Mario Sickert

Praxis · Langzeitexperiment

Substratversuch


Zwei Faunaboxen, dieselben Asseln, ein Unterschied: In der einen Box mischt sich Kot ins Substrat, in der anderen nicht. Bekommt eine der beiden mehr Nachwuchs? Ich weiß es nicht. Deshalb ist das hier ein Experiment, und dieses Tagebuch zeigt, was passiert.

Status: in Planung, Stand 11. Oktober 2026

Bitte so lesen

Das ist ein Hobbyversuch aus meinem Wohnzimmer und kein wissenschaftlicher Beweis. Ich habe zwei Boxen und keine Wiederholung. Was am Ende herauskommt, ist ein Hinweis, mehr nicht. Ob etwas hilft, entscheiden nicht die Händler, sondern die Zahlen aus den Boxen.

Die Frage

Hilft Kot im Substrat den Asseln?

Auslöser war ein krümeliges, luftiges Material, das ich bei einer Asselsendung gefunden habe und das die Tiere sofort angenommen haben. Es sah aus wie kleine Pellets. Ob es Kot war, weiß ich nicht.

Ich sammle den Kot meiner Australischen Gespenstschrecken und meines Wandelnden Blatts. Die Tiere fressen Rose, Brombeere und Feuerdorn aus unserem Garten, ohne Gifte. Daraus entsteht die Frage: Wenn ich diesen Kot ins Asselsubstrat mische, passiert dann etwas? Mehr Nachwuchs, mehr Tiere, schnelleres Wachstum, oder gar nichts?

Händler schreiben dem Kot von Futter- und Hobbytieren gern Vorteile zu. Belegt habe ich dazu für Asseln nichts gefunden, deshalb prüfe ich es selbst.

Der Aufbau

Zwei Boxen, ein Unterschied

Die Art ist Porcellionides pruinosus, in der Form „Powder Orange“: robust und schnell wachsend, also geeignet für einen Versuch, bei dem man nicht jahrelang warten will. Beide Boxen starten mit derselben Zahl Tiere, gleich verteilt nach Größe.

Box A

Kontrolle, ohne Kot

  • Mein übliches Asselsubstrat
  • Sonst nichts zugemischt

Box B

Substrat mit Kot

  • Dasselbe Substrat wie in Box A
  • Dazu Kot der Gespenstschrecken und des Wandelnden Blatts, in Raumteilen etwa 1 zu 10

Was in beiden Boxen gleich bleibt

  • Die Box

    Gleiche Größe, gleiches Material, gleiche Lüftung, nebeneinander im selben Regal.

  • Die Tiere

    Gleiche Anzahl und gleiche Größenverteilung zum Start, zufällig auf die beiden Boxen verteilt.

  • Feuchte und Kalk

    Etwa ein Drittel feucht, der Rest trocken. Eine Sepiaschale liegt dauerhaft in jeder Box.

  • Futter und Verstecke

    Dasselbe Laub, dasselbe Gemüse, dieselbe Menge, dieselben Rindenstücke.

  • Klima

    Dieselbe Temperatur, weil beide Boxen im selben Raum stehen. Nach der Hälfte der Zeit tausche ich die Plätze der Boxen, damit der Standort nicht verfälscht.

Was ich messe

Zählen, wiegen, beobachten

Der Versuch soll zwölf Monate laufen. Gezählt wird beim Umsetzen, damit ich die Tiere möglichst selten störe. Dazwischen gibt es Fotos und Notizen.

ZeitpunktBox A, ohne KotBox B, mit KotNotizen
Startnoch offennoch offenAnzahl und Größen
nach 3 Monatennoch offennoch offen
nach 6 Monatennoch offennoch offenBoxen tauschen Platz
nach 9 Monatennoch offennoch offen
nach 12 Monatennoch offennoch offenEndzählung
  • Anzahl der Tiere

    Gesamtzahl pro Box, getrennt nach erwachsenen Tieren und Jungtieren.

  • Nachwuchs

    Wie viele Jungtiere sind dazugekommen, und wie schnell?

  • Zustand der Box

    Schimmel, Milben, Geruch, wie das Substrat aussieht und wie es sich anfühlt.

Ehrlich gesagt

Was dieser Versuch nicht kann

  • Nur eine Box je Variante

    Wenn eine Box mehr Nachwuchs hat, kann das auch Zufall sein. Ein kleiner Unterschied heißt noch nichts.

  • Zählen ist ungenau

    Asseln verstecken sich, und Jungtiere sind winzig. Die Zahlen sind eine Schätzung mit Fehlern.

  • Der Kot ist nicht genormt

    Er stammt von zwei Arten mit bestimmtem Futter aus meinem Garten. Was bei mir passiert, muss bei dir nicht passieren.

  • Auch ein Misserfolg zählt

    Zeigt sich kein Unterschied oder schadet der Kot sogar, steht das hier genauso.

Wer es nachmachen möchte: Gern, aber bitte mit beiden Boxen und mit Tieren, die du nicht verlieren willst. Wenn du etwas herausfindest, schreib mir.

Tagebuch

Was bisher passiert ist

  1. Idee und Plan

    Der Versuch steht auf dem Papier: zwei Boxen, eine Art, ein Unterschied. Was jetzt fehlt, ist genug gesammelter Kot und der Start mit den Tieren.

    Nächster Eintrag: Start des Versuchs mit Zahl und Größe der Tiere.

Stand: 11. Oktober 2026. Zurück zur Praxis oder zum Bodenleben.