Mario Sickert

Artenporträt · Schaben

Blapticadubia


Das Männchen trägt lange Flügel, das Weibchen nur kurze Stummel: Die Argentinische Schabe ist eines der meistgenutzten Futtertiere. Sie klettert nicht, fliegt kaum und ist leise. Ich züchte sie für den Eigenbedarf, neben Schokoschaben und Halloween-Fauchschaben.

Im Bestand
Zucht für den Eigenbedarf
Herkunft
südliches Südamerika
Zeichnung zweier Schaben von oben: links ein Männchen mit langen, dunkelbraunen Flügeln, rechts ein Weibchen mit kurzen Flügelstummeln und gebändertem Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Blaptica dubia

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Blaptica dubia (Serville, 1838)
Ursprünglich
beschrieben als Blabera dubia; zwei später beschriebene Namen gelten als Synonyme
Bedeutung
dubia heißt auf Lateinisch „zweifelhaft“
Trivialnamen
Argentinische Schabe, auch Argentinische Waldschabe; englisch Dubia roach
Einordnung
Schaben (Blattodea) · Familie Blaberidae · Unterfamilie Blaberinae
Herkunft
südliches Südamerika; belegte Fundorte in Brasilien, Argentinien und Uruguay
Größe
erwachsen etwa 4 bis 4,5 cm
Geschlechter
Männchen voll geflügelt, Weibchen nur mit Flügelstummeln
Fortpflanzung
ovovivipar: Die Jungtiere schlüpfen im Körper des Weibchens und kommen lebend zur Welt
Entwicklung
sieben Nymphenstadien
Lebenserwartung
bis etwa 2 Jahre, Weibchen etwas länger als Männchen
Verwendung
Futtertier für Spinnen, Amphibien und Reptilien
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Links Männchen, rechts Weibchen

Die beiden Geschlechter sehen sehr verschieden aus. Männchen sind voll geflügelt, die Flügel bedecken den ganzen Körper. Weibchen haben nur kurze Flügelstummel, etwa ein Viertel der Körperlänge, und keine Flugmuskeln. Auf der Illustration steht das Männchen links, das Weibchen rechts.

Männchen können sich von einer Rampe steuernd hinabgleiten lassen, mit eigenem Flug gewannen sie in einer Untersuchung aber keine Höhe. Dazu passt, dass beide Geschlechter und auch die Nymphen an glatten, senkrechten Flächen nicht hochkommen: Ihnen fehlt ein ausgebildetes Haftpolster am Fuß, das sogenannte Arolium.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

25–30 °C
Temperatur
30 °C gelten in einer Dissertation als sehr gut
über 60 %
Luftfeuchte
Angabe einer Übersichtsquelle
7 Stadien
Entwicklung
bei 30 °C etwa 130 bis 200 Tage bis erwachsen

Wärme bestimmt das Tempo. In der Dissertation entwickelten sich die Nymphen bei 30 °C zügig, bei 25 °C dauerten die Stadien merklich länger, bei 20 °C noch länger. Bei 15 °C häutete sich ein Tier erst nach 277 Tagen einmal. Zu warm ist gefährlicher als zu kühl: Bei 35 °C starben die Nymphen im dritten und vierten Stadium, bei 40 °C alle innerhalb von vier Tagen.

Haltung

Ruhig, geruchsarm, ohne Kletterkünste

In der Forschung werden die Tiere bei etwa 30 °C und zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkel in Glasgefäßen gehalten, mit Pappe als Versteck, trockenem Hundefutter und Wasser. Eine Übersichtsquelle nennt als Vorteile für Halter, dass sie nicht springen, an glatten Flächen nicht hochklettern, sich langsam bewegen, kaum fliegen, leise sind und wenig riechen.

Allergie: Schaben können bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Wer empfindlich ist, sollte beim Umsetzen und Reinigen vorsichtig sein.

Vermehrung

Lebend geboren, in sieben Stadien groß

Die Weibchen tragen ein Eipaket, die Ootheke, mit etwa 20 bis 35 Eiern in sich. Die Eier schlüpfen im Körper, die Jungtiere werden lebend geboren. Unter günstigen Bedingungen können es 20 bis 40 Nymphen pro Monat sein. In einer Untersuchung dauerte die Tragzeit bei 26 °C 48 bis 64 Tage. Unter Stress kann ein Weibchen die Ootheke vorzeitig abwerfen.

Wie lange bis zum erwachsenen Tier, hängt von der Wärme ab. Bei 30 °C nennt die Dissertation etwa 130 bis 203 Tage von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Eine andere Quelle gibt für das Nymphenstadium 180 bis 380 Tage und für das ganze Leben bis etwa 530 Tage an. Die Zahlen streuen also je nach Quelle.

Als Futtertier

Warum Argentinische Schaben

Ich ziehe sie für den Eigenbedarf, als dritte Schabenart neben den Schokoschaben und den Halloween-Fauchschaben. Alle Größen sind verfügbar, von winzigen Nymphen bis zu erwachsenen Tieren von etwa 4 cm. Einen Überblick über alle meine Futtertiere gibt die Seite Futtertiere.

Zum Nährwert: Eine Analyse von drei Schabenarten, darunter diese und die Schokoschabe, fand bei erwachsenen Tieren etwa 60 bis 68 Prozent Rohprotein und 15 bis 21 Prozent Fett in der Trockenmasse. Halbwüchsige hatten weniger Protein (etwa 49 bis 55 Prozent) und mehr Fett (etwa 24 bis 36 Prozent). Die Werte gelten gemeinsam für die drei Arten. Beim Calcium sieht es schlecht aus: Auf ein Teil Calcium kamen 1,9 bis 23,5 Teile Phosphor.

Gutload: In einer Studie an Dubia-Schaben hob ein sehr calciumreiches Futter das Verhältnis von Calcium zu Phosphor bei Nymphen innerhalb von 24 Stunden auf etwa 1,5. Ohne so ein Futter lag es bei Nymphen bei etwa 0,35 und bei Erwachsenen bei etwa 0,26. Mehr dazu auf der Seite Futterzucht.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Angaben zur Biologie stammen aus einer Dissertation, aus Fachartikeln und einer Übersicht. Zur Haltung im Hobby gibt es wenig Belastbares, deshalb steht dort nur, was die Quellen hergeben. Wo sie sich widersprechen, steht das so da.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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