Mario Sickert

Pflanzenporträt · Aronstabgewächse

Alocasia 'Polly' Variegata Pink


Die 'Polly' ist die kleine, kompakte Schwester der Amazonica: dunkelgrüne, glänzende Blätter mit kräftigen hellen Adern und welligem Rand. In der panaschierten Form kommen cremeweiße bis rosige Flecken dazu. Meine ist als Jungpflanze bei mir eingezogen und zeigt die Panaschierung schon auf mehreren Blättern.

Sorte
'Polly'
Im Bestand
als Jungpflanze
Giftig
ja, Calciumoxalat
Botanische Zeichnung einer Alocasia 'Polly' mit pfeilförmigen, dunkelgrünen Blättern, hellen Adern und rosa-cremefarbenen Flecken, mit Rhizom
Illustration, KI-generiert · Alocasia 'Polly' Variegata Pink

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Alocasia 'Polly' Variegata Pink
Einordnung
Zuchtsorte mit Panaschierung, keine eigene Art
Familie
Aronstabgewächse (Araceae)
Abstammung
'Polly' ist eine kleinere Wuchsform der Amazonica (Alocasia × amazonica), diese wiederum eine Kreuzung aus A. longiloba und A. sanderiana
Größe
bleibt kompakt, oft um 30–50 cm
Wachstum
mäßig, ein neues Blatt etwa alle sechs bis zehn Wochen
Giftigkeit
giftig, enthält Calciumoxalat
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Helle Adern und helle Flecken

Die Blätter sind pfeil- bis länglich herzförmig, dunkelgrün und glänzend, der Rand ist leicht gewellt. Die Adern heben sich kräftig cremeweiß ab. Die Stiele sind braunrot getönt, das sieht man auf meinem Foto gut.

Bei der Variegata kommen unregelmäßige Flecken und Sprenkel in Creme dazu, die je nach Blatt winzig oder großflächig ausfallen können. Das „Pink“ im Namen meint rosige Töne in dieser Panaschierung, vor allem an jungen Blättern. Sie verblassen oft zu Creme. Auf meinen Fotos überwiegt Cremeweiß, Rosa ist höchstens zu erahnen.

Junge Alocasia 'Polly' Variegata Pink mit mehreren Blättern in einem hellgrünen Keramiktopf, ein großes dunkelgrünes Blatt mit hellen Adern, kleinere Blätter mit cremefarbenen Flecken
Alocasia 'Polly' Variegata PinkMeine 'Polly' mit gefleckten Blättern im hellgrünen Topf. Das große Blatt links zeigt die kräftigen hellen Adern, die jüngeren Blätter die Panaschierung. Eigene Aufnahme.

Name

Stimmt der Name?

Im Kern ja, nur die Schreibweise ist etwas sauberer: Alocasia 'Polly'. „Amazonica“ ist keine Art, sondern der Handelsname einer Hybride (Alocasia × amazonica, in der Fachliteratur auch als A. × mortfontanensis geführt). 'Polly' gilt als kleinere, kompaktere Wuchsform davon. „Variegata“ bedeutet panaschiert und „Pink“ beschreibt die Farbe der Flecken.

Die Pflanze auf meinen Fotos passt zu 'Polly': dunkle, glänzende Blätter mit kräftigen hellen Adern, kompakt gewachsen. Panaschierte Pflanzen sind aber nicht einheitlich benannt. Manche Anbieter beschreiben ihre Variegata als weiß oder cremefarben, andere als rosa. Welche Farbe sich am Ende durchsetzt, zeigen erst die nächsten Blätter.

Standort

Temperatur, Feuchte, Licht

18–27 °C
Temperatur
nicht unter 15 °C, keine kalte Zugluft
60–80 %
Luftfeuchte
trockene Luft zeigt sich zuerst an braunen Blattspitzen
hell
Licht
viel indirektes Licht, keine pralle Sonne

Ein heller Platz an einem Ost- oder Westfenster passt gut, ebenso eine gute Pflanzenlampe. Die hellen Flecken enthalten wenig Blattgrün und verbrennen in der Sonne schneller. Zu wenig Licht lässt die Panaschierung zurückgehen.

