Artenporträt · Springschwänze
Yuukianuraaphoruroides
Nur wenige Millimeter groß und leuchtend orange: Der Orange Springschwanz fällt im Becken sofort auf. Wissenschaftlich ist er ein Rätsel, denn den Artnamen aus dem Handel habe ich in den Fachquellen nicht wiedergefunden.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name im Handel
- Yuukianura aphoruroides, so wird er angeboten und so führe ich ihn im Bestand. Ob der Artname wissenschaftlich gültig ist, habe ich nicht klären können
- Trivialname
- Orange Springschwanz, englisch Orange Springtail
- Einordnung
- Springschwänze (Collembola) · Familie Neanuridae · Gattung Yuukianura Yosii, 1955
- Gattung
- je nach Quelle neun bis elf Arten, Funde sind unter anderem aus China und Vanuatu bekannt; die meisten Arten leben in Mangroven oder an Küsten
- Herkunft des Handelstiers
- unklar: ein Händler nennt Spanien, ein anderer beschreibt ihn nur als tropisch
- Größe
- etwa 4 mm bei erwachsenen Tieren, nach einer Händlerangabe
- Aussehen
- leuchtend orange, gedrungen und weich
- Sprunggabel
- nach einer Händlerangabe können die Tiere nicht springen
- Schutzstatus
- bei meiner Recherche kein Eintrag gefunden
Einordnung
Ein Name, den ich nicht belegen kann
Die Gattung Yuukianura wurde 1955 von Yosii aufgestellt. Eine Revision von 2017 fasst sie neu und zählt neun Arten, die Gattungsübersicht von Collembola.org nennt elf. Eine Art mit dem Namen aphoruroides habe ich in den Fachquellen, die ich einsehen konnte, nicht gefunden. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt, ich konnte nur nicht alle Verzeichnisse durchsuchen.
Im Hobby ist der Name verbreitet, und einem Händler zufolge werden unter demselben Namen auch rote Springschwänze verkauft, die in Wirklichkeit eine andere Art sind (Bilobella braunerae). Ich führe meine Tiere deshalb unter dem Handelsnamen und sage offen dazu, dass die Bestimmung nicht gesichert ist.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Die Temperaturen stammen von Händlern, ein zweiter nennt 21 bis 28 °C. Ein Feuchtewert in Prozent wird nirgends genannt. Ein Händler empfiehlt, am einen Ende des Behälters Torfmoos einzulegen, damit ein Feuchte- und Temperaturgefälle entsteht. Trocknet der Untergrund länger aus, kann die Kultur einbrechen.
Haltung
Feucht, mit Laub und Schimmel zum Fressen
- Untergrund
Humose Erde mit Falllaub, Moos oder Korkrinde als Versteck. Wichtig ist, dass er nie austrocknet.
- Futter
Sie fressen Schimmel, Pilze, verrottendes Laub und Futterreste. Händler geben zusätzlich Reiskörner, die verschimmeln dürfen, feine Fischflocken, Hefe oder eine Spur Obst und Gemüse. Nicht zu viel, denn der Schimmel wächst schneller, als die Tiere ihn fressen.
- Kalk
Als Kalkquelle werden Sepia oder Kalkstein genannt.
- Vorsicht beim Gießen
Die Tiere sind weich und klein. Man gießt sie am besten aus geringer Höhe, mit einer Spritzflasche oder einem Löffel, damit sie nicht zerdrückt werden.
Die Art gilt als einfach und vermehrt sich laut Händlern reichlich. Wie ich Springschwänze allgemein im Becken einsetze, steht unter Bodenleben.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Die Seite stützt sich zum großen Teil auf Händlerangaben, weil es zur Art kaum Fachliteratur gibt. Die Werte sind Richtwerte.
- Liste der Arten von Yuukianura Yosii, 1955 mit Beschreibung einer neuen Art von Vanuatu, Zoosystema 39(1), 2017 (Gattung, Artenzahl, Lebensräume)
- Collembola.org, Checklist of the Collembola, Übersicht Neanurinae (Artenzahl der Gattung)
- Händlerseiten zu den Orangen Springschwänzen (Größe, Temperatur, Futter; nicht überprüft) und ein Haltungsblog mit einem Kurzbericht zur Kultur
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.