Mario Sickert

Praxis · Schnelle Hilfe

Problemlöser


Irgendwann trifft es jeden: kleine Punkte im Bodengrund, weißer Flaum auf dem Holz, schwarze Mücken über der Erde oder ein leeres Becken. Hier steht für die häufigsten Probleme, woran man sie erkennt, woher sie kommen und was jetzt hilft.

Milben

Kleine Punkte, die krabbeln

Erkennen
Winzige helle oder bräunliche Punkte auf Futterresten, Bodengrund oder Scheiben. Meist sind es harmlose Humusmilben, die von Resten leben.
Ursache
Zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Luft und liegen gebliebenes Futter.
Sofort
Reste entfernen, das Becken etwas trockener halten und besser lüften. Bei starkem Befall den Bodengrund ganz oder teilweise tauschen. Niemals Insektensprays verwenden.
Vorbeugen
Futterreste nach einem Tag herausnehmen, gut belüften. In bioaktiven Becken halten Springschwänze und Asseln die Milben in Schach, weil sie ihnen das Futter wegfressen.

Ernst nehmen: Sitzen Milben direkt auf einer Vogelspinne, besonders um Mund oder Atemöffnungen, ist das ein Fall für erfahrene Halter oder eine exotenkundige Tierarztpraxis. Als biologische Hilfe setzen viele Halter Raubmilben ein, die andere Milben fressen.

Schimmel

Weißer Flaum auf Holz und Futter

Erkennen
Weißer oder grauer, flauschiger Belag, oft auf neuem Holz, Futterresten oder Kot.
Ursache
Stehende, feuchte Luft und organisches Material, das noch nicht zersetzt ist. Auf frisch eingebrachtem Holz ist etwas Schimmel ganz normal.
Sofort
Befallene Futterreste herausnehmen, besser lüften, die Oberfläche etwas abtrocknen lassen. Schimmel auf neuem Holz verschwindet meist von allein nach einigen Tagen bis Wochen.
Vorbeugen
Gute Belüftung, keine Staunässe, Futter in Maßen. Springschwänze und Asseln fressen Schimmel, bevor er sich ausbreitet. Mehr dazu unter Bodenleben.

Ernst nehmen: Schimmelt das ganze Becken, riecht es muffig oder liegt irgendwo ein totes Tier, dann Bodengrund tauschen und die Belüftung grundsätzlich verbessern.

Trauermücken

Kleine schwarze Fliegen über dem Boden

Erkennen
Kleine, dunkle Mücken, die über dem Bodengrund oder um Pflanzentöpfe schwirren. Sie sind lästig, für die Tiere aber meist harmlos.
Ursache
Ihre Larven leben in dauerhaft feuchter, nährstoffreicher Erde, oft eingeschleppt mit Pflanzen.
Sofort
Gelbtafeln außerhalb der Becken aufhängen, die oberste Schicht Bodengrund abtrocknen lassen, Futterreste entfernen.
Vorbeugen
Neue Pflanzen erst einige Wochen außerhalb der Becken halten, Erde nicht dauernass halten. Für Zimmerpflanzen außerhalb der Becken helfen Nematoden aus dem Gartenhandel.

Entlaufen

Ein Tier ist weg

Erkennen
Das Becken ist leer oder der Deckel stand offen.
Ursache
Ein nicht ganz geschlossener Deckel, eine Lücke an Kabeln oder Lüftungen, eine unbemerkte Öffnung beim Füttern.
Sofort
Ruhe bewahren, Türen des Raumes schließen und Mitbewohner informieren. Suchen an dunklen, warmen, geschützten Stellen: hinter und unter Möbeln, an Wänden entlang, in Ecken. Viele Tiere sind nachts unterwegs, dann lohnt eine Suche mit Taschenlampe. Asseln und Tausendfüßer findet man oft unter einem feuchten Tuch, das man auf den Boden legt.
Vorbeugen
Deckel und Verschlüsse regelmäßig prüfen, Kabeldurchführungen abdichten, beim Füttern nie weggehen, ohne zu schließen.

Stromausfall & Hitze

Wenn die Temperatur nicht mitspielt

Erkennen
Im Winter fällt Strom oder Heizung aus, im Sommer steigen die Temperaturen im Raum deutlich über das Gewohnte.
Ursache
Technik, Wetter oder ein ungünstiger Standort.
Sofort
Kälte: Becken mit Decken abdecken und in den wärmsten Raum bringen. Kleine Behälter in eine Styroporbox, bei Bedarf mit Heatpack daneben, nie direkt am Tier. Keine offenen Flammen, keine Becken direkt auf Heizkörper. Hitze: Becken aus der Sonne, in den kühlsten Raum, Belüftung verbessern, nicht ständig sprühen.
Vorbeugen
Einige Styroporboxen und Heatpacks für den Notfall bereithalten, wie für den Winterversand. Die meisten Wirbellosen überstehen ein paar kühlere Stunden gut, gefährlich wird es bei langer Kälte oder anhaltender, starker Hitze.

Auch hilfreich

Eine Vogelspinne auf dem Rücken ist meist kein Problem, sondern eine Häutung: mehr unter Häutung verstehen. Und falls dir selbst einmal etwas passiert, sorgt die Notfallkarte dafür, dass sich jemand um deine Tiere kümmert.

Stand: 23. September 2026. Zurück zur Praxis.