Artenporträt · Käfer
Chlorocalaafricana subsuturalis
Ein kleiner, fliegender Edelstein: Der Afrikanische Rosenkäfer glänzt metallisch grün und fliegt, ohne die Flügeldecken aufzuklappen. Bei mir teilt sich ein Pärchen das Becken mit meinen Kongo-Rosenkäfern.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Chlorocala africana subsuturalis (Kraatz, 1891)
- Art
- Chlorocala africana (Drury, 1773)
- Trivialname
- Afrikanischer Rosenkäfer
- Einordnung
- Käfer (Coleoptera) · Blatthornkäfer (Scarabaeidae) · Rosenkäfer (Cetoniinae)
- Herkunft
- tropisches Afrika, von der Elfenbeinküste, Ghana und Togo bis Kongo, Uganda und Tansania
- Größe
- etwa 19–24 mm
- Entwicklung
- rund ein Jahr: Larve etwa vier bis sechs Monate, Puppe ein bis zwei Monate
- Lebenserwartung
- Käfer etwa drei bis fünf Monate
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Grün, das in der Sonne leuchtet
Der Körper ist kompakt, oval und eher flach, wie bei Rosenkäfern üblich. Die Farbe ist ein metallisch glänzendes Grün. Je nach Tier und Herkunft kommen auch rötliche oder violette Töne vor. Wegen dieser Farbvielfalt wurden zahlreiche Unterarten beschrieben, von denen längst nicht alle wissenschaftlich gut abgesichert sind.
Spannend: Der Panzer reflektiert nicht nur sichtbares Licht, sondern auch im nahen Infrarot, also in einem Bereich, den wir gar nicht sehen können.
Klima
Warm, hell und luftig
Die Käfer sind tagaktiv und lieben Helligkeit. Unter einer hellen Beleuchtung fliegen sie, fressen und paaren sich deutlich mehr.
Einrichtung
Der Boden ist das Wichtigste
Becken: für eine kleine Gruppe etwa ab 30 × 30 × 30 cm, mit dicht schließendem Deckel. Rosenkäfer sind flinke, geschickte Flieger.
Bodengrund: Er ist Wohnung und Nahrung der Larven zugleich und sollte 10 bis 15 cm hoch sein. Gut geeignet ist eine Mischung aus Laub, weißfaulem Holz und fermentiertem Holzsubstrat (Flake Soil). Reine Blumenerde oder reiner Kokoshumus taugen nicht, darin finden die Larven nichts zu fressen. Bei mir kommt mein Assel- und Käfersubstrat zum Einsatz, mehr dazu unter Bodenleben.
Äste: raue Äste dienen als Startbahn zum Abfliegen. Und fällt ein Käfer auf den Rücken, kann er sich daran wieder umdrehen.
Ernährung
Süßes für die Käfer, Holz für die Larven
- Käfer
- reifes, süßes Obst wie Banane, Apfel, Mango oder Melone, dazu Käfergelee (Beetle Jelly)
- Larven
- fressen den Bodengrund selbst: zersetztes Holz, Laub und Flake Soil
- Hygiene
- Obst täglich wechseln, sonst schimmelt es und lockt Fruchtfliegen an
Entwicklung
Vorsicht, Puppenwiege
Die Weibchen legen ihre Eier in den Bodengrund. Die Larven, Engerlinge genannt, wachsen dort mehrere Monate heran. Zur Verpuppung bauen sie aus Substrat und einem eigenen Sekret eine feste, eiförmige Hülle, die Puppenwiege. Die sieht aus wie ein Klumpen Erde und darf auf keinen Fall zerdrückt werden.
Die typischen Fehler: Ist der Boden zu trocken, vertrocknen Eier und Larven. Ist er zu nass, bilden sich Faulgase und die Larven ersticken. Richtig ist erdfeucht, so dass eine Handvoll gerade eben zusammenhält.
Verhalten
Friedlich und gesellig
Rosenkäfer sind völlig friedlich und fühlen sich in einer Gruppe am wohlsten. Männchen rangeln am Futter manchmal ein wenig, verletzen sich dabei aber praktisch nie.
Meine Chlorocala leben zusammen mit Kongo-Rosenkäfern, und das klappt gut. Beide mögen Obst und Falllaub. Wer gezielt nachziehen möchte, hält die Arten besser getrennt: Im Boden konkurrieren die Larven um Futter, und auseinanderhalten lassen sie sich kaum.
Gut zu wissen
Fliegen mit geschlossenem Panzer
Die meisten Käfer klappen zum Fliegen ihre harten Flügeldecken auf. Rosenkäfer nicht: Sie schieben die dünnen Flugflügel seitlich durch eine Aussparung unter den geschlossenen Decken hervor. Das macht sie zu erstaunlich wendigen Fliegern, die ein bisschen wie Hummeln brummen.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.
- Catalogue of Life und GBIF, Chlorocala africana subsuturalis (Kraatz, 1891)
- Wikipedia, Chlorocala africana (Größe, Verbreitung, Färbung)
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.