Artenporträt · Springschwänze
Sinellacurviseta
Winzig, blass rosa und ständig in Bewegung: Der Große rosa Springschwanz ist das heimliche Rückgrat meiner bioaktiven Becken. Er frisst Schimmel und feine Reste, lange bevor man sie überhaupt bemerkt.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Sinella curviseta Brook, 1882
- Trivialname
- Großer rosa Springschwanz
- Einordnung
- Springschwänze (Collembola) · Familie Entomobryidae; Typusart der Gattung Sinella
- Verbreitung
- einer der am weitesten verbreiteten Springschwänze der Nordhalbkugel, in Boden und Laubstreu
- Aussehen
- blass orange bis rosa, mit zwei Augenflecken auf jeder Kopfseite
- Fortpflanzung
- zweigeschlechtlich
- Bei mir
- der Standard-Springschwanz in fast allen bioaktiven Becken
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Warum Sinella
Meine Favoriten
In meinem Bestand stehen drei Arten Springschwänze. In die Becken setze ich inzwischen aber fast nur noch die großen rosa. Sie sind größer, stabiler und robuster als der Tropische Springschwanz Folsomia candida, und sie setzen mehr Biomasse um. Wo sie leben, verschwinden Futterreste und erster Schimmel spürbar schneller.
Ein Unterschied liegt auch in der Fortpflanzung: Folsomia candida vermehrt sich ohne Männchen, bei Sinella curviseta braucht es beide Geschlechter.
Zucht
So ziehe ich sie
- Die Zuchtbox
Einfache Kunststoffboxen mit derselben Assel- und Käfermischung wie in den Becken, dazu Stücke von Holzkohle und etwas Moos. Der Untergrund bleibt dauerhaft feucht, aber nie nass.
- Das Futter
Ein spezielles Springschwanzfutter nach eigener Rezeptur. Das bleibt mein kleines Geheimnis.
- Umsetzen
Entweder ein Stück Holzkohle samt Springschwänzen ins Becken legen oder leicht feucht gehaltene Blätter in der Box, unter und auf denen sie sich sammeln.
Die ganze Methode und wie die Springschwänze mit Asseln zusammen in meinen Becken aufräumen, steht unter Bodenleben.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Springschwänze trocknen schnell aus. Wichtig ist deshalb vor allem ein Untergrund, der nie austrocknet, bei guter Belüftung, damit er nicht fault.
Erkennen
Mit Sprunggabel
Den Namen verdanken Springschwänze ihrer Sprunggabel, der Furca. Sie liegt eingeklappt unter dem Hinterleib und schnellt bei Gefahr nach unten, sodass das Tier ein Stück durch die Luft katapultiert wird. Die Gabel besteht aus drei Teilen: dem Stiel (Manubrium), den beiden Zinken (Dens) und den kleinen Endstücken (Mucro). Die Zeichnung oben zeigt sie im Detail.
Gut zu wissen
Ein Star der Bodenforschung
Sinella curviseta ist nicht nur im Terrarium fleißig. In der Wissenschaft gilt sie als Modellorganismus für Bodenökologie und dafür, wie Schadstoffe auf Bodenleben wirken. Ihr Erbgut wurde 2019 entschlüsselt, als Grundlage für genau diese Forschung.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Angaben zur Art stammen aus der Fachliteratur, die zur Zucht aus eigener Praxis.
- GBIF, Global Biodiversity Information Facility: Sinella curviseta Brook, 1882
- Zhang, F. et al. (2019): A high-quality draft genome assembly of Sinella curviseta: a soil model organism (Collembola). Genome Biology and Evolution
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.