Mario Sickert

Artenporträt · Vogelspinnen

Neoholotheleincei


Klein, flink und eine unermüdliche Weberin: Die Trinidad-Zwergvogelspinne überzieht ihr Becken in wenigen Nächten mit weißer Seide. Brennhaare hat sie keine, dafür ist sie unglaublich schnell. Bei mir leben beide Formen: die normale und die goldene Farbform „Gold“.

Im Bestand
normale Form und „Gold“
Zeichnung einer Neoholothele incei in normaler Färbung: olivbraune Beine, goldener Carapax mit Strahlenmuster und dunkel gestreifter Hinterleib
Illustration, KI-generiert · Neoholothele incei, normale Form

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Neoholothele incei (F. O. Pickard-Cambridge, 1899)
Früher
als Hapalopus incei und lange als Holothele incei
Trivialname
Trinidad-Zwergvogelspinne, die goldene Farbform heißt im Handel „Trinidad Gold“
Formen
normale Form und Farbform „Gold“, beide mit denselben Ansprüchen
Einordnung
Vogelspinnen (Theraphosidae) · Schismatothelinae
Herkunft
Trinidad und Tobago sowie der Norden Venezuelas
Lebensweise
Bodenbewohner, gräbt und webt sehr viel
Größe
Körper der Weibchen etwa 3 cm, höchstens rund 4 cm, Männchen deutlich kleiner
Lebenserwartung
nach Hobbyangaben Weibchen etwa 7–10 Jahre, Männchen etwa 2 Jahre
Schutzstatus
kein Schutzstatus, frei zu halten

Fachbegriffe wie Carapax, Chelizeren oder Bulbus erklärt die Legende, was bei einer Häutung passiert, steht unter Häutung verstehen.

Erkennen

Die normale Form und „Gold“

Die normale Form ist olivbraun bis bronzefarben, der Carapax golden mit einem Strahlenmuster, der Hinterleib dunkel gestreift. Die Farbform „Gold“ ist die einzige Abwandlung, die ich halte. Haltung, Klima und Futter sind bei beiden gleich, deshalb gibt es nur diesen einen Steckbrief.

Zeichnung einer Neoholothele incei in normaler Färbung mit dunkel gestreiftem Hinterleib
Normale Form · olivbraun, Hinterleib dunkel gestreift
Zeichnung einer goldgelben Neoholothele incei der Farbform Gold
Farbform „Gold“ · goldgelb bis karamellfarben

Beide Illustrationen sind KI-generiert.

Die Abwandlung „Gold“

Bei der Farbform „Gold“ fehlen die dunklen Farbstoffe weitgehend, das ganze Tier leuchtet goldgelb bis karamellfarben, die Streifen bleiben als helle Schattierung sichtbar.

„Gold“ ist keine Unterart, sondern eine Farbform. Nach Zuchtberichten aus dem Hobby wird sie rezessiv vererbt: Verpaart man sie mit der normalen Form, sehen die Jungtiere normal aus, tragen die Anlage aber in sich. Fachlich untersucht ist das bisher nicht.

Seit einer Überarbeitung durch Guadanucci und Weinmann im Jahr 2015 steht die Art in der eigenen Gattung Neoholothele. Die Unterfamilie hat keine Brennhaare.

Klima

Tropisch feucht

26–29 °C
Temperatur
nachts 21–24 °C
70–80 %
Luftfeuchte
nie ganz austrocknen lassen
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Die Zwerge verlieren über ihren dünnen Panzer schnell Feuchtigkeit. Die größte Gefahr ist ein Becken, das unbemerkt austrocknet. Bewährt hat sich eine feuchte Ecke, die von unten gegossen statt gesprüht wird. Staunässe ist trotzdem zu vermeiden.

Einrichtung

Niedrig und mit Ankerpunkten

Becken: für ein erwachsenes Weibchen etwa 20 × 20 × 20 cm. Höhere Becken sind riskant, ein Sturz kann den prallen Hinterleib verletzen.

Bodengrund: 7 bis 10 cm grabfähiger Bodengrund, den ich extra anmische, angelehnt an die feuchten Waldböden ihrer Heimat. Mehr dazu unter Bodenleben.

Ausstattung: Korkröhren, Rindenstücke und feine Äste als Halt für die Gespinste. Pflanzen sollten robust sein, zarte werden schnell überwebt.

Ernährung

Schnelle Jägerin

Jungtiere bekommen alle paar Tage kleine Schaben oder Heimchen, erwachsene Tiere alle 7 bis 10 Tage ein passendes Futtertier. Futterreste landen oft am Rand des Gespinsts und gehören schnell entfernt, im feuchten Becken schimmeln sie sonst rasch.

Vor und während einer Häutung ist der Röhreneingang oft verschlossen. Dann bleibt kein lebendes Futtertier im Becken.

Verhalten

Blitzschnell statt wehrhaft

Statt zu drohen, verschwindet sie in Sekundenbruchteilen in der Tiefe ihres Gespinsts. Auf die Hand gehört sie deshalb nicht. Ihr Gift gilt im Hobby als harmlos, untersucht ist es kaum. Brennhaare hat sie keine.

Anders als fast alle Vogelspinnen lassen sich Geschwister aus demselben Kokon unter strengen Bedingungen gemeinsam halten: gleich groß, viel Struktur und reichlich Futter. Verluste bleiben trotzdem möglich.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen sowie auf eigene Haltung und können von Tier zu Tier abweichen.

  • World Spider Catalog, Neoholothele incei (F. O. Pickard-Cambridge, 1899)
  • Guadanucci, J. P. L. & Weinmann, D. (2015): Description of Neoholothele gen. nov. (Araneae, Theraphosidae, Schismatothelinae), Volltext (Größe, Verbreitung, keine Brennhaare)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com. Warum es diese Porträts überhaupt gibt, erzähle ich unter Über dieses Projekt.

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