Pflege

Feucht, aber niemals nass

Substrat: grob und luftig, zum Beispiel mit Pinienrinde, Bims oder Perlit und etwas Sphagnum. Die Wurzeln brauchen Luft. Normale Blumenerde verdichtet schnell und hält zu viel Wasser.

Gießen: gleichmäßig leicht feucht halten, wie ein gut ausgedrückter Schwamm. Die oberen zwei, drei Zentimeter dürfen zwischendurch antrocknen. Staunässe lässt das Rhizom innerhalb weniger Tage faulen, das ist der häufigste Grund, warum Alocasien eingehen. Weiches Wasser wie Regenwasser ist ideal.

Düngen: Alocasien sind Starkzehrer und brauchen das ganze Jahr ihren Dünger, auch im Winter. Ich dünge etwa alle zwei Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosis.

Rhizom und Vermehren: Das Rhizom ist der Nährstoffspeicher der Pflanze. Beim Umtopfen lassen sich kleine Rhizome absammeln, aus ihnen wachsen neue Pflanzen. Im Handel stammen die meisten Pflanzen aus Gewebekultur im Labor (TC). Solche TC-Pflanzen haben zu Beginn noch kein Rhizom, es bildet sich erst mit dem Wachstum. Aus Samen kommt keine gleiche Pflanze, denn Sorte und Panaschierung lassen sich nur durch Teilen oder aus dem Labor erhalten.

Besonderheit: Panaschierte Blätter sind empfindlicher als rein grüne. Sie haben weniger Blattgrün, wachsen oft etwas langsamer und zeigen Pflegefehler schneller. Ein Blatt, das ganz grün zurückkommt, ist bei dieser Art von Panaschierung möglich und kein Grund zur Sorge.

Jahreslauf

Wenn die Blätter fallen

Im Winter wächst sie etwas langsamer und braucht weniger Wasser, gedüngt wird aber weiter.

Ein älteres Blatt darf nach und nach gelb werden und abfallen. Verliert sie dagegen alle Blätter, stimmt etwas nicht, auch im Winter. Dann prüfe ich der Reihe nach das Rhizom (fest und hell oder weich und faulig), die Wassergaben, die Temperatur (nicht unter 15 °C, keine Zugluft), das Licht, den Dünger und die Blattunterseiten auf Schädlinge.

Staunässe ist die häufigste Ursache. Faule Stellen am Rhizom werden großzügig weggeschnitten, dann lässt man es abtrocknen und setzt es in frisches, luftiges Substrat. Bei trockener Heizungsluft gehören Spinnmilben zu den häufigsten Plagegeistern, ein Blick auf die Blattunterseiten lohnt sich.

Im Becken

Mitbewohner

In einem hohen, feuchtwarmen Tropenterrarium kann sie gut stehen, denn Temperatur und Luftfeuchte passen dort ohnehin. Frösche oder Geckos lassen sie in Ruhe. Mit ihren großen Blättern beschattet sie allerdings kleinere Bodendecker darunter.

Tiere, die Pflanzen fressen, gehören nicht dazu. Schnecken, Asseln oder Tausendfüßer können sich an ihr vergreifen, und für sie ist die Pflanze giftig.

Gut zu wissen

Verwandt mit der 'Venom'

Die bekannte Alocasia 'Venom' ist aus einer 'Polly' entstanden, als spontane Mutation mit der langen, gedrehten Blattspitze. Wer die 'Polly' kennt, erkennt die Ähnlichkeit der Blätter und Adern sofort wieder.

Giftig: Wie alle Alocasien enthält sie Calciumoxalat. Der Pflanzensaft reizt Haut und Schleimhäute. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren halten und nach dem Umtopfen die Hände waschen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Angaben beruhen auf Beschreibungen von Pflanzenfachseiten und Alocasien-Gärtnereien zu Alocasia × amazonica und ihren Sorten, auf der Literatur zur Hybride A. × mortfontanensis und auf eigener Pflege. Zur panaschierten Form gibt es wenig geprüfte Literatur, deshalb sind Größe und Wachstum Richtwerte. Jede Pflanze ist ein bisschen anders und zeigt meist selbst am besten, ob es ihr gefällt.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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