Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Cyriocosmuselegans


Schwarz mit orangeroten Zeichnungen und einem herzförmigen Fleck auf dem Hinterleib: Cyriocosmus elegans gehört zu den bekanntesten Zwergvogelspinnen. Sie lebt in Trinidad und Tobago und in Venezuela, gräbt eigene Röhren und bleibt winzig. Bei mir wohnt ein Weibchen namens Corazón.

Im Bestand
Corazón (Weibchen)
Besonderheit
Zwergart mit Herz
Zeichnung einer Cyriocosmus elegans mit schwarzem Körper, orangen Zeichnungen und herzförmigem Fleck auf dem Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Cyriocosmus elegans

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Cyriocosmus elegans (Simon, 1889)
Erstbeschreibung
ursprünglich als Hapalopus elegans beschrieben, später in die Gattung Cyriocosmus gestellt
Trivialname
Trinidad Dwarf Tiger, auch Trinidad Dwarf Tarantula, Handelsnamen
Einordnung
Vogelspinnen (Theraphosidae) · Theraphosinae
Herkunft
Trinidad und Tobago sowie Venezuela; für Guyana gibt es eine Meldung von 2023
Lebensweise
bodenbewohnend und nachtaktiv, lebt in einer selbst gegrabenen, mit Seide ausgekleideten Röhre
Größe
Beinspannweite der Weibchen etwa 4 bis 5 cm, Körper um 2 cm, Männchen deutlich kleiner
Wachstum und Alter
wächst schnell, Geschlechtsreife nach Angaben der University of the West Indies mit 10 bis 12 Monaten; Weibchen werden 5 bis 7 Jahre alt, Männchen deutlich weniger
Verteidigung
Brennhaare (Gattungsmerkmal), die bei Störung abgestreift werden; der Biss gilt als harmlos
Schutzstatus
nach meiner Recherche nicht geschützt, bitte bei WISIA gegenprüfen

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Das Herz auf dem Hinterleib

Der Körper ist schwarz mit orangeroten Zeichnungen. Auf der Oberseite des Hinterleibs sitzt ein kahler, herzförmiger Fleck, der rund ein Drittel der Fläche einnimmt. In Händlerlisten steht die Art deshalb auch als „Heart Butt Dwarf“.

Die Gattung umfasst viele kleine, ähnlich gezeichnete Arten. Meine Cyriocosmus aueri ist dunkel mit rotorangen Beingliedern und stammt aus Peru. Bei vielen Zwergarten entscheidet am Ende die Untersuchung der Geschlechtsorgane.

Klima

Tropisch warm, mäßig feucht

23–26 °C
Temperatur
ein Pflegeblatt nennt 20 bis 24 °C
70–80 %
Luftfeuchte
unten feucht, Oberfläche abgetrocknet
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

In Trinidad und Tobago ist es warm und feucht, die Spinne bevorzugt feuchten Boden. Kleine Behälter trocknen aber schnell aus. Bewährt hat sich ein Feuchtigkeitsgefälle: die unteren Schichten des Bodengrunds leicht feucht, die Oberfläche zwischendurch antrocknen lassen, dazu eine gute Lüftung.

Die Datenlage ist dünn. Ein Pflegeblatt nennt 20 bis 24 °C, ich halte Corazón bei 23 bis 26 °C. Die Schnittmenge liegt bei etwa 24 °C.

Einrichtung

Klein, aber mit Tiefe

Behälter: für ein erwachsenes Weibchen genügen etwa 15 × 15 bis 20 × 20 cm Grundfläche, das sind das Drei- bis Vierfache der Beinspannweite. Corazón lebt in einem Behälter mit 20 × 20 × 20 cm. Zu große Behälter können Jungtiere vom Fressen abhalten.

Bodengrund: ein Drittel bis die Hälfte der Behälterhöhe, bei 20 cm also etwa 7 bis 10 cm, locker und grabfähig. Den mische ich für sie extra an, angelehnt an die feuchten Waldböden ihrer Heimat. Mehr dazu unter Bodenleben.

Ausstattung: ein Stück Kork oder Rinde als Ansatz für die Röhre, eine kleine Wasserschale und ein sicher schließender Deckel mit Lüftung.

Ernährung

Kleine Beute

Jungtiere bekommen zweimal pro Woche sehr kleine Beute wie Fruchtfliegen oder frisch geschlüpfte Heimchen, am besten vorgetötet. Erwachsene Tiere fressen kleine Grillen und Heimchen alle zwei bis drei Wochen. Nach einer großen Mahlzeit kann die Spinne laut University of the West Indies bis zu einem Monat fasten.

Der Hinterleib bleibt der Maßstab. Vor und nach einer Häutung gibt es kein Futter.

Verhalten

Nachtaktiv und flink

Tagsüber sitzt sie meist in der Röhre, nachts ist sie aktiv. Sie jagt aus dem Hinterhalt und nutzt am Röhreneingang gern Fäden als Signalleine. Außerhalb der Röhre ist sie schnell und schreckhaft. Bei Störung streift sie Brennhaare ab, stellt sich auf oder flüchtet. Der Biss soll nach Angaben der Universität etwa einem Bienenstich entsprechen.

Die kleinen Tiere sind zerbrechlich, umgesetzt wird mit Dose und Pinsel statt mit der Hand.

Gut zu wissen

Zu Hause auf Trinidad und Tobago

Auf den beiden Inseln ist die Art häufig, auf Tobago stellenweise in großen Kolonien. Die Weibchen legen einen Kokon mit etwa 50 bis 70 Eiern, die Jungtiere schlüpfen nach rund einem Monat. Die deutlich kleineren Männchen tragen Schienbeinhaken, mit denen sie das Weibchen bei der Paarung festhalten. Eine Gefährdung ist nach dem Datenblatt der Universität nicht bekannt.

Für Guyana wurde die Art erst 2023 von Sherwood und Gabriel erstmals gemeldet.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen. Wo sich Quellen widersprechen, steht das im Text.

  • World Spider Catalog, Natural History Museum Bern, Eintrag Cyriocosmus elegans (Simon, 1889), mit dem Literaturverzeichnis zur Art
  • University of the West Indies, St. Augustine: Datenblatt zu Cyriocosmus elegans (Verbreitung, Lebensweise, Größe, Fortpflanzung)
  • The Tarantula Collective: Pflegeblatt zu Cyriocosmus elegans
  • Sherwood, D. & Gabriel, R. (2023): erste Meldung der Art aus Guyana, verzeichnet im World Spider Catalog
  • Wikipedia: Gattung Cyriocosmus (Brennhaare, Verbreitung der Gattung)
  • CITES-Anhänge und WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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