licht schimmert er manchmal grünlich. Auffällig sind die großen, breiten Scheren, der Schwanz dagegen wirkt eher schlank.
Asiatische Waldskorpione wurden lange unter falschen Namen gehandelt. Eine große Überarbeitung der Gruppe durch Prendini und Loria im Jahr 2020 hat vieles neu geordnet. Wer ein Tier kauft, sollte also nicht zu viel auf den Namen im Angebot geben. Verwechselt wird die Art auch gern mit dem Kaiserskorpion, der anders als sie unter Artenschutz steht.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Feucht, aber gut belüftet: Nasser Boden ohne Luftaustausch führt schnell zu Schimmel, und der kann dem Skorpion gefährlich werden.
Einrichtung
Ein Becken zum Graben
Becken: für ein erwachsenes Tier etwa ab 45 × 30 × 30 cm, mit sicherem Deckel und guter Belüftung.
Bodengrund: Die Art gräbt gern und tief. 10 bis 15 cm fester, feuchter Bodengrund sind deshalb Pflicht, damit Gänge nicht einstürzen. Bei mir ist das mein Assel- und Käfersubstrat, mehr dazu unter Bodenleben.
Verstecke: gewölbte Korkrinde oder flache, schwere Platten als Dach für die Höhle, dazu Laub und Moos. Eine große, flache Wasserschale gehört immer dazu. Läuft sie beim Nachfüllen etwas über, bleibt der Boden drumherum schön feucht.
Ernährung
Wenig, aber kräftig
Erwachsene Tiere haben einen ruhigen Stoffwechsel und bekommen nur etwa alle ein bis zwei Wochen Futter: Grillen, Heimchen oder Schaben, etwa Schokoschaben. Was nach einem Tag nicht gefressen ist, kommt wieder heraus. Rund um eine Häutung bleibt die Futterbox zu.
Verhalten
Ruhiger Riese
Tagsüber sitzt der Skorpion in seiner Höhle, nachts lauert er am Eingang auf Beute. In großen Becken mit sehr vielen Verstecken werden Gruppen manchmal gehalten, das Risiko von Kannibalismus bleibt aber, besonders rund um die Häutung. Moros lebt deshalb allein.
Bei Bedrohung setzt er zuerst die Scheren ein, gestochen wird selten. Das Gift ist schwach und wird meist mit einem Bienenstich verglichen. Allergische Reaktionen sind trotzdem möglich, und der Kniff einer großen Schere kann richtig wehtun. Es ist ein Beobachtungstier.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.
- Prendini, L. & Loria, S. F. (2020): Systematic revision of the Asian Forest Scorpions (Heterometrinae), Bulletin of the American Museum of Natural History
- GBIF, Heterometrus silenus (Simon, 1884)
- Herpeton Academy, Datenblatt Heterometrus silenus
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.