Mario Sickert

Artenporträt · Schaben

Elliptorhinajavanica


Schwarz und orange gebändert, flügellos und mit einem lauten Fauchen bei Störung: Die Halloween-Fauchschabe stammt aus Madagaskar. Ich züchte sie für den Eigenbedarf, auch als Futtertier. Anders als Argentinische oder Schokoschaben klettert sie an glatten Flächen.

Im Bestand
Zucht für den Eigenbedarf
Herkunft
Madagaskar
Zeichnung einer Schabe von oben: ovaler, flügelloser Körper mit schwarz-orangen Querbändern, orangem Halsschild mit schwarzer Zeichnung und zwei langen Fühlern
Illustration, KI-generiert · Elliptorhina javanica

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Elliptorhina javanica (Hanitsch, 1930)
Ursprünglich
beschrieben als Gromphadorhina javanica
Bedeutung
javanica heißt „von Java“, die Art lebt aber auf Madagaskar. Warum der Name so gewählt wurde, habe ich nicht gefunden.
Trivialnamen
Halloween-Fauchschabe; englisch Halloween hisser. Der Name kommt von den schwarzen und orange-gelben Streifen und vom Fauchen.
Einordnung
Schaben (Blattodea) · Familie Blaberidae · Unterfamilie Oxyhaloinae · Tribus Gromphadorhini · Gattung Elliptorhina van Herrewege, 1973
Herkunft
Madagaskar
Größe
Weibchen etwa 3,5 bis 5 cm, Männchen etwa 4 bis 5 cm
Flügel
keine, die Art ist flügellos
Geschlechter
Männchen tragen laut Haltern zwei Höcker vorn am Halsschild, Weibchen sind glatter
Fauchen
bei Störung, durch Luft, die kräftig durch Atemöffnungen (Stigmen) gepresst wird
Lebenserwartung
nach einem Händler bei Weibchen etwa 2 bis 3 Jahre; derselbe Händler nennt für Männchen nur 2 bis 3 Monate, das erscheint mir kurz, eine zweite Quelle habe ich nicht
Verwendung
Pflegling und Futtertier
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Schwarz-orange und faucht

Auf dem Hinterleib wechseln sich schwarze und orange-gelbe Bänder ab, der Halsschild ist orange mit schwarzer Zeichnung. Flügel fehlen ganz. Die Illustration zeigt ein Tier von oben.

Verwechseln lässt sie sich mit der größeren Madagaskar-Fauchschabe. Ein Händler nennt die Halloween-Fauchschabe kleiner, und Halter berichten, ihr Panzer sei weicher als der der Gattung Gromphadorhina.

Zum Geschlecht schreiben Halter, Männchen hätten zwei Höcker vorn am Halsschild, Weibchen seien glatter. Die Angabe stammt aus Forenbeiträgen, nicht aus einer Fachquelle.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

22–30 °C
Temperatur
Quellen schwanken, kühl wird sie träge
65–80 %
Luftfeuchte
Händlerangabe, nur ein Teil feucht
bis 5 cm
Größe
Weibchen etwas kleiner

Die Quellen reichen von etwa 20 bis 25 °C bei einem Halter über 22 bis 24 °C als Idealbereich für Fauchschaben allgemein (Universität Oklahoma) bis 27 bis 32 °C bei einem Händler. Einig sind sie sich in der Richtung: Kühl werden die Tiere träge, Wachstum und Nachwuchs verlangsamen sich, bei Wärme steigen Aktivität und Fortpflanzung. Unter 18 °C sollte man sie laut Oklahoma nicht halten. Die Feuchte soll nach einem Händler bei etwa 65 bis 80 Prozent liegen, mit einer feuchten Ecke und etwas Moos. Die Universität Oklahoma rät, gelegentlich zu befeuchten, nicht stark austrocknen zu lassen und gut zu lüften.

Einrichtung

Ausbruchsschutz ist Pflicht

Anders als Schokoschaben und Argentinische Schaben klettern Fauchschaben. Ein Händler schreibt, Erwachsene und Nymphen kämen an glatten Flächen hoch. Ein Halter warnt, dass sich Nymphen durch enge Spalten zwängen. Der Händler empfiehlt einen dicht schließenden Behälter oder einen dicken Vaselinestreifen. Ein Halter nutzt einen Streifen Öl unter dem Deckel und erneuert ihn etwa monatlich.

Substrat: Der Händler empfiehlt mindestens 5 cm, damit sich die Nymphen eingraben können, als Mischung aus ungedüngtem Torf, zerkleinertem Laub, Kokosfaser und etwas Sand. Verstecke: Eierkartons, Korkrinde oder harte Rinde.

Ernährung

Allesfresser mit Vorlieben

Genannt werden Obst, Grünzeug, Gemüse, Fischflocken, Laub und Trockenfutter. Ein Händler warnt, die Tiere könnten sehr wählerisch sein. Die Universität Oklahoma empfiehlt für Fauchschaben Obst und Gemüse in Stücken von höchstens etwa 2,5 cm und feuchtes Futter nur sparsam, weil beim Gären Gase entstehen, die schaden können.

Vermehrung

Lebendgebärend, aber langsam

Fauchschaben sind ovovivipar: Die Eier schlüpfen im Weibchen, die Jungtiere kommen lebend zur Welt. Für die Madagaskar-Fauchschabe nennt die Universität Oklahoma eine Tragzeit von etwa 60 Tagen und fast fünf Monate bis zur Geschlechtsreife nach sechs Häutungen. Zahlen eigens für die Halloween-Fauchschabe habe ich nicht gefunden. Halter schreiben, dass Weibchen viele Nymphen auf einmal bekommen, aber lange tragen und die Nymphen eine Weile zum Wachsen brauchen.

Als Futtertier

Die Ausnahme unter meinen Schaben

Ich ziehe sie für den Eigenbedarf, neben Schokoschaben und Argentinischen Schaben. Eine Übersicht über alle meine Futtertiere steht auf der Seite Futtertiere.

In einem Forum berichten Halter, dass erwachsene Halloween-Fauchschaben an große Spinnen verfüttert werden und dass der weichere Panzer dabei kein Problem sei. Sie raten aber davon ab, ein erwachsenes Tier an eine frisch gehäutete Vogelspinne zu geben, die Fangzähne müssten erst ausgehärtet sein. Die Tiere wehren sich und fauchen, manche Spinnen verweigern sie deshalb. Um den Bestand klein zu halten, werden laut einem Halter nach und nach einige Nymphen verfüttert.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Zu dieser Art gibt es wenig Fachliteratur, die ich finden konnte. Name, Größe und Einordnung stammen aus Nachschlagewerken, Haltungsangaben aus Händlerseiten, Foren und einem Merkblatt zur Madagaskar-Fauchschabe, das nur für Fauchschaben allgemein gilt. Wo ich eine Angabe nicht eigens für diese Art belegen konnte, steht das dabei.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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