Mario Sickert

Artenporträt · Käfer

Chlorocalaafricana subsuturalis


Ein kleiner, fliegender Edelstein: Der Afrikanische Rosenkäfer glänzt metallisch grün und fliegt, ohne die Flügeldecken aufzuklappen. Bei mir teilt sich ein Pärchen das Becken mit meinen Kongo-Rosenkäfern.

Im Bestand
ein Pärchen
Mitbewohner
Kongo-Rosenkäfer
Zeichnung eines metallisch grünen Rosenkäfers mit rötlich schimmernden Längsstreifen auf den Flügeldecken
Illustration, KI-generiert · Chlorocala africana subsuturalis

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Chlorocala africana subsuturalis (Kraatz, 1891)
Art
Chlorocala africana (Drury, 1773)
Trivialname
Afrikanischer Rosenkäfer
Einordnung
Käfer (Coleoptera) · Blatthornkäfer (Scarabaeidae) · Rosenkäfer (Cetoniinae)
Herkunft
tropisches Afrika, von der Elfenbeinküste, Ghana und Togo bis Kongo, Uganda und Tansania
Größe
etwa 19–24 mm
Entwicklung
rund ein Jahr: Larve etwa vier bis sechs Monate, Puppe ein bis zwei Monate
Lebenserwartung
Käfer etwa drei bis fünf Monate
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Grün, das in der Sonne leuchtet

Der Körper ist kompakt, oval und eher flach, wie bei Rosenkäfern üblich. Die Farbe ist ein metallisch glänzendes Grün. Je nach Tier und Herkunft kommen auch rötliche oder violette Töne vor. Wegen dieser Farbvielfalt wurden zahlreiche Unterarten beschrieben, von denen längst nicht alle wissenschaftlich gut abgesichert sind.

Spannend: Der Panzer reflektiert nicht nur sichtbares Licht, sondern auch im nahen Infrarot, also in einem Bereich, den wir gar nicht sehen können.

Ein grün glänzender Rosenkäfer und ein gelb-schwarzer Kongo-Rosenkäfer auf einem Ast
Chlorocala africana subsuturalisRechts mein grüner Chlorocala, links ein Kongo-Rosenkäfer, beide im gemeinsamen Becken. Eigene Aufnahme.

Klima

Warm, hell und luftig

24–28 °C
Temperatur
nachts darf es auf Zimmertemperatur absinken
60–80 %
Luftfeuchte
Boden erdfeucht, die Luft aber nicht stehend
hell
Licht
tagaktiv, Licht macht sie munter

Die Käfer sind tagaktiv und lieben Helligkeit. Unter einer hellen Beleuchtung fliegen sie, fressen und paaren sich deutlich mehr.

Einrichtung

Der Boden ist das Wichtigste

Becken: für eine kleine Gruppe etwa ab 30 × 30 × 30 cm, mit dicht schließendem Deckel. Rosenkäfer sind flinke, geschickte Flieger.

Bodengrund: Er ist Wohnung und Nahrung der Larven zugleich und sollte 10 bis 15 cm hoch sein. Gut geeignet ist eine Mischung aus Laub, weißfaulem Holz und fermentiertem Holzsubstrat (Flake Soil). Reine Blumenerde oder reiner Kokoshumus taugen nicht, darin finden die Larven nichts zu fressen. Bei mir kommt mein Assel- und Käfersubstrat zum Einsatz, mehr dazu unter Bodenleben.

Äste: raue Äste dienen als Startbahn zum Abfliegen. Und fällt ein Käfer auf den Rücken, kann er sich daran wieder umdrehen.

Ernährung

Süßes für die Käfer, Holz für die Larven

Käfer
reifes, süßes Obst wie Banane, Apfel, Mango oder Melone, dazu Käfergelee (Beetle Jelly)
Larven
fressen den Bodengrund selbst: zersetztes Holz, Laub und Flake Soil
Hygiene
Obst täglich wechseln, sonst schimmelt es und lockt Fruchtfliegen an

Entwicklung

Vorsicht, Puppenwiege

Die Weibchen legen ihre Eier in den Bodengrund. Die Larven, Engerlinge genannt, wachsen dort mehrere Monate heran. Zur Verpuppung bauen sie aus Substrat und einem eigenen Sekret eine feste, eiförmige Hülle, die Puppenwiege. Die sieht aus wie ein Klumpen Erde und darf auf keinen Fall zerdrückt werden.

Die typischen Fehler: Ist der Boden zu trocken, vertrocknen Eier und Larven. Ist er zu nass, bilden sich Faulgase und die Larven ersticken. Richtig ist erdfeucht, so dass eine Handvoll gerade eben zusammenhält.

Verhalten

Friedlich und gesellig

Rosenkäfer sind völlig friedlich und fühlen sich in einer Gruppe am wohlsten. Männchen rangeln am Futter manchmal ein wenig, verletzen sich dabei aber praktisch nie.

Meine Chlorocala leben zusammen mit Kongo-Rosenkäfern, und das klappt gut. Beide mögen Obst und Falllaub. Wer gezielt nachziehen möchte, hält die Arten besser getrennt: Im Boden konkurrieren die Larven um Futter, und auseinanderhalten lassen sie sich kaum.

Gut zu wissen

Fliegen mit geschlossenem Panzer

Die meisten Käfer klappen zum Fliegen ihre harten Flügeldecken auf. Rosenkäfer nicht: Sie schieben die dünnen Flugflügel seitlich durch eine Aussparung unter den geschlossenen Decken hervor. Das macht sie zu erstaunlich wendigen Fliegern, die ein bisschen wie Hummeln brummen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • Catalogue of Life und GBIF, Chlorocala africana subsuturalis (Kraatz, 1891)
  • Wikipedia, Chlorocala africana (Größe, Verbreitung, Färbung)
  • WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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